Kirche

Frasdorfer Kirchturm wird renoviert

Der Frasdorfer Kirchturm hat sich jetzt total verhüllt. Die Gerüstbauer haben das Stahlgerüst jetzt über die Spitze des Turmes hinaufgebaut, es überragt mittlerweile sogar die Spitze des 34 Meter hohen Kirchturms. Der verantwortliche Stadtplaner Anton Michael aus Rimsting gab die Antwort auf die Frage, warum der Turm erst jetzt nach so langer Zeit bis über die Spitze eingerüstet wurde? „Die Turmspitze war in der Basis beim Übergang vom Turm zur Turmspitze so geschwächt, dass höhere Windlasten mit zusätzlicher Last des Turmspitzengerüstes die geschwächte Konstruktion der Spitze verformt hätten. Zuerst musste also die Basis saniert werden, erst dann konnte das Gerüst auf die volle Höhe aufgebaut werden“.

Die Turmspitze soll nun komplett neu eingedeckt werden, die bisherigen Schieferplatten wurden bereits entfernt. Dabei stellten die Fachleute fest, dass der Bestand sanierungsbedürftig ist und die bisherige Verlegung nicht mehr den aktuellen Fachregeln für den Bau eines Schieferdaches entspricht. Bereits mehrfach wurde die Spitze in den letzten Jahrzehnten nach Hagelschäden ausgebessert, für die Eindeckung bei diesen Ausbesserungen wurden drei unterschiedliche Schieferarten verwendet. Diese Schieferplatten von der Mosel, aus Thüringen und Spanien können jedoch nur bedingt miteinander und durcheinander verwendet werden. Die Fachleute stellten bei der Bestandsprüfung fest, dass die Formate der aufgelegten Grate zu klein waren. Die Abstände der Nagelung waren zu gering und es wurde nicht fachgerecht versetzt genagelt, teilweise wurden zu kurze Nägel und Kupfernägel mit geringer Auszugsfestigkeit verwendet.

Unbemerkt von der Öffentlichkeit wurden bereits umfangreiche Bauarbeiten im Turminneren durchgeführt. Die hölzernen Zwischendecken wurden statisch ertüchtigt und mit Balkenauflagen in Stand gesetzt, dazu wurden in allen sieben Geschoßen neue Deckenbalken und Stahlverstärkungen eingebaut. Die Böden aus Bohlen wurden teilweise ausgebaut und nach eingehender Prüfung wieder eingebaut, wo es erforderlich war, wurde der Bestand ergänzt oder vollkommen erneuert. Zur Erhöhung der Sicherheit beim Begehen des Turmes wurden alle Treppen saniert und statisch verstärkt, alle Handläufe und Umwehrungen wurden den geltenden Sicherheits- und Arbeitsschutzanforderungen angepasst.

Am Übergang vom Turm zur Spitze wurden die Fuß- und Auflagepunkte von innen und von außen im Bereich der Wasserspeier und Turmecken saniert. Die Holzbauteile der Turmbasis sind in Beton eingegossen, so dass die eindringende Feuchtigkeit an allen vier Turmecken nicht austrocknen konnte. Daher sind die Fußpunkte mit Eichenbalkenköpfen verfault und müssen erneuert werden. Diese Schadstellen am Übergang führten dazu, dass die Standfestigkeit der Turmspitze in Frage gestellt war.

Bericht und Fotos: Heinrich Rehberg

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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