Kultur

Im Aschauer Kurpark – HEAVY MAN IBOU & XARRITTYII

Nach einer von Publikum wie Kritik begeistert aufgenommenen Premiere in Baumburg kommt der begnadete senegalesische Sänger, Songwriter und Perkussionist Heavy Man Ibou zusammen mit seiner Band Xarrittyii (Freunde) nun nach Aschau im Chiemgau. Sein Open-Air-Konzert findet am Samstag, 24. Juli (Beginn 20 Uhr, Einlass 18 Uhr) im dortigen Kurpark statt. Als „Vorband“ spielt der virtuose Fingerstyle-Gitarrist Micha Kern aus Übersee.

Seinen Künstlernamen Heavy Man bekam Ibrahima „Ibou“ Dieng von Freunden, die seine stets unverstellte, komplett ehrliche Art, seine Unfähigkeit zu lügen oder um den heißen Brei herumzureden oder zu -singen zuweilen als „heavy“ empfanden. 1973 in Rosso am Grenzfluss zwischen Mauretanien und Senegal als Sohn eines senegalesischen Vaters und einer mauretanischen Mutter in eine Familie von Griots, berufsmäßigen Sängern, Dichtern, Instrumentalisten und Geschichtenerzählern geboren, macht Heavy Man Ibou Musik, seit er denken kann. Seine Großmutter sang in der Küche, seine Mutter und eine Schwester sind Sängerinnen, eine weitere Schwester ist Tänzerin. Der Sänger, Rapper, Labelbetreiber und Produzent Faada Freddy ist ein Cousin.

Neben seinen Wurzeln in westafrikanischen Traditionen machten sich bald auch Einflüsse von weiter her bemerkbar. Ibou sang sich in jungen Jahren durch das Repertoire von Lionel Ritchie, Youssou N`Dour, Michael Jackson und vielen anderen, trat mit etlichen Gruppen als Background-Sänger und Perkussionist auf. Sein diesbezügliches Hauptinstrument ist bis heute die Kalebasse, die ausgehöhlte, getrocknete Hälfte eines großen Kürbisses, von ihr virtuos gespielt mit Faust, Fingern, Ringen und Jazzbesen.

Er wirkte auf einigen Alben mit. Tanzte Breakdance, fand sich im HipHop-Kontext wieder, zusammen mit dem Collectif des Slameurs Français oder Vendredi Slam. Im Laufe der Jahre arbeitete er mit einer Vielzahl von Musikern zusammen, mit der Gruppe True Waz, Khalilu Slam, Bamba fepp Bamba partout, Ombre Zion.

2000 gewann er den Wettbewerb des Festivals „La Roue des Concerts“ in Mauretanien, 2005 galt er als einer der besten Acts des Festivals „Africa Coeur“. Kapverdische Musik speziell der Sängerin Gama, Reggae, aber auch aktuelle Entwicklungen in Sachen Afrobeat, Mbalax, Tradi-Acoustique Moderne beeinflussten sein zunehmend individueller werdendes Schaffen als Sänger und Songwriter, das sich 2015 in dem ersten unter eigenem Namen veröffentlichten und zunächst in Dakar präsentierten Album „Nouvelle Ère“ manifestierte. Textlich bringt er darin seine große Hoffnung zum Ausdruck, alles möge sich zu einem Besseren wenden „que tout change et devienne paix et amour“. Leidvoller persönlicher Hintergrund sind seine bitteren Erfahrungen im Grenzkrieg zwischen Senegal und Mauretanien 1989, den er miterleben musste. Speziell das Leid der Kinder geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Zum Ausdruck bringt er das bei Auftritten durch mehrere unter seinem rechten Auge angebrachte weiße „Tränen“. Als englischsprachige Covernummer ist Tracy Chapmans „Talking About Revolution“ enthalten. „Yaye“ ist eine Hommage an seine Mutter, „Africa“ seinem Kontinent gewidmet. „Kaalama“ ist eine Hymne an Sprachen.

Heavy Man Ibou liebt Sprachen, den Austausch, den Klang. Zur Zeit lernt er Deutsch. Er lebt heute zusammen mit seiner deutschen Frau in Südbayern, Deutschland. Hat dort auch neue Musikerfreunde kennengelernt. Die Band Xarrittyii (Wolof für: Freunde) formierte sich, bestehend aus Thomas Kraus (E-Gitarre, Querflöte), Xavier Sower-Crowd (Gitarre), Sebastian Preissler (Schlagzeug, Perkussion) und Philip Wipfler (E-Bass). Zusammen mit dieser Formation kommt Heavy Man Ibou 2021 erstmalig in Europa auf die Bühnen. Mit fast ausschließlich eigenen Songs, Chansons, vielen Stücken neueren Datums wie „Ya Aye Tay“ über den „ganz besonderen Tag im Leben eines Mannes und einer Frau“. Oder Lo Berile, entstanden in Zusammenarbeit mit René, dem Gitarristen des legendären Orchestra Baobab, den traditonellen Tanz Gumbele zitierend. Mit Liedern über die großen Themen, Liebe, Krieg, Familie, Religion, Heimat, Bildung. Gesungen mit einer wunderbaren, einzigartigen Stimme. Zu Rhythmen, die Tanzen unvermeidbar machen.

Veranstaltet wird das bei jedem Wetter stattfindende Open-Air von dem gemeinnützigen Verein Vision Yamalè, der Rückkehrprojekte von Migranten im Heimatland fördert.  Für leckere Speisen und Getränke ist gesorgt.

Tickets gibt es bei allen bekannten Vorverkaufsstellen von München Ticket sowie über die Ticket-Hotline der Tourist-Info Aschau im Chiemgau, Tel. 08052 90490 (21,- € , ermäßigt 11,- € incl. Ticketgebühren) sowie an der Abendkasse (23,- €). Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren haben freien Eintritt. www.heavymanibou.com, www.vision-yamale.de.

Booking:

Bericht und Fotos: Tourist-Info Aschau i. Chiemgau

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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