Landwirtschaft

Mitgliederversammlung beim Rosenheimer Hagelforschungsverein

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Am Freitag, den 22. März, findet im Trachtenheim in Irschenberg die Mitgliederversammlung des Rosenheimer Hagelforschungsvereins statt.

Turbo-Sommer, extreme Trockenheit, zu warm und ein weißes Osterfest durch starken Schneefall Anfang April im Nordosten Deutschlands sind nur einige Schlagzeilen aus den Veröffentlichungen der Meteorologen zum Wetter 2018. Mehr als 30.000 Warnungen vor gefährlichen Wettersituationen hat der Deutsche Wetterdienst im Jahr 2018 herausgegeben und seit Beginn der amtlichen Wetteraufzeichnungen war es noch nie so warm. „2018 war ein Musterexemplar dafür, was uns in den nächsten Jahrzehnten vom Klima her droht“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach. Zugleich war 2018 auch das sonnigste Jahr und eines der trockensten. Im Schnitt fielen nur 590 Liter Regen pro Quadratmeter und damit 75 Prozent des Sollwerts. Am wenigsten regnete es in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Rund 2020 Stunden lang schien 2018 die Sonne – und damit mehr als in jedem anderen Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen über die Sonnenscheindauer im Jahr 1951. Im Mittelwert gab es 75 Sommertage, an denen 25 Grad oder mehr gemessen wurden – davon 20,5 heiße Tage, an denen das Thermometer mehr als 30 Grad anzeigte. Zum Vergleich: Im Hitzesommer 2003, bisher die Messlatte für Sommerrekorde, waren es 62 Sommertage und 19 heiße Tage.

Für die Hagelabwehr in Rosenheim war es das vierte Jahr in Folge ohne größere  Hagelschäden und da spielte auch etwas Glück mit, weil die Hagelabwehr zum Saisonbeginn im Mai nicht starten durfte. Es fehlte die Genehmigung des Luftfahrtbundesamtes für den Einsatz der Flugzeuge mit den neuen Generatoren. Endlich, am 01. Juni kam das erlösende Fax mit der Genehmigung aus Braunschweig und bereits am 06. Juni wurde der erste Einsatz geflogen. Allerdings wären auch im Mai auf Grund der Gewitterlage Einsätze erforderlich gewesen und so kam es an mehreren Stellen im Schutzgebiet zu Graupel und kleinräumigem Hagelausfall. Durch die unfreiwillig verkürzte Saison waren die Einsatztage natürlich weniger als im vorhergehenden Jahr. An 14 (21) Einsatztagen waren die Hagelabwehrflugzeuge bei 29 (42) Einsatzflügen etwas über 38 Stunden in der Luft und haben dabei 325 (450) Liter Silberjodidlösung verbrannt (Zahlen in Klammer sind aus dem Jahr 2017).

Beide Flugzeuge sind seit der Saison 2018 mit den neuen Silberjodidbrennern ausgerüstet und ermöglichen nun eine wesentlich bessere Verbrennung und einen optimierten Einsatz des Silberjodids bei geringerem Wartungsaufwand. Der nächste Schritt wird eine Überprüfung und Untersuchung der Teilchen, die bei der Verbrennung entstehen, sein. Für die Wirksamkeit des Silberjodids als Kondensations- oder Eiskeim ist es von entscheidender Bedeutung, in welcher Form und Größe die Teilchen vorliegen. Die Untersuchungen sollen noch vor Beginn der Saison 2019 stattfind.

Die meteorologische Beratung wurde wie in den letzten Jahren in bewährter Weise vom Wetterbüro Dr. Sachweh aus München durchgeführt.

Das Projekt „RO-BERTA“, mit der TH Rosenheim lief auch 2018 und wird ab 2019 als RO-BERTA III fortgesetzt. Unter anderem soll auch das zweite Flugzeug mit Hard- und Software ausgestattet werden, damit es während der Einsätze z.B. über die RO-BERTA-App verfolgt werden kann. Aktuell befasst sich der Masterstudent Andreas Bernatzky mit einer Auswertung der Flüge aus der Vergangenheit. Ziel der Arbeit ist es u.a. Flugdaten, Radardaten und Versicherungsdaten zu kombinieren und daraus Aussagen über die Wirksamkeit der Impfung abzuleiten. Erste positive Gespräche mit einem der großen Hagelversicherer der Region haben bereits stattgefunden.

Text: Hagelforschungsverein Rosenheim

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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