Brauchtum

Gauverband 1 übergibt Archiv- und Inventar-Stadl seiner Bestimmung

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Von Franz Krammer – Nach jahrelangen Vorarbeiten und unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit von Helfern aus dem gesamten Gaugebiet ging nun ein lange gehegter Wunsch von Gauvorstand Peter Eicher und seiner Vorstandschaft in Erfüllung. Am Samstag den 5. September 2020 konnte der neue „Gaustadl“ in Schlipfing in der Gemeinde Bergen endlich seiner Bestimmung übergeben werden. Nun können die verschiedenen Sachgebietsleiter/innen ihre zu archivierenden Unterlagen in zeitgemäßer Form im Obergeschoß des Stadls unterbringen und auch für das umfangreiche Werbematerial und den Anhänger des Gauverbandes ist im Erdgeschoß ausreichend Platz vorhanden.
Zur feierlichen Einweihung des Gebäudes waren auf Einladung von Gauvorstand Peter Eicher nicht nur die vielen freiwilligen Helfer und Spender, Grundstücksbesitzer Martin Heigermoser und die Nachbarsfamilie Schweiger  gekommen, auch der Vorsitzende des Bayerischen Trachtenverbandes Max Bertl gab dem Gauverband 1 die Ehre. In seiner Begrüßungsrede ging Peter Eicher noch einmal auf die langwierige Suche nach einem geeigneten Grundstück ein, dass ungefähr in der Mitte des großen Gauverbandes liegen sollte. Dank Martin Heigermoser, dem Vorstand des GTEV Bergen habe man schlussendlich einen idealen, verkehrsmäßig gut angebundenen Platz gefunden und für Jahrzehnte sichern können. „Es war nicht nur ein lange gehegter Wunsch, sondern eigentlich eine dringende Notwendigkeit, die durch die Mitarbeit vieler fleißiger Hände und die Hilfe von Spendern und Unterstützern heute eine würdigen Abschluss findet“, betonte Eicher. Neben der Unterstützung durch den Traunsteiner Landrat Siegfried Walch und die Gemeinde Bergen mit Bürgermeister Stefan Schneider hob er besonders die großzügige Unterstützung durch die „Eva Mayr-Stihl – Stiftung“ hervor und bedankte sich bei den vielen Handwerksbetrieben aus dem Gaugebiet, die mit Werkzeug und Maschinen aber auch Preisnachlässen und Rabatten das Bauvorhaben unterstützt hatten. Trotzdem musste der Verband noch über 90.000 Euro für den Stadlbau aufbringen. Fast ein ganzes Jahr war seit dem Baubeginn am 19. September 2019 ins Land gegangen, in dem unzählige Handwerker aus den Reihen der Trachtler bei den Erd- und Betonarbeiten, bei den Mauerer- und Zimmerarbeiten, beim Treppenbauen und Verschalen, beim Fenstersetzen und den Elektroarbeiten ebenso fleißig und unentgeltlich am Werk waren wie beim Pflasterverlegen oder der Innenausstattung mit Bodenbelägen, Malerarbeiten und Regalbauten.
Mit dem Segen von Bruder Christian konnte der „Gaustadl“ nun offiziell seiner Bestimmung übergeben werden. Der Geistliche aus dem nahen Kloster Maria Eck erinnerte mit einer kurzen Geschichte über den „besonderen Raum der Liebe“, in dem sich Liebe und Vertrauen auf die Suche nach Heilung und Gemeinschaft begeben, an die Verantwortung der Trachtler für den Fortbestand von guten Traditionen, christlichem Glauben und die Werte von Heimat und Gemeinsamkeit. „Macht weiter so, dieses in guter Gemeinschaft entstandene Werk kann euch Mut und Schwung für die Zukunft geben“, ermunterte der Pater die Trachtler und macht sich dann segnend mit den drei Gauvorständen auf den Weg durch das Gebäude. Auch die an der Ostseite angebrachte Ruhebank mit dem Blick in die Chiemgauer Berge und einer Informationstafel über den Gauverband, erhielten den Segen des Priesters.
Stellvertretender Gauvorstand Miche Hauser und Gebietsvertreter Alfred Gehmacher übernahmen gemeinsam ein besonderes „Vergelts Gott“ an Gauvorstand Peter Eicher. „Dieser Archivbau war eine Herzensangelegenheit vom Peter“ verdeutlichte Hauser und hob den Enthusiasmus und die Energie hervor, mit der der Gauvorstand an die Verwirklichung und Umsetzung des Bauvorhabens herangegangen war. Gehmacher überreichte dem unermüdlichen Organisierer und Antreiber mit humorvollen Worten ein Fotobuch über den Verlauf der Arbeiten und einen Gutschein „als kleinen Dank für deine unermüdliche Tatkraft“.
Extra aus dem Allgäu angereist war der Vorsitzende des Bayerischen Trachtenverbandes Max Bertl aus Wildsteig. Mit einem wunderschönen Kreuz aus Altholz, das ebenfalls von Bruder Christian den Segen erhielt, verband er seinen Dank an die Verantwortlichen und Trachtler/innen des großen Gauverbandes 1 für das Eintreten für Heimat und Brauchtum. „Man sieht, dass es bei euch im Gauverband 1 einfach passt. Alles Gute und viele positive Ideen aus diesem Haus für die Zukunft“, wünschte Max Bertl abschließend und zeigte sich guter Hoffnung „dass die Einschränkungen leichter werden und dass sich bald wieder was Rühren kann in den bayerischenTrachtenvereinen“.

Bericht und Fotos: Franz Krammer

Firmendank – Die Gauvorstandschaft bedankt sich sehr herzlich bei nachfolgenden Firmen für die unkomplizierte Zusammenarbeit und großzügige Unterstützung bei den Bauarbeiten zum neuen Gaustadl in Bergen.

Lampersberger Gmbh  Erdbau                 Chieming
Zach GmbH  Baumeisterarbeiten             Weißbach a. d. Alpenstraße
Holzbau Stenger  Zimmerei                       Waldkraiburg

mit Bauleiter Hans Ziegelgänsberger – Vorstand aus Peterskirchen
Elektrotechnik Hölzle Gmbh & Co. KG     Erlstätt
Elektro/Heizung Thomas Hunglinger       Grabenstätt
Josef Angerer Fliesenlegerfachbetrieb    Bischofswiesen

Ein herzliches Vergelts Gott gilt auch der Nachbarsfamilie Schweiger für das große Verständnis und die nachbarschaftliche Unterstützung.

Zu den Bildern:
Segnung DSCF6337: Die drei Gauvorstände und Br. Christian bei der    Segnung des Gebäudes im OG
Dank P.E. DSCF6344:  Wast Gasteiger, Miche Hauser und Alfred Gehmacher bedanken sich beim Gauvorstand für seinen unermüdlichen Einsatz
Kreuz/Bertl DSCF6351: Max Bertl übergibt Peter Eicher ein Kreuz aus Wildsteiger Altholz als Segen und Schmuck für das neue Haus
Aussenansicht DSCF6430: Die Aussenansicht des Gaustadels von Westen

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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