Gastronomie & Wirtschaft

Gespräch mit Bernaus neuer Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Seit 1. Mai ist Irene Biebl-Daiber neue Chefin im Bernauer Rathaus. In einer Stichwahl wurde sie zur Nachfolgerin von Philipp Bernhofer gewählt. Die Redaktion des BERNAUER sprach mit der neuen Bürgermeisterin über ihre Ziele und zeigt sie auch von ihrer privaten Seite und stellte den Beitrag den Samerberger Nachrichten zur Verfügung.

Frage: Was waren Ihre ersten Gedanken, als feststand, dass Sie die Stichwahl gewonnen haben?

Irene Biebl-Daiber: „Es ist kein Sekt im Haus!“ – Aber es durfte ja eh keiner kommen… Aber im Ernst: Ich habe mich natürlich unglaublich gefreut.

Frage: Wie schwer fiel es Ihnen, Ihr Amt als Gymnasiallehrerin aufzugeben?

Irene Biebl-Daiber: Ich habe gern in meinem Beruf als Lateinlehrerin und Schulpsychologin gearbeitet. Wegen meinen Schülern und Kollegen, und weil ich mich wegen der Corona-Situation gar nicht richtig verabschieden konnte, bin ich durchaus mit dem berühmten weinenden Auge gegangen, gleichzeitig aber auch mit einem lachenden, weil ich mich auf meine neue Aufgabe sehr gefreut habe. Was mir nicht fehlen wird, ist der weite Fahrtweg täglich nach Altötting. Bürgermeisterin einer so schönen Gemeinde sein zu dürfen, ist aber schon etwas ganz Besonderes.

Frage: Wie steht Ihre Familie zu der neuen Aufgabe?

Irene Biebl-Daiber: Mein Mann Christian steht absolut hinter mir und unterstützt mich. Sonst könnte man so eine verantwortungsvolle Aufgabe auch gar nicht übernehmen.

Frage: Gibt es eine Art „Crash-Kurs“ für angehende Neu-Bürgermeister?

Irene Biebl-Daiber: Es gibt viel „kaltes Wasser“, in das man springen muss, da die üblichen Infoveranstaltungen wegen Corona abgesagt werden mussten. Was mir aber unheimlich hilft, ist die Erfahrung im Gemeinderat aus den letzten zwölf Jahren und dass ich praktisch mit den allermeisten Themen vertraut bin, die im Moment anstehen. Aber klar: Ich setze auch auf eine funktionierende Verwaltung und freue mich, in zahlreichen Gesprächen mit den Bernauern und Hittenkirchnern täglich dazuzulernen.

Frage: Welches Thema oder Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen?

Irene Biebl-Daiber: Die Corona-Krise diktiert uns derzeit leider die Agenda. Deshalb steht im Mittelpunkt, dass unsere Gemeinde und die Bürgerinnen und Bürger möglichst gut darüber hinwegkommen. Besonders liegt mir aber die Kommunikation mit den Menschen am Herzen. Da will ich mir einiges überlegen, was man noch besser machen kann.

Frage: Welche begonnen Projekte Ihres Vorgängers werden Sie weiterführen, welche nicht? Und welche werden Sie neu anstoßen?

Irene Biebl-Daiber: Die großen Themen werde ich natürlich weiterführen: Radweg Priener Straße, Hitzelsberg, Drogeriemarkt beim Aldi, Fortentwicklung Chiemseepark Felden…. Neu anstoßen möchte ich die schrittweise Aufwertung der Chiemseestraße, die Sanierung des Strandbades und das Gesamtkonzept Grundschule. Allerdings lässt sich im Moment aufgrund der Corona-Situation sehr schwer sagen, was wir uns als Gemeinde in den nächsten Jahren finanziell leisten können, weil die Krise große wirtschaftliche Auswirkungen haben wird.

Frage: Was wünschen oder erhoffen Sie sich von den Bernauer Bürgerinnen und Bürgern?

Irene Biebl-Daiber: Ich wünsche mir ein gutes Miteinander, Offenheit, Verständnis füreinander und Zusammenhalt. Die Rathaustüren stehen allen offen. Ich freue mich über Besuche und Ideen. Ich habe schon in den letzten Wochen sehr viel in den Gesprächen dazulernen dürfen. Das ist für mich ein ganz großer Wert.

Frage: Was machen Sie in Ihrer Freizeit und was haben Sie für Hobbies?

Irene Biebl-Daiber: Ich bin gern in den Bergen unterwegs oder, soweit das zeitlich geht, bei meinem Pferd Chequito. Sonst trifft man mich auch oft am See oder unterwegs mit der Bernauer Musikkapelle. Im Sommer findet man mich auch gern mal mit einem guten Buch und unseren Katzen „Söder“ und „Schröder“ im Garten.

Frage: Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, welcher wäre das?

Irene Biebl-Daiber: Es wäre schön, wenn wir alle möglichst schnell – sobald es die Situation zulässt – wieder in unser „normales“ Leben ohne Corona zurückkehren könnten – ohne Gesundheitsrisiken oder Einschränkungen für die Familien, Vereine oder Firmen.

Danke für das Interview.

Bericht: Der BERNAUER – Gemeindezeitung für Bernau a. Chiemsee

Fotos: Privat

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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