Kirche

Gottesdienste und Kräutersegnungen zu Mariä Himmelfahrt

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Mit feierlichen Gottesdiensten und Kräutersegnungen begehen Katholiken am Samstag, 15. August, das Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel. Es wird auch Mariä Himmelfahrt oder Frauentag genannt und gilt als wichtigstes unter den Marienfesten. Traditionell werden zu Sträußen gebundene Kräuter gesegnet, die Gläubige zu den Gottesdiensten mitbringen. Mehr als 100 Kirchen im Erzbistum München und Freising feiern an diesem Tag auch ihr Patrozinium.

Anlässlich des Patroziniums der Wallfahrtskirche Maria Eich in Planegg feiert der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, um 11 Uhr einen festlichen Gottesdienst mit Segnung der Kräuterbuschen, bei schönem Wetter am Freialtar. In der Messe spielt die Blasmusik Schöngeising. Für den Gottesdienst stehen unabhängig von der Witterung nur begrenzt Plätze zur Verfügung, daher ist eine Anmeldung erforderlich am Freitag, 14. August, von 10 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr unter Telefon 089/895623-15.

Im Münchner Liebfrauendom feiert Domdekan Lorenz Wolf um 10 Uhr einen Festgottesdienst. Solisten der Capella Cathedralis singen die Messe und die Motette „Assumpta est Maria“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina. Einlass ist mit begrenzter Platzzahl ab 9.30 Uhr. Der Gottesdienst wird unter www.erzbistum-muenchen.de/stream sowie auf dem Facebook-Kanal der Erzdiözese live übertragen. In Maria Ramersdorf im Münchner Südosten und in St. Maria Thalkirchen nahe dem Münchner Tierpark wird jeweils um 10 Uhr mit einem Gottesdienst der traditionelle Frauendreißiger eröffnet. Bis zum Fest Kreuzerhöhung am 14. September finden dann täglich Wallfahrtsandachten und Pilgermessen statt. Für die Feiern in Thalkirchen ist eine Anmeldung über das Pfarrbüro unter Telefon 089/742844-0 erforderlich. In Ramersdorf findet vor Ort jeweils ein Einlass entsprechend der noch freien Plätze statt.

Der Brauch der Kräuterweihe geht auf eine Erzählung des Johannes von Damaskus zurück, der als Mönch um 700 im Kloster Mar Saba bei Jerusalem lebte. Laut dieser Erzählung erfüllte „wundersamer Kräuterduft“ das Grab Marias. Auch aus dem 14. Jahrhundert ist eine Legende überliefert, wonach die Grabtücher, in die der Leichnam Marias gewickelt wurde, „gleich Balsam und der Blume der Lilien“ dufteten. Vor diesem Hintergrund werden in Bayern zu Mariä Himmelfahrt die zu Sträußen zusammengebundenen Kräuter gesegnet. Bei der Kräutersegnung wird über die Fürsprache Marias Gottes Heil erbeten. Darin drückt sich nicht nur die Achtung vor der Schöpfung aus, die Heilkraft der Kräuter symbolisiert auch die liebende Zuwendung Gottes zu den Menschen.

Traditionell werden lebensnotwendige und heilkräftige Pflanzen wie Brotgetreide, Heil- und Gewürzpflanzen eingebunden. Vor allem im Oberland wird in der Mitte eine Königskerze eingefügt. Hinzu kommen Rohrkolben und Rainfarn sowie Heilpflanzen wie Johanniskraut, Salbei, Schafgarbe und Kamille. Als Gewürzpflanzen gehören Majoran, Thymian, Bohnenkraut, Minze und Liebstöckl in den Strauß, daneben die Hauptgetreidearten Hafer, Gerste, Weizen und Roggen. Oft wird der Kräuterbuschen auch mit Blumen aus dem sommerlichen Garten und einer Rose, dem Symbol für Maria, geschmückt. Gerade in bäuerlichen Familien werden die Kräuterbuschen kopfüber an einem schattigen Ort aufgehängt, getrocknet und später im Herrgottswinkel aufgesteckt. (kbr)

Bericht: Erzbischöfliches Ordinariat

Foto: Hötzelsperger – Kräuter mit der Pfarrkirche “Christkönig” in Wildenwart

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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