Brauchtum

Im richtigen Gwand durchs Trachtenjahr

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Immer wieder schön anzusehen bei kirchlichen und weltlichen Anlässen, Hochzeiten, besonderen Festen und bei Auftritten sind in Tracht gewandete Dirndl und Burschen, Frauen und Männer. Vor allem in den Regionen des Voralpenlandes spiegeln sie Bilder der Verbundenheit zu Brauchtum, Bodenständigkeit und Heimat wieder. Verantwortlich für ein schneidiges und adrettes Erscheinungsbild bei Auftritten oder Festzügen zeichnen generationsübergreifend die Gebirgstrachtenerhaltungsvereine.

Mit der Frage „Wos ziag i wann o im Trachtenjahr?“, damit befasste sich die Vorstandschaft vom Trachtenverein GTEV „D´Jenbachtaler“ Bad Feilnbach, unter Federführung ihres Vorsitzenden Sebastian Gasteiger in mehreren intensiven Sitzungen. Ergebnis war ein Leitfaden, der auf Wunsch einiger Vereinsmitglieder entstand. Das Heft, entworfen und gestaltet von Barbara Zschocke, ist reichhaltig bebildert und soll jungen und auch erfahrenen Trachtlern als Hilfestellung dienen, die richtige Vereinstracht zum jeweiligen Anlass über das Trachtenjahr verteilt anzuziehen. Die Broschüre ist für Vereinsmitglieder kostenlos und bei Vorstand Gasteiger erhältlich.

Wie Trachtenvorstand Sebastian Gasteiger in einem Gespräch gegenüber unserer Zeitung hervorhob, solle die Tracht nicht ausschließlich bei besonderen Festen getragen werden. Das ganze Jahr biete viele Möglichkeiten das „Heimische Gwand“ als Bekenntnis zur Heimat, Tradition und Brauchtum, nach außen zu zeigen. Ein Mädchen im Dirndl oder ein Bursch in der „Ledernen“ habe seiner Ansicht nach, zu jeder Zeit Vorzeigecharakter. Die „Jenbachtaler“ sind stolz auf ihre verschiedenen und immer schön anzuschauenden Trachten und werden gerne von Dirndl, Miederdirndl, Schalkfrauen, Buam und Mannerleut, (Zitat der Informationshefts) getragen. Etwa bei der Frühjahrsversammlung oder auf dem Trachtenball, wo die Miederdirndl im aktiven Plattler- oder Dirndlgwand erscheinen.

An kirchlichen Festtagen wie Ostern, Pfingsten, Christi Himmelfahrt, Erntedank, Kirta und Kommunion tragen Miederdirndl und Schalkfrauen das Spenzergwand. An der Trachtenwallfahrt nach Maria Eck und zu Trachtenfesten erscheinen die Miederdirndl im „Blauen Mieder“ und grünem Hut mit Gamsbart und die Frauen im Schalk. Das seidene Mieder mit Fransentuch und Kranzerl im Haar tragen die Miederdirndl an Fronleichnam sowie Kirchenpatrozinium „Laurenzi in Wiechs“ und „Mariä Himmelfahrt“. Die verheirateten Frauen erscheinen im Schalk. Beim Trachtenjahrtag gilt der Trachtenmantel mit Kirchenhut bei den Dirndl und der Schalkhut bei den Frauen. Für Beerdigungen gilt für Miederdirndl und Schalkfrauen das Spenzergwand oder Mantel mit Hut. Bei Beerdigungen naher Angehörigen tragen Schalkfrauen ein schwarzes Schürzl.

Mädchen im Kindes- und Jugendalter ziehen das blaue Vereinsdirndlgwand mit weißem Schürzl an und die jeweilige Haartracht ist im Heft beschrieben. Für die Buam gilt die Festtracht mit Lederhose, Leibe, blaues Krawattl und Hut mit Gamsbart. Bei Heimatabenden und Trachtenfeste ist falls vorhanden die graue Joppe dabei.

Die Männer erscheinen an der Gaufrühjahrsversammlung bei Trachtenhochzeiten in der kirchlichen Festtracht (schwarze Hose, Leibe, blaues Krawattl, graue Joppe sowie Hut mit Gamsbart. Die Halbtracht bestehend aus schwarze Hose, graue Joppe, blaues Krawattl, Hot ohne Gamsbart gilt bei der Frühjahrs- und Jahreshauptversammlung, Ostern, Kommunion und Firmung, Wallfahrt „Maria Eck“, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Erntedank, Kirchweih, Jahrtag der Ortsvereine, Trachtenjahrtag und Beerdigungen. Zu besonderen kirchlichen Anlässen wie Fronleichnam, Laurenzi Wiechs und Mariä Himmelfahrt tragen Burschen und Männer die Festtracht mit kurzer Hose, Leibe, graue Joppe, blaues Krawattl und Hut ohne Gamsbart. Zu Trachtenball erscheinen die aktiven Plattler in der Festtracht mit blauem Krawattl und die Mannerleut in Halbtracht. Den Hut ziert der Gamsbart.

Zum würdigen Erscheinungsbild beim Vereins-/Gebiets-/Gaupreisplatteln gehört bei den „aktiven Burschen“ die Festtracht mit blauem Krawattl. An der Gauvorplattlprob gilt Festtracht ohne Krawattl. Vereinsintern proben die „Aktiven“ in der Lederhose mit Hemd (Alltagshemd, kein weißes Hemd)

Bericht und Foto: Peter Strim, ehrenamtlicher Pressedienst Gemeinde Bad Feilnbach

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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