Leitartikel

Führungswechsel beim Förderverein Inklusion Rosenheim

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Förderverein Inklusion Rosenheim kann mit Zuversicht in die Zukunft blicken  –  Dr. Sebastian Spiegelberger übergibt den Vorsitz an Nachfolger Sebastian Grießl  –  Nach fast 2 Jahren coronabedingter Pause konnte endlich wieder eine Präsenz-Mitgliederversammlung des Förderverein Integriertes Wohnen Schießstattstraße Rosenheim  e.V.  im Pfarrsaal der Pfarrei Christkönig stattfinden. Dr. Sebastian Spiegelberger begrüßte die zahlreich erschienen Mitglieder letztmalig in seiner Funktion als 1.Vorsitzender des Fördervereins und begann seine Rede mit einem Rückblick auf die Vereinsgeschichte und einem Gedenken an herausragende Persönlichkeiten. Der Förderverein wurde 1995 mit dem Ziel gegründet, schwerstbehinderten Menschen und Senioren aus Stadt und Landkreis Rosenheim ein barrierefreies Leben und Wohnen zu ermöglichen. Lange Jahre war Maria Bergmann 1.Vorsitzende des Vereins. Unmittelbar nach der damaligen Weihnachtsaktion des Oberbayerischen Volksblatts, aus deren Erlös ein Großteil der Spenden für den Förderverein und seine Zwecke bestimmt war, verstarb Maria Bergmann im Januar 2009. Ihr Vermächtnis war, dass mit einem Teil der Mittel aus der Weihnachtsaktion eine dauerhafte Stiftung gegründet werden sollte. 2009 übernahm Dr. Spiegelberger den Vorsitz und gründete 2010 die Maria-Bergmann-Stiftung, um die Zwecke des Fördervereins dauerhaft erfüllen zu können. In tiefer Dankbarkeit würdigte er die großen Persönlichkeiten des Vereins, allen voran Maria Bergmann, sowie den 2013 verstorbenen Ehrenvorsitzenden Altoberbürgermeister Dr. Michael Stöcker. Ebenso wurde dem kürzlich verstorbenen Stifterehepaar Roland und Renate Gruber aus Berlin gedacht. Irmi Hutter, Vorsitzende der Roland und Renate Gruber Stiftung, ist seit Jahren Beirätin im Förderverein. Sie wird Menschen mit Behinderungen und Projekte des Fördervereins weiterhin finanziell und persönlich unterstützen. Anschließend würdigte Dr. Spiegelberger das große Engagement der im Mai verstorbenen Herta Schmiedel. Sie hatte über zwei Jahrzehnte trotz schwerster Behinderung das Amt der Schatzmeisterin im Förderverein und in der Maria-Bergmann-Stiftung  sehr zuverlässig  ausgeübt.

In seiner Amtszeit konnte Dr. Spiegelberger zwei herausragender Förderer überzeugen, mit deren Schenkung eines Erbbaugrundstückes in München und  eines Grundstücks in Rosenheim der Vermögensgrundstock  und die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stiftung und des Vereins erheblich ausgebaut werden konnten.  Zudem wird der Förderverein seit Jahren durch die Stadt Rosenheim und die Emmy Schuster-Holzammer Stiftung unterstützt. Verein und Stiftung stehen  auf einer soliden Basis. Dadurch konnten in den Jahren 2019, 2020 und im laufenden Jahr vor allem  Menschen mit Behinderungen in finanziellen Notlagen unterstützt werden. Außerdem wurden Selbsthilfe- und Freizeitgruppen, sowie inklusive Veranstaltungen gefördert. Von größter Bedeutung für die schwerstbehinderten Bewohner*innen in der Wohnanlage Schießstattstraße in Rosenheim ist allerdings die Vorhaltung eines  Nachtdienstes  seit März 2020.  Die Maria Bergmann Stiftung als Träger des Nachtdienstes beschäftigt inzwischen mehr als 20 Pflege- und Betreuungskräfte, die ehrenamtlich abwechselnd Nachtdienste leisten und dafür die sogenannte Übungsleiterpauschale erhalten.

