Kirche

Geschichtsreiches Wildenwarter Marterl wieder restauriert

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Das sogenannte „Weiße Marterl“ von Wildenwart erstrahlt wieder in neuer Frische nachdem notwendige Restaurierungen und Ausbesserungen notwendig waren. Betreut wird das sakrale Kleinod an der Straße nach Brandenberg von der ortsansässigen Familie Bohrer. Rosa Bohrer, rüstige Austragsbäuerin vom Schmied-Hof freute sich nach Abschluss der Arbeiten über die vielfach erfahrene Unterstützung und wusste bei einem Vorort-Termin viel über das Marterl zu erzählen.

Das „Weiße Marterl“– wie Rosa Bohrer erinnerte – geht zurück auf eine tragische Begebenheit vor über 200 Jahren. Nach mündlichen Überlieferungen wurde es im ausgehenden 18. Jahrhundert von der Herrschaft des Schlosses Wildenwart als Sühnedenkmal für den Mord an einen Schmiedegesellen aus Wildenwart am sogenannten alten Dreiweg zwischen Wildenwart, Prutdorf und Brandenberg errichtet. Der Schmiedegesell soll erschlagen worden sein. Ihm zum Gedenken wurde das heute unter Denkmalschutz stehende Marterl erbaut. Als an der ursprünglichen Marterl-Stelle der Wildenwarter Kreisel errichtet wurde, zog das Marterl einige Meter weiter. Es bekam an der Straße Richtung Röselsberg und Brandenberg erneut einen Platz auf einem Grund der Schmied-Familie, die auch fortan in guter und alter Tradition die Betreuung übernimmt. Als die Umsetzung im Jahr 2005 notwendig wurde, spendierte Herzogin Elisabeth eine Linde, die hinter dem Marterl gepflanzt wurde. Nun kam aber das kostbare Bauwerk in die Jahre und die Schmid-Familie organisierte eine Restaurierungsaktion. Erste Anlaufstelle war Ehren-Oberleutnant Paul Panzer von der Priener Gebirgsschützen-Kompanie. Panzer hat schon viele Restaurierungen im Ehrenamt bei sakralen Objekten und Bauten vorgenommen und stellte sich auch für das Wildenwarter Marterl wieder zur Verfügung. Seine Aufgabe war es, die von einer nicht genannt werden wollenden Frau zur Verfügung gestellte Mutter Gottes sowie die vom Wildenwarter Mesner Georg Kronast gespendeten Engels-Figuren farblich aufzufrischen und dem gesamten Marterl einen neuen Außenanstrich zu geben. Unterstützt wurde das Vorhaben der Bohrer-Familie auch vom Priener Glasermeister Sepp Stöttner, der für ein Sicherheits-Plexi-Glas sorgte und dieses für das gute Werk stiftete. „Ein kleines Bankerl vor dem Marterl soll zum Niedersitzen und Innehalten einladen, denn der Platz vom Marterl bietet viele schöne Ausblicke hinüber zur nahen Kirche Christkönig-Wildenwart und in die Chiemgauer Bergwelt“ – so das Anliegen von Rosa Bohrer, die sich mit ihrer Familie über die erfahrene Unterstützung „ihres“ Marterls sichtlich freute.

Fotos: Hötzelsperger – 1. Rosa Bohrer  und Paul Panzer vor dem „Weißen Marterl“ von Wildenwart (rechts dahinter der Weiler Röselsberg). 2. Das Marterl, u.a. mit Blick zur Kirche Christkönig 3. Mutter Gottes, 4. Paul Panzer bei den Malerarbeiten.

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Samerberger Nachrichten

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!