Land- & Forstwirtschaft

Idee mit Zukunft – Garten-Initiative in Frasdorf

Von Wolfgang Dietzen – Am Ortseingang von Frasdorf hat diese Idee volle Fahrt aufgenommen: Gemüse und Früchte selbst anzubauen, zu ernten und die ganze Familie damit zu versorgen. Hier haben inzwischen die Mitglieder der Initiative “HuLaWi – Humane Landwirtschaft” erste bemerkenswerte Zeichen gesetzt.

Vielen ist inzwischen aufgefallen, dass auf der Wiese des Anderlbauers am Ortseingang von Frasdorf nicht nur Schafe weiden und im Frühjahr blühende Obstbäume zu sehen sind, sondern auch über die Wiese verteilt, Hügelbeete in den unterschiedlichsten Formen entstanden sind. Mal geschwungen, mal in gerader Ausrichtung, als normales Gartenbeet oder in Formen, wie man sie nicht oft zu sehen bekommt. Und auf den Beeten die prachtvolle Vielfalt vieler Gemüsesorten und Gartensträucher wie: Möhren, Salate, Kartoffeln, Auberginen, Mangold, Beerensträucher und zahlreiche andere Gartenpflanzen.

Die zukunftsträchtige Idee in Form von Hügelbeeten, hat sich auch seit einigen Jahren in einer Reihe von Gemeinden im Chiemgau etabliert.

Um sich Gemüse in höchster Qualität zu beschaffen, gibt es einige Wege. An der Spitze steht sicher der eigene Garten. Aber es gibt auch Alternativen, wie diese, die durch eine Reihe von Punkten überzeugen.

Die Akteure, die dahinter stehen, sind Mitglieder von HuLaWi, einer Gruppe aus Frasdorf und den umliegenden Orten, die sich seit einpaar Jahren zusammen getan haben, um etwas zu tun, was ihnen sehr am Herzen liegt: Ihr Gemüse und die Früchte, die sie zum Essen benötigen, selber anzubauen und dabei alles zu erfüllen, was ihnen wichtig ist: Nahrungsmittel ohne jede chemische Behandlung zu erzeugen, wo die Herkunft außer Frage steht und nicht zuletzt mit dem guten Gefühl, selbst etwas dafür getan zu haben. Und: andere Menschen zu überzeugen, sich der Idee anzuschließen.

Im gesamten Chiemgau gibt es inzwischen immer mehr dieser Initiativen. So können sich auch diejenigen, die selbst keinen Garten haben, etwas Besonderes tun, was weit darüber hinaus geht, als nur eigenes Gemüse anzubauen. Der Einstieg ist ganz einfach: sich die Flächen anzuschauen und mit der jeweiligen Initiative Kontakt aufzunehmen und mitzumachen. Dazu kommt auch, dass sich Leute mit gemeinsamen Anliegen treffen und manchmal auch in eine Welt einzusteigen, die sie vorher gar nicht kannten.

Bei den Initiativen mitzumachen heißt auch, Bekannte und Freunde kennen zu lernen und anzuregen, über ihr Essen und damit ihre Gesundheit neu nachzudenken und die eigenen Aktivitäten in ein neues Licht zu stellen.

Kontakt zur HuLaWi:

Wie Gespräche mit Erwin Kiefer, einem der Hauptakteure, hoffen lassen, ist die Initiative gerade dabei, weitere Flächen in der Umgebung von Frasdorf einzubeziehen, um die Hoffnungen der wachsenden Zahl der Neumitglieder zu erfüllen.

Vorstellbar ist, dass es in nächsten 10 -20 – 30 Jahren immer mehr Flurstücke gibt, die mit Gemüse und essbaren Beeren bewachsen sind. Zumal bei immer mehr Menschen die Sehnsüchte geweckt werden, hierbei mitzumachen.. So entstehen Flächen,  auf denen nicht nur herausragende Lebensmittel erzeugt werden, sondern auch wieder Lebensraum für heimische Tier- und Pflanzenarten wie etwa Insekten oder Ackerwildkräuter entstehen, die längst auf den meisten Grünlandflächen des Chiemgaus verloren gegangen sind.

Bericht und Bilder: Wolfgang Dietzen

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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