Leitartikel

Feuerwehr-Dialog zwischen Atzing und Bielefeld

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Einen besonderen Feuerwehr-Dialog gab es dieser Tage bei der Feuerwehr in Atzing. Passend nachdem das neue Feuerwehrfahrzeug LF 20 Kat S ihren kirchlichen Segen bekam und in Dienst gestellt wurde, konnte Erster Kommandant Paul Huber junior seinen Cousin Peter Huber aus Bielefeld willkommen heißen. Peter Huber ist Zugführer und Brandinspektor bei der Freiwilligen Feuerwehr Bielefeld und interessierte sich natürlich sehr über das aktuelle Geschehen bei den Atzinger Kollegen.

Peter Huber freute sich im Rahmen eines Kurzurlaubes im Chiemgau, dass er viele Verwandte und Freunde treffen konnte. Sein Vater Hans Huber, der mit sechs Brüdern und zwei Schwestern in Prien-Mitterweg aufwuchs, erlernte bei der Priener Baufirma Stein den Beruf des Maurers und zog 1954 nach Baden Württemberg und der Liebe wegen zu seiner Frau Maria 1961 nach Bielefeld. „Mein Vater war 1955 Gründungsmitglied bei der Musikkapelle Wildenwart, mit seiner Zug-Posaune spielte er auch noch bei der Musikkapelle von Heepen, einem Ortsteil von Bielefeld“ – so Peter Huber in seinem Rückblick. Er selbst kam 1965 in Bielefeld zur Welt, aber das Blut in seinen Adern ist –wie er mit Stolz vermerkt- bayerisch geblieben. Beruflich ergriff er den Beruf eines Krankenpflegers, musste aber wegen einer Allergie umschulen und ist inzwischen im IT-Bereich eines Schulbuch-Verlags tätig. Ehrenamtlich engagiert er sich seit vielen Jahren bei der Feuerwehr in Bielefeld, seine Aufgaben erklärt er wie folgt: „Mein Dienst begann bei der Löschabteilung Innenstadt, dann bildete ich mich zum Maschinisten aus, war lange Gerätewart, Atemschutzträger, Löschzugführer und nach einer weiteren Fortbildung bei der Landesfeuerwehrschule Münster bin ich nunmehr Zugführer und Brandinspektor“. Beeindruckend sind die Zahlen der Feuerwehr Bielefeld: Huber´s Löschzug ist 40 Mann stark, es gibt vier Berufsfeuerwehrwachen mit 328 Berufsfeuerwehrleuten und 30 Gerätehäuser für 950 Freiwillige.

Besonders freute sich Peter Huber, dass er nicht nur seinen Cousin Paul Huber, sondern auch dessen gleichnamigen Vater im Atzinger Feuerwehrhaus treffen konnte. Paul Huber senior war selbst 18 Jahre Zweiter und Erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Atzing. Einig waren sich die drei Feuerwehr-Fachleute, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten im Feuerwehrdienst gerade in den Anforderungen, bei den Ausbildungen und in der Technik viel geändert hat. Dazu sagte Peter Huber: „In meinem Zug haben wir ein neues Dekontamination-Fahrzeug, dieses und das Personal sind auf gefährliche Chemikalien spezialisiert“. Dazu Paul Huber junior: „Mit unserem neuen Fahrzeug LF 20 K S können wir bei Katastrophen in vielfältiger Weise helfen“. Bedauert wurde von den beiden aktiven Feuerwehrkameraden, dass sich sowohl in Bielefeld als auch in Prien-Atzing die Fehlalarme, oft auch nachts, häufen.

Bereits einige Feuerwehrkontakte – aber noch keine direkten

Einen direkten Kontakt zwischen den Feuerwehren bzw. dessen Vereinen aus Nordrhein-Westfalen und Bayern hat es bislang noch nicht gegeben, aber das kann sich noch ändern. Peter Huber sagte dazu: „Es ist schon viele Jahre her, dass die Priener Blaskapelle bei einem Festabend bei der Feuerwehr in Steinhagen bei Bielefeld aufspielte, da war mein Vater mit Begeisterung dabei“. Und Paul Huber junior und senior ergänzen dies: „Als die Atzinger Feuerwehr im Jahr 2004 ihren 100. Geburtstag feierte, da machten die Feuerwehren von Hasselbach in Hessen und Bindersleben bei Erfurt beim Festzug mit, die Kontakte bestehen immer noch. Ein Austausch mit Feuerwehrkollegen aus anderen deutschen Regionen ist immer interessant“.

Foto: Hötzelsperger – Wiedersehen bei der Feuerwehr Atzing – von links: Atzings Erster Kommandant Paul Huber junior, ehemaliger Kommandant Paul Huber senior und Peter Huber von der Feuerwehr Bielefeld.

Weitere Informationen: www.feuerwehr-atzing.dewww.feuerwehr-bielefeld.de

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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