Kultur

Frasdorf: Haustüre beim Baschtl in Ried

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

In der Gemeinde Frasdorf haben sie Hildegard und Franz Osterhammer den besonderen Haustüren angenommen, heute stellen wir diese vom Baschtl in Ried näher vor:

Beim Anwesen der Familie Gabriel, Baschtl in Ried, das zu den „Hinteren Berghäusern“ gehört, prägt eine wunderschön gestaltete, historische Haustüre das Gebäude. (Der Hofname Baschtl oder Bartl ist vermutlich abgeleitet von dem Vornamen Bartholomäus – Bartlme – einem der sehr frühen Besitzer dieses Anwesens). Ob es einen direkten Grund zum Auftrag dieser schönen Türe, mit der eingearbeiteten Jahreszahl 1851 gab, ist heute nicht mehr bekannt. Ebenso ist nicht ganz sicher, wer sie so schön gestaltet hat. Laut Frasdorfer Höfebuch wurde sie mit großer Wahrscheinlichkeit von Wolfgang Decker, Aigner Sohn von Zellboden, geschaffen. Dieser lebte von 1795 bis 1869 und war offensichtlich ein sehr begabter Holzschnitzer. Vom ihm sind mehrere schöne Türen und Türstöcke in der Umgebung erhalten. 1923 wurde das Gebäude beim „Baschtl z’ Riad“, in seine heutige Größe aufgestockt und renoviert. Doch die Tür mitsamt dem Türstock und dem aufwändig gestalteten Aufsatz blieb zum Glück erhalten.

Der Türstock wird von zwei runden Holzsäulen geprägt, die mit einem verzierten Kapitell und der Jahreszahl 1851 darüber abschließen. Die Türe selber ist in verschieden große Füllungen unterteilt. Die beiden oberen, länglichen Felder sind in der Mitte geteilt, ebenso die vier unteren, quadratisch geformten. Das mittlere, bei der Türklinke befindliche Feld verläuft quer über die ganze Breite der Tür und alle sind mit verschiedenen Schnitzereien geziert. In die Oberseite des Türstocks ist ebenfalls ein geschnitztes Blumenmotiv eingearbeitet. Die gläserne Oberlichte über der Tür ist mit drei senkrechten Metallstangen geschützt. Doch am meisten ins Auge fällt wohl der ebenfalls geschnitzte Aufsatz über der Türe. Ein, mit einem religiösen Symbol und Blumen geschmückter, krönender Abschluß. In der Mitte das bekannte althergebrachte Christuszeichen, eingerahmt von großzügig geschwungenen Blumen- und Blattgirlanden.

I H S, die drei ersten Buchstaben von der griechischen Schreibweise des Namens Jesus, sind oft auch in Kirchen zu sehen. Dieses I H S wird aber auch gedeutet als Jesus – Heiland – Seligmacher. Die Auftraggeber dieser Türe wollten sicherlich auch den Segen Gottes für die Bewohner dieses Hauses erbitten.

Bericht und Foto: Hildegard und Franz Osterhammer nach Erzählungen der Familie Gabriel und  Angaben im Frasdorfer Höfebuch

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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