Kultur

JHV beim Frasdorfer Heimat- und Kulturverein

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Sonderausstellung zur Frasdorfer Wassertrinkerin Maria Furtner war der Höhepunkt im letzten Vereinsjahr“. Der Vorsitzende des Frasdorfer Heimat- und Kulturvereins Rupert Wörndl und Schriftführerin Martina Stoib erinnerten in ihren ausführlichen Berichten an diese und die zahlreichen weiteren Veranstaltungen. Rund ein Drittel der 210 Vereinsmitglieder informierten sich bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Mayrl über die Arbeit und die weiteren Vorhaben des Vereins. Fünf Mitglieder sind im letzten Jahr neu eingetreten, vier Männer und Frauen verlor der Verein durch den Tod.

Schriftführerin Martina Stoib ließ in ihrem „Ganzjahresbericht“ die Ereignisse Revue passieren. Eine Ausstellung zur Frasdorfer Wassertrinkerin und verschiedene Führungen zu ihrem Leben und Sterben organisierte der Heimat- und Kulturverein im Dorfmuseum im Alten Schulhaus.

Bei schönem Wetter ging die Almwanderung mit vielen Teilnehmern zu den heimischen Almen, erinnerte sich Rupert Wörndl. Großes Interesse fanden bei allen Vereinsmitgliedern der Vortrag zu Josef Achleitner aus Frasdorf, der als Hofmusiker mit König Otto 1832 nach Griechenland ging, eine Lesung von Klaus Förg aus seinem Buch „Dem Wahnsinn entkommen“ (veröffentlicht als Fortsetzungsroman im OVB) erinnerte an die Kriegserlebnisse von Josef Hamberger aus Pfannstiel und Gustl Lex erzählte „von der Obrigkeit und de kloana Leit“. Am 1. Mai stellte der Verein unter dem Titel „Dorfgeschichten aus Frasdorf“ der Öffentlichkeit ein weiteres heimatkundliches Buch vor. Ein Besuch im Holzknechtmuseum in Ruhpolding, ein Ortsrundgang durch Umrathshausen, eine Almwanderung zur Laubensteinalm, ein Besuch in der Ramsl-Mühle in Rain, eine Radltour rund um Wildenwart, eine Führung mit Martina Stoib im Schloss Hohenaschau und ein Besuch im Rohrdorfer Heimathaus rundeten das Angebot ab.

Bürgermeister Daniel Mair bedankte sich bei Rupert Wörndl, der neben seiner Tätigkeit als Gemeindearchivar und Ortsheimatpfleger auch als „die Seele des Vereins“ seit 27 Jahren für die zahllosen Aktivitäten des Heimat- und Kulturvereins im Dorf verantwortlich zeichnet. Dieser Verein – einst auf Initiative von Wastl Fanderl entstanden – sei heute für Frasdorf unverzichtbar, die Gemeinde werde den Verein auch weiterhin im Rahmen ihrer Möglichkeiten tatkräftig unterstützen. Wörndl dankte allen, die sich um den Erhalt und den Betrieb der beiden Frasdorfer Museen in der „Alten Schule“ in den vergangenen Jahren verdient gemacht haben. Mehrere Besuchergruppen, darunter einige Schulklassen aus dem ganzen Landkreis informierten sich über den Höhlenbären und die Karst-Höhlen im Laubensteingebiet. „Ab dem 1. Januar 2024 ist der Besuch der beiden Museen kostenlos möglich, wir hoffen damit die Besucherzahlen deutlich steigern zu können“.

Rupert Wörndl und Martina Stoib wiesen auf die vielfältigen Wirkungsbereiche des Heimat- und Kulturvereins hin, die deutlich über die Arbeit in den Museen und im Archiv hinausgehen. Der Bogen reiche dabei von der Herausgabe der seit 32 Jahren sehr geschätzten Dorfzeitung, über die Pflege der verschiedenen Internetauftritte, den Ausbau der Topothek mit alten Frasdorfer Bildern über geführte heimatkundliche Wanderungen bis hin zur Beschilderung der Wanderwege und der Erarbeitung der Höfeschilder. Dazu kämen noch der Erhalt und die Pflege der heimischen Flurdenkmäler in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Eigentümern sowie die Pflege des Grabes der Wassertrinkerin von Frasdorf Maria Furtner auf dem Frasdorfer Friedhof. Kassier Sepp Wollschlager zeigte in seinem Bericht, dass der Verein finanziell auf gesunden Füßen steht. Die beiden Kassenprüferinnen Anja Zintl und Tessy Gebauer bestätigten dem Kassier eine einwandfreie Kassenführung.

In seiner Vorschau wies Wörndl auf die Termine des kommenden Jahres hin: vorgesehen sind ein Dia-Vortrag von Hildegard und Franz Osterhammer im Februar, ein Vortrag von Gustl Lex über „Kriegsgefangene im Ersten Weltkrieg im Chiemgau“ am 23. März; ein Besuch einer Aufführung im Theaterzelt in Riedering, eine Sonderausstellung zum Bärenschädel aus der Schlüssellochhöhle im Alten Schulhaus sowie ein Ausflug nach Grabenstätt, zum Tüttensee und zur Maxhütte in Bergen sind in der Planung, dazu die Almwanderung mit dem HGV Aschau zum Brandlberg und ein Ortsrundgang in Hohenaschau mit Thomas Bauer.

Bericht und Bilder: Heini Rehberg

Am 1. Mai stellte der Verein unter dem Titel „Dorfgeschichten aus Frasdorf“ der Öffentlichkeit ein weiteres heimatkundliches Buch vor. Thomas Fischer, Rupert Wörndl und Martina Stoib (von links) brachten allerlei Interessantes über das Leben der Menschen in früheren Zeiten, in Frasdorf, Umrathshausen und Wildenwart.

Die Sonderausstellung zur Frasdorfer Wassertrinkerin Maria Furtner war der Höhepunkt im letzten Vereinsjahr.

Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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