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Fasching im Bayerischen Wald

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Mit Fasching in Bayern verbindet man in erster Linie Prunksitzungen und Umzüge im fränkischen Raum. Die Traditionen der närrischen Zeit werden jedoch auch in den übrigen Regionen Bayerns  gebührend gepflegt, wenn auch nicht in diesem Ausmaß, jedoch ebenfalls ausgelassen und fröhlich. Faschingsumzuge und -Partys finden in nahezu allen Städten und Gemeinden des Freistaates statt. So auch im Bayerischen Wald, in Weiding, der Heimatgemeinde des heimatverbundenen und traditionsbewussten Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier.

Dies hat sich bis in die Bundeshauptstadt Berlin rumgesprochen, wo MdB Holmeier mit dem „Verein der Bayern in Berlin“ eng freundschaftlich verbunden ist. Bei einem Urlaubsaufenthalt in der vergangenen Woche konnte sich der Vorsitzende des Berliner Bayernvereins, Helmut Amberger, von dem Faschingsfieber im Bayerischen Wald persönlich überzeugen.

Unter weiß-blauem Himmel und Sonnenschein, wofür der Bürgermeister der Gemeinde Weiding, Daniel Paul, als „Engel Petrus“, sorgte, setzte sich der Umzug am Rathausplatz in Bewegung. Allen voran die Weidinger Blaskapelle „AuWe“ mit fröhlicher Marschmusik, gefolgt vom „Indianerstamm“ des örtlichen Kindergartens. Mit einem Traktorgespann warb der Sportverein Weiding für sein 50-jähriges Gründungsfest in diesem Jahr. Es findet vom 8. Bis 10. Juni 2018 statt. Freunde und Interessierte sind herzlich eingeladen.

Wie in den Jahren zuvor war auch die Chamer Faschingsgesellschaft CFG mit ihren bunten Garde-Kostümen wieder beteiligt. Von ihrem Dreigestirn mit dabei, Prinz „Franz der Zulassende“ und der Bauer „Günther, der Galaktische“. Die zugehörige Jungfrau „Clarabella, die Gemütliche“ war wegen ihrem 50. Geburtstag – herzlichen Glückwunsch! – leider verhindert. Dafür war das jugendliche Dreigestirn mit Prinz „Elias, der Wortlose“, Jungfrau „Raphaela, die Redselige“ und Bauer „Sebastian, der Brummelige“, vollzählig.

Highlight des Faschingszuges war sicherlich der Motivwagen des Burschenvereins aus Dalking, dem nächstgelegenen Ortsteil der Gemeinde, mit dem Thema „Ein Münchner im Himmel“. Angeführt wurde das Traktorgespann vom Bürgermeister Daniel Paul als „Petrus im Himmel“ mit der Aloisius-Fahne. Gesteuert hat den Fendt-Oldtimer F25 der Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Dakling, Günter Theuerl. Oben auf dem Wagen warb, neben den Dalkinger Burschen, sogar der amtierende amerikanische Präsident „Trump“ für deren 5-jähriges Gründungsfest im kommenden Juli. „Kemmt’s und feiert’s mit uns!“ lautet die Einladung zu dem Jubiläum, das vom 20. bis 22. Juli 2018 stattfindet.

Mit einem weiteren Jubiläums-Gespann reihte sich das „Firefighter Batallion“ der Freiwilligen Feuerwehr Weiding in den Zug ein. Das 125-jährige Gründungsjubiläum steht allerdings erst im nächsten Jahr an. Das „Feiert alle mit!!!“, mit einem dreifachen Ausrufezeichen, auf der Traktorgabel war ein deutliches Zeichen für das Publikum, sich den Termin, 28. Juni bis 1. Juli 2019, fest einzuprägen.

Um auf gewisse Finanznöte der Feuerwehr hinzuweisen, fuhr ein nicht mehr zeitgemäßes Drehleiter-Fahrzeug hinterher. Auch „Weiding’s Wilder Westen“, d.h. die Feuerwehr vom westlichen Ortsteil Pinzing, war mit einem originellen Planwagen vertreten. Thema war ihre kürzliche Nominierung zur „Could Water Challenge 2018“. Dies ist ein Kaltwasser-Spaß, bzw. eine Kaltwasser-Herausforderung, die aus den USA kommt und in erster Linie bei Feuerwehren beliebt ist. Mit dem Spruch „Kould Water Tschalendsch, was für ein Spass, ober mir fress ma selber, unsern LeberKas“ brachten sie ihr bayerisches Selbstbewusstsein zu Ausdruck.

Zum Thema „Nachhaltiger Tourismus“ ließen sich der Frauenbund und die Herrnholzschützen von Weiding was einfallen. Warum mit dem Flugzeug in die Ferne schweifen und die Umwelt belasten,  nein, auch in der Heimat kann man im neu eröffneten „Casino Las Weiding“ sein Geld lassen. Für Nachhaltigkeit bei der Unkrautbekämpfung warb der Obst- und Gartenbauverein OGV-Weiding. „Glyphosat kommt uns nicht ins Haus, wir kochen Brennesel aus“ stellte der Verein seinen Standpunkt dar. Überzeugen kann man sich davon bei deren „Tag der offenen Tür“ am 24. Juni 2018.

Statt Brenneseltee wurden auf dem Hexenküchen-Gespann andere „ost-bajuwarischen Getränke“ zusammengebraut. Es war als letzte Attraktion das Schlusslicht des bunten und fröhlichen Faschingszuges. Hunderte Schaulustige säumten die Straßen und zollten den aktiven Umzugsteilnehmern großen Beifall.

Im Anschluss wurde das Faschingstreiben bis in die Abendstunden in der alten Schulturnhalle der Gemeinde fortgesetzt. Dabei sorgten die Gardemädchen und Gardisten der Chamer Faschingsgesellschaft mit ihren eindrucksvollen akrobatischen Tänzen für Hochstimmung. Bürgermeisters Daniel Paul bedankte sich recht herzlich bei den Teilnehmern und wünschte ihnen zusammen mit den Gästen noch fröhliche restliche Faschingstage.

Es war eine überaus gelungene Faschingsveranstaltung im Bayerischen Wald, in Weiding, im Landkreis Cham, die sich sehen lassen kann. Dazu ein dreifaches „Chamer Juhee“! Zum Zapfenstreich blies dann am Abend ein Faschingsritter von der nahegelegenen Ritterburg Runding mit einem, in der Region nicht üblichen Naturtoninstrument.

Bericht: Helmut Amberger – 1. Vorsitzender vom Verein der Bayern in Berlin e.V. und freier Berichterstatter der Samerberger Nachrichten

Bilder: Helmut und Manfred Amberger

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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