Brauchtum

Frühjahrs-Hoagascht beim GTEV Frasdorf

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Is denn des ned a Lebn“ fragten die Hohenaschauer Musikanten beim 35. Frasdorfer Sänger- und Musikantenhoagascht ihr Publikum in der vollbesetzten Frasdorfer Lamstoahalle und luden danach alle miteinander zu einem Spaziergang in den nahen Frühling und die erwachende Natur ein; bereitwillig folgten alle der Einladung der Hohenaschauer Musikanten und nahmen schon einmal drei Stunden Vorschuss auf das kommende Frühjahr, auf Palmkätzchen und Schneeglöckchen. Gemütlicher und stader kann ein Hoagascht mit der Musik und dem Gesang ausgewählter Gruppen auch in einer kleinen Bauernstube nicht sein. Es stimmte – wie in den letzten dreieinhalb Jahrzehnten – wieder einmal alles im Mekka der Chiemgauer Volksmusik beim Frasdorfer Sänger- und Musikantenhoagascht: die ausgesuchten Musikanten und Gesangsgruppen, die souverän-humorvolle Führung von Bert Lindauer durch den Abend und dazu die fachkundigen Zuhörer, die sich ganz einfach vom Geschehen auf der Bühne verzaubern ließen und den Darbietungen nur still lauschten.

Wie jedes Jahr hatte der musikalische Leiter Norbert Hierl auch beim 35. Hoagascht wieder eine glückliche Hand bei der Programmgestaltung und der Auswahl der Mitwirkenden, deren Spiel- und Sangesfreude die Zuhörer vom Anfang bis zum Schluss in ihren Bann zog. Für die staden Töne auf der Bühne sorgte das Duo Norbert Hierl und Gabi Dicker, sei es instrumental mit der Ziach und der Okarina oder als Gesangsduo. Dazu sangen der Chiemseewinkl Dreigsang mit Gitti Edmaier, Liesi Huber und Sepp Messerer und die Reichersdorfer Sänger, die drei Brüder Hans, Klaus, Georg und ihr Cousin Schorsch Berwanger; instrumental bestimmten die Hohenaschauer Musikanten und die Almkirtamusi das Geschehen auf der Bühne. Alle Sänger und Musikanten miteinander hatten in der Lamstoahalle eh ein Heimspiel, wie all die 34 Jahre vorher.

Bert Lindauer führte sachkundig durch den Abend und das Programm; er überließ die Bühne weitestgehend den Sängern und Musikanten. In seiner originellen, sympathischen Art, die gänzlich auf derbe Sprüche verzichtet, deklamierte Bert Lindauer altbairische Verserl, Anekdoten und amüsante Geschichten aus dem Alltag.

Der Sänger- und Musikantenhoagascht in der Frasdorfer Lamstoahalle, jeweils am ersten Samstag in der Fastenzeit, ist seit mittlerweile 35 Jahren für alle Freunde der Volksmusik in der Region eine Pflichtveranstaltung. Der vollbesetzte Saal und die vielen verschiedenen Hüte und Trachten zeigten, dass weitum im Land ein Bedürfnis bei den Leuten besteht, solche unverfälschte Volksmusikabende mit erlesenen Gruppen zu besuchen.

Am Samstag, 23. März treffen sich die Freunde der Blasmusik zum Starkbierfest der Musikkapelle Wildenwart.

Bericht und Fotos: Heinrich Rehberg

Die Hohenaschauer Musikanten

Das Duo Gabi Dicker und Norbert Hierl

Die Almkirtamusi

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

© Copyright Samerberger Nachrichten.