Natur & Umwelt

Gedanken zum Monat November

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Unser Ziel ist der Himmel! – Gedanken von Schwester Juliane vom Pfarrverband Westliches Chiemsee-Ufer.

Neulich habe ich mit jemandem über den Monat November gesprochen und gefragt: „Ist der Monat November nicht ein schwieriger Monat – mit Allerseelen und Grabbesuch, dann noch das trübe Wetter…?“. Ich bekam folgende Antwort: „Nein, der Monat November ist für mich der beste Monat. Ich habe in diesem Monat Geburtstag!“. Diese Person hat auch Recht! Wenn der Herbst langsam zum Winter übergeht, denken wir als Christen über das Vergehen dieser weltlichen Reise nach und damit auch über den schmerzhaften Verlust von lieben Angehörigen, die eine große Lücke in unserem Leben hinterlassen haben. In unseren Gottesdiensten erinnern wir uns wehmütig daran, wenn wir die Namen der Verstorbenen des letzten Jahres vorlesen, Ihrer gedenken und für Jede/n eine Kerze anzünden.

Die Natur lebt in einem Kreislauf und diesen nehmen wir hautnah wahr, wenn die Jahreszeiten Herbst – Winter – Frühling – Sommer ein ganzes Jahr mit ihren jeweiligen Eigenschaften und ihrer ganz eigenen Pracht füllen. Vergleichbar mit dem Zyklus der Jahreszeiten leben in den indischen Religionen, wie Hinduismus und Buddhismus, der Mensch und der Kosmos auch in einem Kreislauf: Geburt – Leben – Sterben – Geburt. Eine wiederkehrende Lebensweise ist für diese asiatischen Religionen auch eine Strafe, nicht nur eine Tatsache. Jeder Hindu und jeder Buddhist will doch von diesem Kreislauf des Lebens und des Vergehens befreit werden. Deshalb muss er sich immer mehr von seinem Karma, der Last des früheren Lebens, lösen.

Das Christentum hat dagegen eine andere Philosophie. Auch wenn die Natur einem Kreislauf unterliegt, lebt ein Christ in einer linearen Lebensweise. Er wird nur einmal geboren und geht mit dem Tod endgültig zurück. Ihm ist bewusst, dass er in seinem einen Leben nicht alles vollbringen kann. Aber Gott fängt den Menschen mit seiner großartigen Liebe auf und lässt ihn nicht im Kreislauf der Natur, sondern rettet die Seinen durch seine Gnade und lässt sie so Erlösung finden.

Ehrlich gesagt ist die christliche Philosophie für mich, als in Indien geborene Tamilin, sinniger und ermutigender. Deshalb muss ich im Monat November nicht nur an die Vergänglichkeit der Natur und des menschlichen Lebens denken, sondern freue mich über das Leben hier und jetzt und auf das ewige Leben bei Gott in Vollkommenheit.

Ich wünsche Ihnen und Euch eine gesegnete Zeit! Ihre Sr. Juliane

(Bericht entnommen dem Pfarrbrief vom Pfarrverband Westliches Chiemseeufer)

 

Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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