Sport & Freizeit

Ironman-Event in Unterwössen – Spendenaktion

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Ein Beitrag von Ludwig Flug  aus Unterwössen – Was für ein Tag für den 32-jährigen Musiklehrer Sebastian Krause aus Grassau-Mietenkam. Am Ende stoppte seine Sportuhr bei 10 Stunden 23 Minuten und 7 Sekunden und zeigte zugleich das zu erwartende Höchstergebnis: 226,7 Kilometer lagen hinter dem Freizeittriathleten. Wer nun seinem Aufruf folgt (wir berichteten), ihm jeden zurückgelegten Kilometer mit 10 Cent zugunsten der Hans und Erna Eigner Stiftung zu vergüten, zahlt 22,60 Euro, oder gern mehr.

In Corona Zeiten war kein großes Sportfest um einen Triathlon der Langdistanz, der Weltmeisterdistanz, den Krause in aller Früh begann. Um 5 Uhr stand er allein mit Lebensgefährtin und dem Vater und dessen Kanu am Dampfersteg in Übersee-Feldwies. Ein Musikschüler gesellte sich dazu. Vor dem Start um 5.30 Uhr setzte Krause ein ungewöhnliches Zeichen. Er stimmte sein Alphorn an, dessen Ruf eher ungehört über das Wasser klang.

Darauf stieg er in das Wasser des Chiemsees und schwamm 1,9 Kilometer in Richtung Norden am Ufer entlang bis in Höhe des Badestrands Bäckerscheibe. Dort wendete er gefolgt vom Kanu des Vaters und schwamm bis zum Dampfersteg zurück.

Nicht einfach die Situation fand Krause im Rückblick mit unserer Zeitung. Es war kühl, die Wellen des Freigewässers unterbrechen immer mal wieder den Rhythmus des Schwimmers. Nach 3,8 km Schwimmen stieg er am Dampfersteg auf das Rennrad. Über Mietenkam radelte er auf die B 305 und dann von Grassau über den Masererpass nach Reit im Winkl. Seine Stimmung blieb gedämpft, denn nun setzte kräftiger Regen ein. Krause bog an der Abzweigung nach Blindau Richtung Ruhpolding ab.

Über die leere Straße des Sonntagmorgens gelangte der Radler in Ruhpolding an die Abzweigung Fuchsau, wendete und fuhr zurück nach Reit im Winkl. „Nach einiger Zeit habe ich mich mit dem Regen angefreundet und dann machte es Spaß“, fand Krause später. Dreimal wechselte Krause zwischen Reit im Winkl und Ruhpolding. Was ihm in den nächsten Stunden Mut machte und schmunzeln ließ, war das Publikum an der Strecke. Dabei war zunächst einmal die Familie, die seine Anstrengungen verfolgte und ihn zwischenzeitlich mit Getränken und Verpflegung versorgte. Da waren die Neffen und Nichten, die sich mit zwei Zarzuelas die Seele aus dem Leib pusteten, sodass Anwohner die Polizei riefen. Da waren die Musikanten aus der Musikkapelle Reit im Winkl, die ihren Dirigenten anfeuerten, Musikschüler, die Ständchen bliesen. Besonders freute er sich, weil sich ihm immer wieder Menschen mit dem Rad anschlossen – manche mit dem E-Bike, andere aus eigener Kraft. Von Ruhpolding begleitete ihn der frühere Biathlontrainer Wolfgang Pichler eine ganze Zeit auf dem Rad. „Solche Unterstützung pusht“, erklärte uns Krause später. „Überwältigend und grandios“, beschrieb er das, ehe er über den Masererpass zurück zum Wechsel nach Mietenkam fuhr.

Ab Mittag war es dann ein Heimspiel für Krause, als er vor seinem Wohnhaus auf die Marathonstrecke wechselte und begann sieben Runden zu 6 Kilometern um den Grassauer Golfplatz zu laufen. Die ganze Verwandtschaft, Freunde, Sportkollegen, Kollegen aus der Musikschule und Nachbarn versammelten sich dort, um ihn Runde für Runde anzufeuern. Immer wieder liefen andere mit, wie seine Lebensgefährtin Theresa. Andere verfolgten den Läufer auf dem Rad. Auch hier waren die Bedingungen nicht optimal, inzwischen war die Sonne herausgebrochen und es wurde sehr warm. Krause lief und lief seinen Rhythmus. Inzwischen setzt er die Füße zügig aber wie es schien mit Bedacht. Ansonsten machte er einen überraschend fitten Eindruck.

Mit großem Hallo, Musik und Begeisterungsrufen bog er nach der letzten Runde in die Straße ein und wurde begeistert gefeiert. Lebensgefährtin Theresa setzte ihm einen Blätterkranz auf, wie wir das aus den Fernsehbildern vom Original des Ironmans kennen. Eine Stunde später setzte sich Krause frisch geduscht zu den feiernden Gästen im Garten.

Im Fazit sei das ein toller Tag. Motivationsprobleme habe er während des Laufes nicht verspürt, berichtete er uns dort. Es sei ihm überraschend gut gegangen. „Es wird gesagt, dass sich ein Sportler auf der Ironman-Distanz selbst kennen lerne. Bei mir war das eher so, dass ich mein Umfeld kennen gelernt habe. Wie mich alle unterstützt haben, das war der Wahnsinn.“

Jetzt ist es an anderen, die Leistung zu honorieren. Sebastian Krause bittet jedermann, an die Karl und Erna Eigner Stiftung zu spenden.

Die Karl und Erna Eigner Stiftung verschreibt sich der Förderung von Bildung und Kultur. Sie unterstützt die Musikschule Grassau durch die Förderung junger Talente oder sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler. Krause sieht welche Auswirkungen die Corona Pandemie auf die Stiftung hat und möchte auf diese Weise unterstützen.

Für den gelaufenen Kilometer erbittet Krause einen Betrag von 10 Cent, also insgesamt 22,60 Euro oder mehr. Der Zahlung sollte unter dem Stichwort „Ironman Dahoam“ auf das Konto der Hans und Erna Eigner-Stiftung erfolgen, Kreissparkasse Traunstein Trostberg, IBAN DE63 7105 2050 0040 1962 48.

 

Bericht und Bilder: Ludwig Flug

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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