Gaufest 2017 in Atzing, 30.7.2017

Wir veröffentlichen hier die Predikt von Pfarrer Klaus Hofstetter vom Festgottesdienst beim Gaufest in Atzing:

 

Bibl. Texte vom 17. Sonntag im Jahreskreis:

Lsg: 1 Kön 3,5.7-12 * Evg: Mt 13,44-51

– „jeder, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt“

Predigt:

– ihr, liabe Trachtlerinnen und Trachtler, habt’s heit morg’n eier Tracht hervorg’holt – oder wahrscheinlich war’s bei vui scho parat g’leg’n vo de letzt’n Tag

– Hand auf’s Herz: wer vo eich hat heit morg’n a sei smartphone oder sei Handy hervorgeholt und in sei Hosentasch‘n oder in sei Handtasch‘n eine g’steckt?

– „Laptop und Lederhose“ – a bekannter Spruch

– 1998 geprägt von unser’m Bundespräsidenten Roman Herzog 1998

– der Spruch steht dafür, dass in der Entwicklung Bayerns vom Agrarland zum High-Tech-Staat die Verbindung vo Tradition und Moderne b’sonders ‘glückt is

– heut müssat ma sag’n:

„Tablet und Lederhos‘n – Smartphone und Dirndl“

– ja, a der Herr Pfarrer hat oans unter sei‘m Messg’wand

– „Altes und Neues hervorhol’n, des macht an Christen aus“, sagt uns Jesus im heitigen Evangelium…

– i find, des passt a guat zum heitigen Fest

– in der Festschrift habt’s ihr vom Atzinger Tracht‘nvorstand g’schrieb’n:

„In Zeiten raschen Wertewandels erfahren Traditionsvereine eine besondere Bedeutung. Sie stehen gleichermaßen für eine gesunde Verbundenheit zur Heimat, die Weitergabe sinnvollen Brauchtums und die Vermittlung eines wertorientierten Zusammenlebens. Darüber hinaus dürfen sie sich einem offenen Umgang mit vernünftigen Veränderungen nicht verwehren“

– ja… des is gar ned so oafach

– a die Kirch is in am mortz Umbruch, die Gesellschaft verändert sich

– des geht an koam vo uns spurlos vorüber, a am Trachtenverein ned

– und des kann a ganz scheene Zerreißprobe sein

– mir kennan des doch alle:

da gibt’s de oana, die sag’n: „des war scho oiwai so…“ und de andern: „lasst’s uns doch was ganz was neis ausprobier‘n“

– wenn ma des oane oder a des andere absolut stellt, dann wird’s schwierig

– und: g’spür ma des ned a in uns selber?

a moi was neis wag’n, aus eingefahrenen Gleisen ausbrechen…

– und des ned bloß in der Pupertät…

– in oam vo unsere Trachtenverein is a Bua, derr kimmt aus Asien und des siegt ma eam a o

– für mi is des gelungene Integration, Einbindung in unser Hoamat

– Jesus stellt des ois was wichtig’s raus, ois a Weisheit: Oids und Neies z’sam

– ned um des Neuen willen, sodner weil i was entdeckt hab, was a großer Schatz in mei’m Leben is, und für es si lohnt, so manch Liebgewordenes (Gewohnheiten, Anhänglichkeiten) über Bord zu werfen und abzulegen – jede und jeder vo uns, der scho moi verliebt war – oder is – kennt des und is zu vielem bereit, was er oder sie sonst nia macha tat

– „Oids und Neies z’sam“

– wia des geh ko, dazu gibt uns die Lesung aus’m 1. Buch der Könige an wertvollenHinweis

– da werd uns verzählt vom Salomo, der scho in jungen Jahren König werd’n soll:

„Dein Knecht steht mitten in deinem Volk“

– erlaubt’s mir an kurzen Abstecher für alle Politer/innen, für alle, die wo Verantwortung trag’n in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, und a in der Kirch:

„Dein Knecht steht mitten in deinem Volk…“ – konn i des von mir a sag’n?…

– und der Salomo bittet Gott um ein hörendes Herz

– und des g’foid am Herrgott

– ein hörendes Herz, des bedeit:

in mei eig’ns Herz eine hör’n – auf mein Gewissen hör’n; dem andern zuhear’n, eam versteh; und auf Gott hör’n

– darauf kommt’s o

– no moi Hand auf’s Herz: Hob i heit morg’n mei’m Bua / mei’m Dirndl wirklich zug’hert? Hob i des, was i grad macha woid, z’ruckg’stellt, weil mi mei Frau / mei Mo / der Kamerad um was gebeten hat? Hob i den Tag begonnen mit am Gebet und mei Herz auf Gott hin geöffnet?

– oh ja, da werd die Botschaft von der Bibel ganz konkret!

– Liaber Festverein: wie oft habt’s ihr eich troff’n, um des Gaufest vor zu bereit’n

– a bissl was hob i’s mitkriagt für den heitigen Gottesdienst

– in de Momente, wo’ds ihr ned aufeinander g‘hört habt‘s, war’s bestimmt schwierig

– Vergelt’s Gott für des viele aufeinander hör’n und mitanander versteh, was dro is!

– Liabe Trachtlerinnen und Trachtler,

– ihr habt’s eich auf die Fahna was ganz was wertvolles g’schrieb’n:

nicht nur den Erhalt der Tracht und des Brauchtums, sondern auch der damit verbundenen Werte

– und der Gau hat a a sehr passend‘s Motto:

„Jung und Oid miteinand“

– ihr lebt’s des und stellt’s eich dem neien, des die heitige Zeit mitbringt

– alloa heit is da vui Gelegenheit!

– und mei smartphone konn i heit getrost in da Hos’ntasch’n stecka lass‘n

Fotos: Rainer Nitzsche (Webseite)

 

Über den Autor

Rainer Nitzsche

Rainer Nitzsche

Als Webseiten - Programmierer habe ich diese Internetpräsenz entwickelt und erstellt. Mit viel Sorgfalt wurde die Plattform durchdacht, optimiert, gefeilt und getunt. Bin auch für die kontinuierliche Betreuung und Pflege der Webseite verantwortlich und habe ein Auge auf die tägliche Aussendung unseres Newsletters.

Als Reportage-Fotograf möchte ich mit wenigen Bildern wiedergeben, was als geschriebener Text vielleicht Bände füllen würde. Es geht um Ereignisberichte in Bildern. Es gilt, schrittweise und in den richtigen Momenten Entwicklung und Ablauf von Ereignissen festzuhalten, die schließlich in einem Höhepunkt gipfeln. Das bedeutet, meine Fotografien sind sehr oft weniger formell und zeigen den Charakter der Menschen eher in einer pose-freien, authentischen Weise, die nicht inszeniert ist.

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