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Jahreshauptversammlung beim Heimat- und Geschichtsverein Aschau

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Wir fühlen uns immer noch mitverantwortlich für die Ausstellung im Schloss Hohenaschau, wir haben sie zwar zur Nutzung an die Tourist Info der Gemeinde Aschau abgegeben, sie stellt aber nach wie vor einen wertvollen Teil unseres Vereinsvermögens dar. Rund 100000 Euro sind alle Ausstellungsstücke wert, die dort auf Schloss Hohenaschau gezeigt werden“, erklärte der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Aschau (HGV Aschau) Dr. Ulrich Feldmann bei der Jahreshauptversammlung im Saal des Chalet. Insgesamt sei es jedoch ein guter Schritt gewesen, die Verantwortung für die Schlossführungen und die Ausstellungsbetreuung auf die Tourist Info zu übertragen. Die Gemeinde Aschau habe einfach mehr Möglichkeiten und Ressourcen, um das Schloss und seine Möglichkeiten touristisch optimal zu nutzen. Wie berichtet ist die Gemeinde Aschau jetzt alleiniger Ansprechpartner der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) auf Schloss Hohenaschau in allen Fragen, die die Nutzung des Schlosses für die Gemeinde, die Schlossführungen und die Präsentation im Bereich Touristik betrifft. Bisher waren die Zuständigkeiten zwischen dem Heimat- und Geschichtsverein Aschau, der Gemeinde und der BIMA in mehreren verschiedenen Verträgen festgelegt, jetzt wurden alle Vereinbarungen in einem Vertrag zusammengefasst, „Mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ sieht der zweite Vorsitzende Wolfgang Bude diese Entwicklung. Einerseits habe der Verein damit viele organisatorische Verpflichtungen im Bereich der Ausstellungsräume, des Burgladerls und der Säle vom Hals, andrerseits seien in den vergangenen Jahren viele wertvolle Verbindungen zwischen dem HGV Aschau und der BIMA geknüpft worden, die personenbezogen seien. Alle organisatorischen Maßnahmen, von der Auswahl und Einteilung der Schlossführer, über die durchgehende und ausreichende Besetzung des Burgladerls bis hin zum Reinigungsdienst liegen seit dem vergangenen Jahr in der Verantwortung des Leiters der Tourist Info Aschau.

Ausführlich berichteten Dr. Ulrich Feldmann und Wolfgang Bude über die zahllosen Vorhaben des abgelaufenen Jahres. Mehrere wurden gemeinsam mit den Nachbarsvereinen in Frasdorf und im Achental durchgeführt. Ein Schwerpunkt bleibt für den Verein stets der Besuch der jährlichen Ausstellung im Rosenheimer Lokschuppen und die bayerische Landesausstellung, die zu Kaiser Karl IV. in diesem Jahr in Nürnberg stattfand. Die Jahresfahrt führte nach von Coburg über Forchheim quer durch Oberfranken nach Mittel- und Unterfranken. Gut besucht waren die Rundgänge und Führungen im unmittelbaren Ortsbereich, vom Besuch in der Kinderklinik mit Dr. Corell, über den Spaziergang auf dem Öko-Kulturweg in Sachrang und die Wanderung mit Rupert Wörndl auf die Almen im Hochriesgebiet. Auf Einladung des Vorstandsmitglieds Georg Antretter besuchte der HGV das Bayerische Fernsehen im Studio Freimann.

Die Restaurierung des Aschauer Heiligen Grabes in Bad Tölz ist abgeschlossen, 2018 wird es 400 Jahre alt. Das barocke Aschauer Grab ist ein kulturelles Kleinod des westlichen Chiemgaus, das nach über sechs Jahrzehnten längst in Vergessenheit geraten schien. Nachdem es zu Beginn der 1950er Jahre, wie schon einmal Anfang des 19. Jahrhunderts „sang und klanglos“ auf dem Kirchendachboden verschwand, erinnern sich heute nur noch wenige ältere Aschauer an die großartige Kulisse, die das ganze Presbyterium der Pfarrkirche „Zur Darstellung des Herrn“ ausfüllte. Das unglaubliche Schauspiel bei der Auferstehungsfeier und die Fertigkeit, dieses kunstvolle Bauwerk innerhalb eines Gotteshauses auf- und wieder ab zu bauen, wirkt auch heute noch nach. Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts besuchten Gläubige und Kunstinteressierte aus der ganzen Region das wegen seiner Größe und Schönheit berühmte Hl. Grab in Aschau. Letztmalig wurde das Heilige Grab Anfang der 50-er Jahre aufgebaut, danach wurde es auf dem Dachboden eingelagert.

Im kommenden Jahr wird das Aschauer Heilige Grab, als eines der größten erhaltenen, in der Aschauer Pfarrkirche mit einem großen Programm erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden. Ein großer Arbeitskreis – bestehend aus Vertretern der Kirchengemeinde, der Gemeinde Aschau und der Aschauer Vereine ist bereits zusammengetreten, der zwei Bühnenstücke für die Präsentation vorbereitet, ein Fastenspiel mit fünf Aufführungen während der Fastenzeit und ein Auferstehungsspiel nach Ostern 2019 mit sieben Aufführungen. Die Gemeinde Aschau unterstützt das Vorhaben und hat im Haushalt bereits 25000 Euro zur Verfügung gestellt. „Die Aschauer wollen das haben“, so Wolfgang Bude, „und wir wollen das Projekt mit Leben füllen“.

Derzeit gehören dem Verein – trotz vieler Abgänge durch Tod und Wegzug – 499 Mitglieder an. Der Mitgliederstand hat sich auf dieser Ebene seit mehreren Jahren eingependelt, so Dr. Feldmann, wünschenswert wäre es für die Durchsetzbarkeit mancher Vorhaben, wenn der Verein über bedeutend mehr Mitglieder verfügen könne.

Dr. Ulrich Feldmann bedankte sich bei der Gemeinde Aschau für die Möglichkeit, die Räume im Bahnhofsgebäude mieten zu können und die stets vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit und Unterstützung. Schatzmeister Josef Bauer schrieb in seinem Rechenschaftsbericht schwarze Zahlen und zog eine insgesamt positive Bilanz. Auf Antrag der beiden Kassenprüfer Gerd Kalckbrenner und Anneliese Staniszewski wurde die Vorstandschaft einstimmig entlastet.

Bericht und Fotos: Heinrich Rehberg

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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