Brauchtum

Frasdorfer Tanzlmusi beim Rosenheimer Volkstanzkreis

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Maria Lichtmeß markierte früher das Ende des bäuerlichen Arbeitsjahres, die Dienstboten erhielten ihren Jahreslohn und wechselten teilweise auf einen neuen Platz, die Arbeit beschränkte sich um Lichtmeß auf das Notwendigste. Es war also ein Grund zum Feiern und Tanzen. Den Arbeitslohn gibt es heutzutage monatlich, aber die Tanzzeiten haben sich als Tradition erhalten. Daher ist das Lichtmeßtanzl auch immer der erste Volkstanz, den der Rosenheimer Volkstanzkreis im neuen Jahr ausrichtet.

Über viele Jahre war diese Veranstaltung untrennbar mit der Rosenheimer Tanzlmusi verbunden, aber mit dem letztjährigen Lichtmeßtanzl haben sich Hans Wagner und seine Musikanten in den „Musikanten-Austrag“ verabschiedet und  der Volkstanzkreis war auf der Suche nach einer neuen Musik. Fündig wurde der Verein bei alten Bekannten: die Frasdorfer Tanzlmusi hat schon oft für den Volkstanzkreis und die Besucher seiner Volkstanzveranstaltungen aufgespielt, auch bei den „Großen Volkstänzen“ in den 1980er Jahren im heutigen Ku’Ko. So kam es nach rund 30 Jahren vor vollem Haus zu einem erfolgreichen „Comeback“ der etwas verjüngten Frasdorfer Tanzlmusi beim Rosenheimer Volkstanzkreis.

Gleich nach der ersten Tanzrunde baten die Volkstanzfreunde mit viel Beifall um die erste Zugabe – ein Wunsch, den ihnen die Musikanten gern erfüllten. Die Frasdorfer Tanzlmusi spielte fleißig auf und sorgte dafür, dass niemand lange sitzen bleiben wollte. Landler, Polkas und Boarische bildeten zusammen mit den traditionellen Chiemgauer Figurentänzen abwechslungsreiche Tanzrunden, in denen für jeden etwas dabei war. Weil die einzelnen Tänze vom Tanzlführer Herbert Bogensberger jeweils kurz vorgezeigt wurden, war bei allen Besuchern für ein unbeschwertes Tanzvergnügen gesorgt und so war der Tanzboden immer gut besucht. Nicht fehlen durfte der figurenreichste der im Chiemgau überlieferten Volkstänze, die Münchner Française. Etwas anspruchsvoller sind die fünf Touren mit ihrem Grüßen, Platz­wechseln und unterschiedlichen Paareinteilungen schon, aber auch hier gab es Hilfestellung durch den Tanzlführer. Daher waren sich am Ende jeder Tour alle Paare einig, es wieder „Ausgezeichnet!“ gemacht zu haben.

Heiß begehrt waren wieder die Eintrittszeichen, die Vroni und Hans-Dieter Haberlander, zwei handwerklich begabte Vereins­mitglieder, immer passend zum Thema des jeweiligen Volkstanzabends angefertigen. Die schönsten befestigen die Tänzerinnen wie Jagdtrophäen an ihrem Körberl und manche Tänzerin hat es schon auf eine beachtliche Sammlung gebracht.

Viel zu schnell war der Abend vergangen, als nach Mitternacht der Aufruf zur Schlusstour kam. Gern hät­ten sich die Volkstanzfreunde noch manche Runde aufspielen lassen – bis zum Faschingsdienstag ist es nicht mehr lange hin und dann ist der Tanzboden auch schon wieder bis Ostern gesperrt. Aber es gibt heuer noch mehr Möglichkeiten, auf einen Volkstanz zu gehen, bei dem der Rosenheimer Volkstanzkreis gute Musikanten aufspielen lassen wird: über’s Jahr verteilt stehen weitere drei Volkstanzabende beim Kistlerwirt in Bad Feilnbach am Programm und schon zum 16. Mal das Maxlrainer Morgentanzl, das der Volkstanzkreis zusammen mit dem Kulturförderverein Mangfalltal ausrichtet. Für das Morgentanzl heißt es allerdings früh aufstehen, denn schon um 6 Uhr wird Herbert Bogensberger als Tanzlführer das Kommando „Auf geht’s zum Auftanz!“ geben.

Bericht und Bilder: Andreas Grün

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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