Natur & Umwelt

Heuer Rekordbaumbestellung beim Obst- und Gartenbauverein

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Jedes Jahr führt der Obst- und Gartenbauverein Prien und Umgebung eine Sammelbestellung für Streuobstbäume durch. Gut 100 Stück junge Obstbäume werden dadurch jedes Jahr in Prien und Umgebung neu gepflanzt. Bei der diesjährigen Herbstbestellung konnte der Obst- und Gartenbauverein Prien und Umgebung e.V. mit 120 bestellten Streuobstbäumen eine Rekordzahl an Obstbaum- und Strauchbestellungen verzeichnen.

 Die größte Bestellung mit 27 Bäumen ging in diesem Jahr zum Wastlhof nach Prien, Elperting. Landwirtin und Obst- und Gartenbauvereins Mitglied Maria Riepertinger ist vom dreifachen Nutzen der Obstbäume überzeugt: „Mit den verschiedenen Obstsorten leisten wir einen Beitrag zu Artenschutz- und Biodiversität, unsere Hühner bekommen Schutz vor dem Hühnerhabicht und wir können in einigen Jahren schmackhaftes, unbehandeltes  Obst ernten.“ Die von ihr bestellten Bäume sind sogenannte Buschbäume verschiedenster Sorten, wie z.B. Roter Boskop, weißer Klarapfel, Zwetschen, Quitten u.a. Die Bäume erreichen eine maximale Wuchshöhe vom drei bis vier Metern und können im Gegensatz zu Halb- oder Hochstämme schon wenige Jahre nach der Pflanzung Früchte tragen und sind relativ einfach zu ernten. Eine Fördermöglichkeit besteht bei Buschbäumen nicht.

Beim Ortstermin in Elperting besichtigten Priens Bürgermeister Andreas Friedrich mit der aus einer Landwirtschaft und Obsterzeugung stammenden Gemeinderätin Rosi Hell und Umweltreferentin Angela Kind die Neupflanzung. „Wir bedanken uns im Namen der Gemeinde beim Obst- und Gartenbauverein, sowie bei all unseren Obstgartenbesitzern. Ich möchte auch herausstellen, dass derartige Aktionen beweisen, dass unsere Landwirte aktive Umweltschützer sind. Unsere regionale Landwirtschaft ist sehr wichtig für die Artenvielfalt.  Landwirtschaft und Umwelt funktionieren nur Hand in Hand.“, betont Friedrich und freut sich besonders, dass auf seinem Gemeindegebiet neue Streuobstwiesen entstehen, zumal Riepertinger vorwiegend alte Obstsorten angepflanzt hat, wie z.B, den Apfel Holzollinger Rambour. „Auch wenn ich aus einem Betrieb mit Obstanbau stamme, kenne ich nicht alle Sorten“ gesteht Riepertinger. „Damit ich die Sorten über die Jahre nicht vergesse, habe ich gleich Sortenschilder beim 2. Vorstand des Obst- und Gartenbauvereins mitbestellt“, so die Bäuerin. Ernst Wörtz gravierte die Schilder in mühevoller Handarbeit und liefert die Metallschilder auf Bestellung gegen eine kleine Gebühr gleich mit.

Christa Angerer, Schatzmeisterin des Obst- und Gartenbauvereins sieht in der diesjährigen Rekordbestellung ein hoffnungsvolles Zeichen, dass sich die Menschen wieder stärker auf die Natur besinnen. „Vielleicht hat Corona das Bewusstsein für die Arten- und Sortenvielfalt vor der eigenen Haustür und im eigenen Garten wieder gestärkt. Einheimische Sträucher und alte Obstsorten erfreuen nicht nur die Gartenbesitzer, sie sind auch ein wichtiger Lebensraum für Insekten, Vögel und Igel.“ Mitglieder des Gartenbauvereins können die kostengünstige Bestellmöglichkeit jedes Jahr im Herbst nutzen. Der Verein veranstaltet darüber hinaus regelmäßig Kurse zu Baumpflegearbeiten, unternimmt Apfelwanderungen und organisiert kompetente Referenten für die Vereinsversammlungen. Im Frühjahr brauchen die Jungbäume einen Pflanzschnitt, hier Veranstalten wir alljährlich einen Obstbaumschnittkurs. Neumitglieder sind bei uns immer herzlich willkommen.“ so Angerer.  Informationen hierzu gibt es bei 1. Vorstand Felix Perl unter Tel. 08051 3787 und  Christa Angerer unter Tel. 08051/628 30.

Fotos und Bericht: Sylvia Habl und Maria Riepertinger Tel. 08051 1813

Auf den Fotos (vor dem Teillockdown): 1. Die Obst- und Gartenbauvereinsmitglieder Sylvia Habl und Maria Riepertinger mit 2. Vorstand Ernst Wörtz und Schatzmeisterin Christa Angerer. An den Neupflanzungen Priens Bürgermeister Andreas Friedrich mit den Gemeinderätinnen Rosi Hell und Angela Kind, sowie Gartenbauvereinsvorstand Ernst Wörtz, Schatzmeisterin Christa Angerer, sowie die Vereinsmitglieder Maria Riepertinger und Sylvia Habl-

2. Gartenbauvereinsvorstand Ernst Wörtz mit einem von ihm gravieren Schild zur alten Obstsorte Holzollinger Rambour

 

 

 

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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