Leitartikel

Höhenmoos hat keinen Milchviehbetrieb mehr

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der Tag, an dem ein Landwirt seine Kühe abgeben muss, gehört wohl mit zu den schlimmsten Tagen im Leben eines Bauern. In Höhenmoos im Landkreis Rosenheim hat jetzt der letzte Milchviehbetrieb des Dorfes aufgehört.  4 Uhr morgens. Es ist noch dunkel in Höhenmoos. Die Melkmaschine surrt. Und das zum allerletzten Mal, denn in gut einer Stunde werden die Kühe von Bauer Sepp Unterseher abgeholt, denn er gibt seine Landwirtschaft auf.

Schlimme Nächte für Bauer Unterseher 

Zwei Nächte lang habe er nicht geschlafen. Schlimm sei das Ganze, bilanziert der Landwirt. Der 54-Jährige hat sich nach reiflicher Überlegung bewusst dafür entschieden, mit der Landwirtschaft aufzuhören. Nichtsdestotrotz ist das für ihn ein hochemotionaler Tag.

“Wie auf einer Beerdigung”

Als Sepp Unterseher sich in seinem Stall umsieht, kommt die eine oder andere Träne. Man könne sich das vorstellen wie auf einer Beerdigung. Das sei alles nicht leicht, aber es müsse weitergehen, meint er.  Unterseher weiß, dass seine Art der Kuhhaltung, die Anbindehaltung, keine Zukunft mehr hat. Eine Alternative sah der 54-Jährige für sich nicht.

Bericht und Foto: Dagmar Bohrer-Glas/ BR Studio Rosenheim

Der Film-Beitrag wurde in der jüngsten Sendung “Unser Land” ausgestrahlt und ist in der Mediathek des BR zu sehen.

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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