Nach 12 Jahren stellte Dr. Spiegelberger das Amt des 1. Vorsitzenden zur Verfügung und verwies auf die nachfolgende Tagesordnung zur Entlastung des bisherigen und zur Neuwahl des künftigen Vorstandes, sowie zur Änderung des Vereinsnamens und der Satzung. Im Anschluss stellte  Wirtschafts- und Finanzexperte  Prof. Dr. Burghard Feindor die Kassenberichte der Jahre 2019/2020 im Detail vor. Von Seiten der Kassenprüfer Bernhard Sanftl, Christine Mayer und Irene Oberst gab es keinerlei Beanstandungen, so dass der bisherigen Vorstandschaft von der Mitgliederversammlung die Entlastung erteilt wurde.

Danach erfolgte die Neuwahl des Vorstandes und der Beiräte. Auf Vorschlag von Dr. Spiegelberger wurde Sebastian Grießl einstimmig zum 1. Vorsitzenden des Fördervereins gewählt. Er ist bereits seit mehr als 15 Jahren dem Verein verbunden und möchte seine Erfahrungen aus  langjährigen caritativen Tätigkeiten  künftig verstärkt in den Förderverein einbringen. Grießl hatte in den zurückliegenden Jahren bereits die Öffentlichkeitsarbeit für den Förderverein und die Maria-Bergmann-Stiftung geprägt. Als stellvertretende Vorsitzende wurden Prof. Dr. Feindor und Hans Loy in ihren Ämtern bestätigt. Schriftführer bleibt weiterhin Jakob Brummer. Ebenso wurden die bisherigen Beiräte  Klaus Dobler, Irmi Hutter, Micaela Werndl und  Christine Mayer wiedergewählt. Zur neuen Schatzmeisterin wurde Irene Oberst gewählt.  Dem Beirat gehören die katholische Kirchengemeinde Christkönig, vertreten durch Pfarrer Sebastian Heindl, sowie die Evangelische Kirchengemeinde Rosenheim, vertreten durch die Pastorin Claudia Lotz, an.

Spontan kam aus der Versammlung der Antrag, den aus dem Amt geschiedenen Dr. Sebastian Spiegelberger zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen. Der Antrag wurde angenommen und dem scheidenden Vorsitzenden wurde mit stehendem Applaus gedankt. Im Anschluss an die Wahlen wurden Änderungen  zur Vereinssatzung beschlossen. In der  Satzung wird auf das Leitbild der Inklusion Bezug genommen und der Vereinsname wird umbenannt in Förderverein Inklusion Rosenheim e.V.

Abschließend fand die Premiere des von Sebastian Grießl geschaffenen Films „Zwei die  ihren Weg gehen“ statt. In diesem Film wird das Ehepaar Monika und Hannes portraitiert, die beide trotz schwerster Behinderungen seit vielen Jahren in der barrierefreien Wohnanlage Schießstattstraße Rosenheim zusammen selbstbestimmt leben und wohnen. Beide werden inzwischen – wie auch einige andere Bewohner*innen – durch die Caritas, die Malteser, den Förderverein und die Maria-Bergmann-Stiftung nahezu Rund-um-die-Uhr betreut. In diesem Film werden die Ziele und das Wirken des Fördervereins und der Stiftung  sichtbar. „Es wäre schön“, so Spiegelberger, „wenn dieser Film möglichst viele Menschen dazu bewegt, den Förderverein und die Stiftung durch Mitgliedschaft oder durch Spenden  zu  unterstützen.“ Sebastian Grießl und Dr. Sebastian Spiegelberger bedanken sich abschließend bei allen Mitgliedern, vor allem aber bei den neugewählten Vorstandsmitglieder und Beiräten, sowie Spendern und Sponsoren und beendeten die Versammlung.

Bericht: Sebastian Grießl und Jakob Brummer – Foto: stehd. v. li. Prof. Dr. Burghard Feindor, Irmi Hutter, Dr. Sebastian Spiegelberger, Sebastian Grießl, Jakob Brummer, sitzend: Hans Loy

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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