„Es ist nicht die Aufgabe der Feuerwehr, Hausdächer von der Schneelast zu befreien“, so der Kommandant der Sachranger Feuerwehr Stefan Singhartinger bei der Jahreshauptversammlung in der Kaiserblickstube. „Aber im Rahmen der allgemeinen Hilfe für die Bevölkerung war es unsere Pflicht, den Bewohnern des Oberen Prientals bei ihrem Kampf gegen die Schneemassen beizustehen“. An fünf Tagen im Januar kamen Feuerwehrkräfte aus dem ganzen Landkreis zur Hilfeleistung nach Sachrang, insgesamt waren in diesem Zeitraum 1270 Männer und Frauen im eingeschneiten Bergsteigerdorf im Einsatz, davon alleine am Sonntag, 13. Januar 420 Einsatzkräfte. Alle mussten geführt, zur Arbeit über den Ort verteilt und letztlich auch versorgt werden. Während der gesamten Einsatzzeit gab es keine Unfälle und nur minimale Schäden. Alle auswärtigen Feuerwehrkräfte erkannten an den Schneemassen vom Eintreffen weg, dass sie von den heimischen Feuerwehrleuten dringend als Hilfe und Verstärkung gebraucht wurden.

„Aber auch danach war immer wieder einmal irgendetwas los im Priental“ berichtete Stefan Singhartinger. Zu 15 Einsätzen mit knapp 1000 Einsatzstunden rückte die Feuerwehr von Sachrang aus, zu einigen wenigen Brände, zu Sturmschäden und Verkehrsunfällen; der Rest waren Technische Hilfeleistungen und Ordnungsdienst. An 35 Übungsabenden hielten sich die 37 aktiven Feuerwehrleute fit. Knapp 1000 Stunden erbrachten die Männer im Einsatz, dazu kamen noch 1180 Übungsstunden. Insgesamt war erneut ein deutlicher Anstieg an Einsatz- und Übungsstunden gegenüber den Vorjahren zu verzeichnen. Nicht erfasst wurden dabei die Vorstandssitzungen und Besprechungen der verschiedenen Gremien und Gruppen innerhalb der Wehr und überregional, die Wartungs- und Reparaturarbeiten im Feuerwehrhaus und drumherum, die Umbaumaßnahmen im Feuerwehrhaus und die Besorgungsfahrten, „die dafür aufgewendeten Stunden dürften noch einmal weit in den dreistelligen Bereich gehen“.

Im kommenden Jahr will Kommandant Stefan Singhartinger vor allem die Gerätschaften zum Schwerpunkt der Ausbildung machen. Zusätzliche Einsatzkräfte sollen in den bestehenden Mannschaftsstamm eingebunden werden. Für die Funktionen Maschinist, Atemschutzgeräteträger, Fahrer und Funker sind geeignete Feuerwehrleute auszubilden.

Vorstand Peter Hacherer gab in seinem Bericht einen Überblick über die zahlreichen Aktivitäten des Sachranger Feuerwehrvereins, er dankte allen Mitgliedern für ihre Arbeit und die Unterstützung in seinem Ehrenamt. Bei allen weltlichen und kirchlichen Veranstaltungen im Dorf war die Feuerwehr aktiv mit dabei, sei es mit allen Aktiven oder mit der Fahnenabordnung. Dank des Einsatzes aller Mitglieder wurde die Feiern an der Ölbergkapelle und beim Bauernmarkt ein voller Erfolg für die Sachranger Wehr.

Kassier Peter Bauer verfügt immer noch über eine gut gefüllte Vereinskasse, die Versammlung erteilte ihm und der gesamten Vorstandschaft auf Vorschlag der beiden Kassenprüfer einstimmig die Entlastung.

Der Leiter der gemeindlichen Feuerwehren Bürgermeister Peter Solnar dankte den Aktiven für ihre Einsatzbereitschaft und wünschte allen Aktiven, dass sie nach dem Einsatz stets gesund nach Hause kommen mögen. „Die Feuerwehr ist aus Gemeindesicht die wichtigste Einrichtung für die Bevölkerung, daher gilt für sie „Nur das Beste ist gut genug“. Solnar versicherte der Versammlung, er habe vollstes Vertrauen in die Einrichtung der Feuerwehr Sachrang. „Die Anwesenheit der Feuerwehrkameraden Simon Frank aus Aschau sowie Franz Bliem vom Niederndorfer Berg zeigt uns allen, dass die Bekämpfung von Feuer und Gefahren heute weder durch ehemalige Gemeinde- oder Staatsgrenzen behindert wird. Die Feuerwehr und ihre Arbeit zum Wohle der Gemeinschaft ist grenzenlos. Bei uns auf dem Land überzeugt die Feuerwehr durch verlässliche und saubere Arbeit“.

Peter Hacherer kündigt an, dass die Feuerwehr Sachrang am Feuerwehrfest in Aschau am 16./17. Mai teilnehmen wird und auch dieses Jahr wieder zusammen mit der Schützengesellschaft Sachrang ganztägig die Bewirtung beim Handwerkermarkt am Wochenende 13./14. Juni übernimmt und am 11. Juli das Weinfest am Feuerwehrhaus veranstaltet.

Bericht und Fotos: Heinrich Rehberg

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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