Kultur

Im April: Klaviertage der Tiroler Festspiele

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Ein neues Format eines genussvollen Abends im modernen Festspielhaus: Verkostung ausgewählter Weine und Klaviermusik auf höchstem Niveau lassen sich nun an zwei Abenden im April bei den Tiroler Festspielen Erl erleben.

Drei Tage lang, von Freitag, 12.4. bis Sonntag 14.4, finden dieses Jahr die Klaviertage der Tiroler Festspiele Erl statt. In insgesamt fünf Konzerten können Sie die unterschiedlichsten Facetten des beliebten Tasteninstruments erleben.

Freitag und Samstag dürfen sich die Besucher*innen gleich auf zwei Konzerte freuen – am frühen Abend um 19:00 Uhr sowie um 22:30 Uhr auf ein Late-Night-Konzert. Für die Zeit zwischen den Konzerten haben sich die Tiroler Festspiele Erl unter dem Titel „Klavier & Cuvée“ nun ein besonderes Konzept überlegt: Besucher*innen des Late-Night-Konzertes sind herzlich eingeladen, bei stimmungsvoller Atmosphäre mit Kerzenlicht und Musik im Foyer bei atemberaubender Architektur ausgewählte Weine Österreichs zu verkosten und sich auf die wunderbare Klaviermusik einzustimmen. Die Weinverkostung und das Come Together mit Künstler*innen der Klaviertage sind hierbei im Ticketpreis des Late-Night-Konzertes mit inbegriffen.

Wer sich nicht entscheiden kann, kann mit dem Kombipaket, Konzert – Wein – Konzert für 40,00€ den Abend in Erl zu einem besonderen Event machen.

„Aus Liebe zum Klavier“

Die diesjährigen Klaviertage sind in enger Zusammenarbeit mit dem italienischen Pianisten Davide Cabassi entstanden. Seine Programmideen und seine Auftritte prägten den Spielplan der Klaviertage 2019, aber auch schon die Vergangenheit bei den Festspielen. Aber wie kommt es zu der Paarung Cabassi und Erl? Der Intendant der Tiroler Festspiele Erl Andreas Leisner hat sich mit dem Pianisten unterhalten.

Es ist eine 20-jährige Geschichte, geprägt von zahllosen Konzerten, die in der berühmten und jahrelang erfolgreichen Konzertserie „Cabassi and friends“ mündete. Alles begann mit einer Tournee der „Petite Messe Solennelle“ von Rossini, die – es schließt sich der Kreis – nun auch bei den Klaviertagen erklingt.

Das besondere an Cabassis Zugang zur Konzertplanung ist, dass er sich von dem althergebrachten Künstlertyp, dem „Einsiedler am Flügel“ wie er es nennt, komplett verabschiedet. Cabassi glaubt an die Arbeit des Teams, an das Bündeln von Intelligenz, Talent und jugendlichen Impulsen und an eine lebendige musikalische Familie. Das beinhaltet auch das Weitergeben von Erlerntem und Erarbeitetem an Jüngere, so wie es Cabassi durch seine Meister wie Leon Fleisher oder Rosalyn Tureck erfahren hat. Daher stellt er sich selbst nie in den Vordergrund, seine Ausdrucksform ist die Kommunikation mit anderen, der Dialog. Mit den Klaviertagen kuratiert Cabassi nun schon sein drittes Festival. Bei den „Klaviertagen“ feiert er das Klavier als Instrument, eine „Festa della tastiera“, wie er meint. Die gesamte Bandbreite des Repertoires wird erforscht, Musik aus allen Ländern ist dabei, Musiker aus aller Welt und jeden Alters (der Jüngste, Antonio Alessandri, ist gerade einmal 13 Jahre alt) teilen sich die Bühne.

„Beim ersten Spielen im Festspielhaus hat mich quasi der Schlag getroffen“, erzählt Cabassi. Die Akustik sei perfekt und bilde mit dem ausgezeichneten Fazioli-Flügel eine magische Einheit. Der Saal und das Instrument seien nicht nur perfekt, sondern forderten den Künstlern zu Höchstleistungen heraus, so Cabassi. Auf die Frage, warum er überhaupt Klavier spiele antwortet er knapp: „Aus Liebe“. Die Musik in ihrer Perfektion könne unsere hochkomplexe Welt erträglich machen, sie könne von Wahrheit und Licht sprechen, wenn wir den Überblick zu verlieren scheinen. Es ist also die Liebe zur Musik, aber auch – und das ist elementar für Cabassi – die Liebe zur Welt. Wenige können wie er Brücken bauen zwischen der Abstraktion der Musik und der Liebe zum Leben und zu den Menschen.

Beitrag und Bilder: Tiroler Festspiele Erl Betriebsges.m.b.H. (www.tiroler-festspiele.at)

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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