Leitartikel

Frasdorf: nach Lebenspartnerschaft nun Eheschließung

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Am Freitag, 20. November 2010 ließen sich Stefan Mühle und Armin Mühle-Fink aus dem Ort Hasselbach (Gemeinde Weilrod im Hochtaunus) in der Gemeinde Frasdorf die Lebenspartnerschaft eintragen. Zehn Jahre später, wiederum am Freitag, 20. November nahm der damalige Standesbeamte und nunmehrige Bürgermeister von Frasdorf, Daniel Mair die Eheschließung vor. Trauzeugen waren Rosi und Anton Hötzelsperger, mit ihnen, ihrer Familie und mit dem Chiemgau besteht seit Jahrzehnten eine freundschaftliche Verbundenheit. Die Samerberger Nachrichten gratulieren Stefan und Armin ganz herzlich zu ihrem Bund der Ehe und wünschen auch fortan gemeinsames Glück und eine robuste Gesundheit.

Fotos: Rainer Nitzsche

Die Trauung von Bürgermeister Daniel Mair am 20.11. im Wortlaut – Sehr geehrte Herr Stefan Mühle, sehr geehrter Herr Armin Mühle-Fink,

auf den Tag genau 10 Jahre ist es her, dass Sie in diesem Raum Ihre Lebenspartnerschaft begründet haben. Die Begründung Ihrer Lebenspartnerschaft war damals die erste in der Gemeinde Frasdorf und komplettes Neuland.

Zum damaligen Zeitpunkt war ich Standesbeamter der Gemeinde Frasdorf und hatte die Ehre die Beurkundung durchzuführen. Im Jahr 2011 beendete ich meine Tätigkeit in der Gemeinde Frasdorf und wechselte in eine andere Gemeinde. Seit 01.05. diesen Jahres bin ich nun als stolzer Bürgermeister in unsere wunderschöne Gemeinde zurückgekehrt und freue mich wirklich außerordentlich, dass ich heute hier stehe und nach 10 Jahren nun Ihre Eheschließung ebenfalls beurkunden darf.

Ich kann von mir sagen, dass ich in meiner Zeit als Standesbeamter, sowie auch als Bürgermeister schon viele Eheschließungen vornehmen durfte. Jede Eheschließung stellt für mich eine neue Situation dar. Jedes Paar bringt seine eigene Geschichte mit. Manche kennen sich wie Sie beide schon sehr lange und wollen nach reiflicher Überlegung nun eine Bindung mit dem Trauschein eingehen. Andere kennen sich nur kurze Zeit, aber auch diese wissen, spüren es, ich habe den richtigen Partner gefunden. Viele, die vor mir stehen, haben wie Sie schon zusammengelebt und ihre Partnerschaft getestet. Andere sind schnell entschlossen und die Flitterwochen werden der erste gemeinsame Urlaub sein. Was aber alle Paare betrifft, ob sie sich nun lang oder kurz kennen, sie haben einen Entschluss gefasst, einen Entschluss, der im Wesentlichen auf Gefühlen basiert. Der Verstand allein kann nicht entscheiden, ob man einen bestimmten Partner stets an seiner Seite haben will. Die Sympathie, die Zuneigung, ja die Liebe entscheidet in erster Linie darüber. So wird das Thema zu einer Herzensentscheidung.

Da Sie bereits seit 10 Jahren eine glückliche Lebenspartnerschaft führen, gehe ich davon aus, dass Sie bisher alles richtig gemacht haben. Ich möchte Ihnen daher keine großen Belehrungen über den Sinn und Zweck der Ehe erteilen. Ich möchte Ihnen beiden jedoch trotzdem ein paar Worte mit auf Ihren weiteren gemeinsamen Lebensweg geben. Für das Gelingen einer Ehe ist es wichtig, stets die Person und die Würde des anderen zu achten. Dazu gehört zum einen, den Partner als eigene Persönlichkeit mit Stärken und Schwächen zu akzeptieren, ihm liebevoll, aufmerksam und mit Verständnis für seine Eigenheiten zu begegnen. Dazu bedarf es nicht zuletzt Einfühlungsvermögen, Warmherzigkeit, Geduld und Freundlichkeit. Den Partner zu achten heißt aber auch, dass man ihn mit Respekt behandelt. Eine achtlos gemachte Bemerkung, der man selbst gar keine große Bedeutung beimisst, kann aber doch den Partner verletzen. Dann ist es notwendig, dass man aufeinander zugeht und das gemeinsame Gespräch sucht.

Diese gemeinsamen Gespräche sind auch wichtig, damit es nicht zur Sprachlosigkeit in Ihrer Ehe kommt, die sich im Alltag ganz allmählich einstellen kann. Seien Sie deshalb Ihrem, Partner gegenüber aufgeschlossen und nehmen Sie Anteil an seinem Leben, an seinen Erfolgen, ebenso, wie an seinen Sorgen und Nöten. In jeder Ehe kann es auch einmal zu Meinungsverschiedenheiten kommen. Sie beruhen oft auf unterschiedlichen Auffassungen der Partner. Gerade dann sollte man das notwendige Maß an Toleranz üben, also eigene Fehler auch zugeben können, Konflikte mit Verständnis für den anderen zu bewältigen versuchen und auch die Bereitschaft zu Kompromissen aufbringen. Toleranz, so sagt man auch, heißt nicht alles zu begreifen, aber vieles zu verstehen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen für Ihren gemeinsamen Lebensweg alles Gute; mögen vor allem auch Ihre Wünsche, Vorstellungen, Erwartungen und Hoffnungen, die sie mit der Eingehung dieser Ehe verbinden, in Erfüllung gehen.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

1 Kommentar

  • Auch hier noch einmal, herzliche Glückwünsche von Elizabeth & mir, wir wünschen Euch alles Gute auf Eurem weiteren gemeinsamen Weg durch dieses Leben!

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