Brauchtum

Jugendarbeit beim Dreiflüssegau

Nachdem im letzten Jahr durch die beginnende Corona-Pandemie unter anderem das Palmbuschen binden und der gemeinsame Kirchgang am Palmsonntag ausgefallen sind, überlegten sich die Verantwortlichen der Salzweger Trachtler heuer eine Alternative, um mit den Kindern und Jugendlichen sich auf das Osterfest vorzubereiten und die Bräuche rund um Ostern zu pflegen.

Jugendleiterin Michi Greiner animierte die Kinder über eine WhatsApp-Videobotschaft, zu Hause selbst Palmbuschen zu binden und ein Foto davon in die Gruppe zu stellen. Die Resonanz war sehr positiv und alle präsentierten ihr gelungenes Werk stolz im Vereins-T-Shirt. So entstand eine wunderbare Collage, die die Trachtenjugend auch trotz dieser schwierigen Zeit eine Gemeinschaft bleiben lässt. In Festtracht und mit ihren Palmbuschen besuchten die Kinder dann den Gottesdienst am Palmsonntag, um ihre Buschen weihen zu lassen.

Weil das Palmbuschenbinden zum Palmsonntag bei der Kinder- und Jugendgruppe so freudig angenommen wurde, ließen sich die Salzweger Trachtler trotz der Kontakteinschränkungen vom gemeinsamen Kerzenbasteln nicht abhalten. Denn den Verantwortlichen im Verein ist besonders wichtig, die Mitglieder und besonders den Nachwuchs in dieser Zeit nicht aus den Augen zu verlieren: die Vorstandschaft verständigt sich über Nachrichtengruppen per Handy; auch das Trachtenblatt, das nun schon viele Jahre regelmäßig erscheint, ist ein wichtiges Bindeglied in dieser kontaktarmen Zeit geworden. Auch das digitale Zeitalter bietet gute Voraussetzungen.

Für Jugendleiterin Michi Greiner war es deshalb eine schnelle Entscheidung: das traditionelle Osterkerzenbasteln findet dieses Jahr über Videokonferenz statt. Da die Kinder diese Kommunikation über den PC von der Schule her gut kennen, freuten sich alle schon sakrisch darauf.

Am Donnerstag, den 1. April konnten sich die Teilnehmer das Bastelmaterial beim Vereinsheim abholen. Michi Greiner und Musikwartin Cornelia Schmid hatten Kerzenrohlinge, Mustervorlagen und Wachsplatten vorbereitet, die die Kinder und Jugendlichen, einer nach dem anderen natürlich, aussuchen durften. Vor dem Vereinsheim bildete sich schnell eine Schlange. Für die jungen Trachtler war Abstand halten kein Problem – das könnte sich manch anderer zum Vorbild nehmen.

Am Freitag, den 2. April trafen sich dann alle zur Videokonferenz. Jeder werkelte fleißig an seiner Osterkerze. Schon nach einer Stunde konnten die meisten stolz ihr Werk in die Kamera halten. Alle Dirndl und Buam machten noch ein Foto für eine Collage und freuten sich, wieder einmal etwas gemeinsam unternommen zu haben. So wird es wohl bei den Salzweger Trachtlern nicht das letzte Projekt dieser Art bleiben.

Bericht: Michi Greiner und Cornelia Schmid

Fotos: HTV Salzweg

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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