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Galderschummer haben im November Kerwa gefeiert

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Traditionell am 2. Sonntag nach Martini feiern die Geldersheimer ihre Kirchweih. Der späte Kirchweihtermin geht auf einen Erlass des Fürstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim aus dem Jahr 1764 zurück. Die Galderschummer Kerwa beginnt am Freitagabend mit einem fränkischen Tanzabend, bei dem die Fichtenburschen in Gehrock und Zylinder gekleidet den Tanz eröffnen. Die Fichtenmädchen tragen die Geldersheimer Tanztracht. Am Samstag werden vor den Wirtschaften die Kirchweihfichten aufgestellt und jeweils eine Ehrentour getanzt. Die Kirchweihpaare heißen deswegen auch Fichtenpaare, weil sie vor den Wirtschaften die Fichten aufstellen. Am Samstag tragen sie die Werktagstracht. Sie sind die Repräsentanten der Kirchweih und gestalten das ganze Wochenende. Am Samstagabend besuchen sie in schicker moderner Kleidung den Tanz des Sportvereins und sind am Sonntagfrüh wieder mit Festtracht beim Festgottesdienst in der St. Nikolauskirche. Am Nachmittag führen sie den für Geldersheim typischen Hammeltanz auf. Dabei tanzen die Fichtenpaare und weitere Tanzpaare um den Kirchweihschäfer und den Hammel herum. Dabei wird ein Blumenstrauß herumgereicht. Dasjenige Paar, das beim Klingeln des Weckers den Buschen in der Hand hat, ist das neue Hammelkönigspaar und wird groß gefeiert. In diesem Jahr haben die Schriftführerin und unser Kassier Monika und Martin Erhard den Hammeltanz gewonnen. Darauf haben sie sich schon viele Jahre gefreut. Heuer hat es endlich mal geklappt. Herzlichen Glückwunsch den beiden. Am Abend ziehen dann die Fichtenpaare, die Trachtler und zahlreiche Kirchweihgäste mit der Blaskapelle mit einem Fackelumzug zum neuen Königspaar, welches dann am Haus eine Ehrentour tanzt und zum Umtrunk einlädt. Anschließend geht’s zur Proklamation zurück in den Tanzsaal. Am Montagnachmittag findet ein Wirtshaussingen im Saal statt und am Abend spielen die Musikanten noch mal zum fränkischen Tanz bei Kerzenschein im Saal auf. Am Montag, dem vierten Kirchweihtag geht’s dann nicht mehr ganz so turbulent zu, wie am Freitag beim Tanz, aber es wird dennoch noch mal fleißig getanzt. Die typischen Kirchweihtänze sind Walzer, Rheinländer, Schottisch und als Zugabe noch ein Züpferle (=Dreischrittdreher). Es werden aber auch Figurentänze getanzt. Am Freitagabend zum Beispiel auch die Weidenberger Francaise auf die Melodie der Fledermaus Quadrille. In diesem Jahr konnten wir eine Delegation aus dem Lechgau an der Kirchweih begrüßen. Gauvorstand Franz Multerer und Mitglieder des Gauausschuss haben von Freitag bis Sonntag die Kerwa mitgefeiert. Zum Abschluss der Kerwa treffen sich dann am Freitag nach der Kirchweih noch mal die Fichtenpaare und die Trachtler zum Hammelessen. Danach wird die Kerwa wieder begraben und es gilt abzuwarten bis am 31.10.2018 die Kirchweihweinprobe den neuen Kirchweihreigen eröffnet und in der Nacht auf Allerheiligen die Kirchweih wieder ausgegraben wird. Dann heißts „Die Kirchweih 2018 – Sie lebe – Vivat – Hoch!“.

Bericht und Bilder: Oliver Brust -Verein f. Heimat- u. Brauchtumspflege Geldersheim e.V.

 

 

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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