Natur & Umwelt

Aschauer Kinder mit Interesse beim Bienenlehrstand

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Wenn im Frühjahr die Bienen hier einziehen, dann haben sie gleich etwas zu fressen und können Honig daraus machen“. Ronja und Florian von den beiden ersten Klassen der Preysing Grundschule in Aschau wissen genau, was die Bienen mit den Sträuchern und Bäumen machen werden, die sie hier mit den anderen Kindern am neuen Frasdorfer Bienenlehrstand pflanzen. „Wenn hier rund ums Haus viele Bäume, Sträucher und Blumen wachsen, müssen die Bienen nicht so weit fliegen und können mehr Honig nach Hause bringen“.

Der stellvertretende Vorsitzende des Imkervereins Christian Voggenauer und die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Anneliese Dillersberger erhielten bei der Bepflanzung der Ausgleichsflächen unverhoffte Hilfe: drei Dutzend Buben und Mädchen, die beiden ersten Klassen der Preysing Grundschule in Aschau, kamen mit ihren beiden Lehrerinnen Astrid Sauer und Sabrina Huber als willkommene Unterstützung zum Sagbergparkplatz und machten sich voller Eifer daran Löcher auszuheben und die Bäume und Sträucher einzusetzen. Dass die Schaufeln für die Erstklässler zu groß waren, der Schubkarren mit der Erde zu schwer und der Boden zu hart, konnte in keiner Weise abschrecken: miteinander ging es immer weiter und wenn einer alleine den Schubkarren nicht fahren konnte – zu sechst ging es. Die Preysing-Grundschule bewirbt sich um das Prädikat einer „Umweltschule“ und da kam dieses Projekt gerade recht. Hier konnten die Kinder am „lebenden Objekt“ sehen, was getan werden muss, damit Bäume und Sträucher wachsen können, die später einmal als Bienenweide dienen sollen. „Wenn wir hier später mit dem Auto vorbeifahren, können wir sehen, was wir eingepflanzt haben“. Die ersten und zweiten Klassen haben für das kommende Jahr als Umweltprojekt das Thema „Kauf regional“ erhalten, dabei spielen Streuobstwiesen, wie am Frasdorfer Bienenlehrstand und ihr Ertrag eine wichtige Rolle. Auch Bürgermeister Daniel Mair besuchte die fleißigen Helfer und bedankte sich bei den beiden Lehrkräften für die Unterstützung.

Das neue Bienenhaus am Frasdorfer Sagbergparkplatz ist im Rohbau fertig und soll – so Architekt Fritz Wüstinger zum LAG Manager Christian Fechter von der LAG Chiemgauer Seenplatte – bis zur Winterpause fertig sein: das Schulungsgebäude mit einem Schulungsraum, einem Raum für die Bienen mit diversen Schaubienenkästen und einem Raum für die Honiggewinnung mit entsprechenden Regalen und Platz für die notwendigen Maschinen, wie die Honigschleuder. Die Gemeinden Frasdorf und Aschau errichten gemeinsam einen Lehrbienenstand mit Vereinsraum. Der Imkerverein Aschau-Frasdorf und der Obst- und Gartenbauverein Frasdorf werden den Lehrbienenstand und den zugehörigen Außenbereich gemeinsam nutzen. Mit dem Bau und dem umliegenden Grünbereich sowie der zugehörigen Ausstattung schaffen die Gemeinden Aschau und Frasdorf ideale Voraussetzungen um das Vereinsleben aktiv zu halten. Das Vorhaben wird aus Leader-Mitteln gefördert.

„Wir freuen uns besonders, dass die Kinder heute hier waren. Sie wissen in Zukunft, worum es bei uns am Bienenlehrstand geht. Die meisten Leute haben wenig bis keine Ahnung davon, wie wichtig die Bienen für den Menschen, für seine Kulturpflanzen und damit für seine Ernährung sind. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass den Menschen der Zusammenhang wieder bewusst wird und das Leben der Bienen nicht durch Spritzmittel, durch häufiges Rasenmähen und durch das Anlegen von Steingärten unmöglich gemacht wird“, so Christian Voggenauer.

Das Ziel des Neubaus eines Lehrbienenstandes ist es auch, Imker und Gärtner wieder an einen Tisch zusammenzubringen. Die Imkervereine spalteten sich am Anfang der 20. Jahrhunderts von den Gartenbauvereinen ab. „Obstbaumschnitt und Befruchtung sollen nicht mehr getrennt gesehen werden“, so Voggenauer. „Der Mensch muss wieder einen verantwortungsvollen Umgang mit seiner Umwelt lernen. Dazu soll der Lehrbienenstand mit seinem Schulungsraum dienen und für jedermann die Zusammenhänge anschaulich machen.

Bericht und Fotos: Heinrich Rehberg – Der stellvertretende Vorsitzende des Imkervereins Christian Voggenauer und die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Anneliese Dillersberger erhielten bei der Bepflanzung der Ausgleichsflächen unverhoffte Hilfe: drei Dutzend Buben und Mädchen, die beiden ersten Klassen der Preysing Grundschule in Aschau, kamen mit ihren beiden Lehrerinnen Astrid Sauer und Sabrina Huber als willkommene Unterstützung zum Sagbergparkplatz und machten sich voller Eifer daran Löcher auszuheben und die Sträucher einzusetzen.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!