Kirche

Große Trauer um Klara Schlosser

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

„Die Freude und das Lächeln sind der Sommer des Lebens“ – diesen Spruch stellte Pfarrer  Peter Bergmaier an den Anfang seiner Trauerworte für Klara Schlosser aus Prien-Stetten. Diese verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit und nach einem erfüllten Leben im Alter von 84 Jahren und der vorgenannte, an ihrem Wohnhaus angebrachte Spruch ist auch sinnbildlich für das Leben der Verstorbenen, das reichlich an Talenten und guten Taten war.

Wie sehr Klara Schlosser bis ins hohe Alter und bis zu ihrer Krankheits-Diagnose im Januar aktiv und gesellschaftlich eingebunden war, zeigte der überaus starke Kirchgang bei ihrer Dankandacht und tagsdarauf beim Auferstehungs-Gottesdienst, bei dem die vielen Trauernden nicht alle in  der Pfarrkirche „Christkönig“ von Wildenwart Platz fanden. Pfarrer Bergmaier bezeichnete die Verstorbene als lebensfrohe, tiefgläubige und zielstrebige Persönlichkeit mit den drei Säulen des Lebens in Form von Glaube, Hoffnung und Liebe. Klara  wuchs als zweites von sechs Kindern auf dem Grieblingerhof bei Prien auf, bereits mit fünf Jahren wurde sie eingeschult und mit 13 Jahren konnte sie die Schule verlassen. Den Aufgaben im Haushalt für Familie und vor allem für die jüngeren Geschwister folgten in den Wintermonaten 1958/1959 ein Koch-Lehrgang im Kloster St. Zeno in Bad Reichenhall. Zeitlebens waren Nähen, Wandern, Blumen und Garten Merkmale ihres Tuns, ihre Leidenschaften gab sie mit ihrem Ehemann Leopold an die fünf Kinder, 14 Enkelkinder und 7 Urenkelkinder weiter. Nie klagend, aber immer kreativ wandte sie sich nach dem Erwachsenen-Werden ihrer Kinder beruflich und bis zur Rente den Aufgaben in der Priener Kurklinik Kronprinz zu, erlernte das Zitherspielen und schloss sich der Priener Liedertafel an. Die musikalische Gestaltung in der Kirche übernahmen der Chiemseewinkl-Dreigsang sowie die Saitenmusik von Brigitte Buckl von der Musikschule Prien. Pfarrer Bergmaier bedankte sich zum Schluss bei der großen Familie Schlosser, dass sie in bewundernswerter Weise seit der Krankheitsdiagnose der nunmehr Verstorbenen viel Liebe zurückgegeben und ihr ein umsorgtes Zuhausebleiben mit Unterstützung des Jakobus SAPV Rosenheim e.V.  ermöglicht hat.

Aktives Trachtendirndl, Röckefrau, Musikantin und Sängerin

Von 1956 an war Klara Schosser aktiv beim Priener Trachtenverein. Dessen stellvertretender Vorstand Lorenz Obermüller dankte für die Vereinstreue bis zuletzt und erinnerte an zahlreiche Ehrungen. Dem Trachtenverein „Daxenwinkler“ Atzing gehörte sie seit ihrer Hochzeit 1967 als Röckefrau an. Darüber hinaus – so Vorstand Konrad Huber bei seinem Nachruf am offenen Grab – war sie 25 Jahre eine verlässliche Schriftführerin, sie übersetzte in mühevoller Arbeit Chroniken in altdeutscher Schrift und sie brachte sich auch mit Loiferl-Stricken ein. Aufgrund ihrer vielen Verdienste wurde sie vom GTEV „Daxenwinkler“ mit der Ehrenmitgliedschaft bedacht und der Chiemgau-Alpenverband verlieh ihr das Gauverdienstzeichen in Gold. Lothar Rechberger von der Liedertafel erinnerte daran, dass Klara Schlosser bei einem Festsaal-Auftritt mit ihrem Zither-Quartett in der Priener Partnerstadt Valdagno auftrat. Mit einem Bergsteigerlied dankte die Liedertafel der leidenschaftlichen Bergwanderin und ihrer langjährigen Sängerin, die noch vor wenigen Monaten für 25jährige Tätigkeit als Notenwartin zum Ehrenmitglied ernannt worden war. Weisen von Wildenwarter Blasmusikanten gestalteten den letzten irdischen Gang von Klara Schlosser auf dem Wildenwarter Friedhof. Auch die Katholische Frauengemeinschaft verabschiedete sich wie die Trachtenvereine von Prien und Atzing von ihrem langjährigen Mitglied mit einer Fahnenabordnung.

Foto: Klara Schlosser

Foto 2: Persönliche Erinnerungen an Klara Schlosser in der Pfarrkirche Wildenwart bei Andacht und Trauerfeier

 In Dankbarkeit (vom Sterbebild)

Familie, Gart´n, Bleame – a schen´s G´wand
Für ois a fleißige – g´schickte Hand
G´lebter Glaube, Brauchtum – Musi und G´sang
A des Ziel der letzt´n Wanderung – im aufrecht´n Gang.
Sei Dank für oll des Guade – in deim Le´m,
möge der Herrgott den Himmelslohn dafür ge´m.

Redaktion

Toni Hötzelsperger

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