Kirche

Fahnenbandsegnung in Atzing – Prolog im Wortlaut

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Beim 81. Gautrachtenfest des Chiemgau-Alpenverbandes segnete Pfarrer Klaus Hofstetter ein vom Atzinger Festausschuss gestiftetes Fahnenband. Den hierzu von „Schneider-Bauer“ Peter Hötzelsperger aus Stetten (auf dessen Grund der Gottesdienst gefeiert wurde) verfassten Prolog trug Schriftführerin und Schwägerin Anja Hötzelsperger vor. Nachfolgend der Prolog im Wortlaut.

Griaß God

Griaß God – eich olle mitanand
Vom kleanst`n Trachtenkind – bis zum Gauvorstand

A herzlich´s Griaß God unserer werten Geistlichkeit
De uns heit d`Mess feiert und den göttlichen Seg`n erteilt

Begriaß`n deaf i Schirmherrn, Sänger, Musikanten und olle Ehrengäst
Zum 81. Gau- und 120- jährigen Gründungsfest

Wohl dem der des b`sondere Fest mit uns feiern mog
Paten- und Nachbarvereine bereichern den heitigen Dog

Mit Ehr und Stoiz deaf i zu eng heid a por Worte song
Mächt herzlich gratulier´n und bissl wos hinterfrong

120 Johr san mir Dax´nwinkler oit – aber trotzdem jung
So a grouß Fest hoit uns hoffentlich no lang in Schwung

Gor väi Festlichkeiten und scheene Stund`n durchlebt in dera langer Zeit
Dank sei dene vor uns – bis hin zu de 25 Gründerleit

Symbolisch trog´n unsere Mana de denane Dax auf´n Huat
Drum moan i – passt da Vagleich mit`n Tannabam ganz guat

Da Gründervorstand Christoph Wöhrer is unser Setzling g`wen
Und heit konn ma song – an guat`n Bod´n zum wochs`n hams eam gem

Mit 120 Johr san mir a starker Stamm
Weil mir scho über 300 Mitglieder ham

An Bam sei Lem is in de Johrring niederg`schriem
Unser Vereinsg`schicht steht in de Büache drin

De mogern Johrring machan`s Hoiz erst richtig hart – des is g´wieß
Und mia soin bedenka, dass a guat`s Vereinsjohr ned selbstverständlich is

Denn diam amoi – do kon ma gor nix dafür
De wead vom Bam a Daxl ganz einfach dürr

Scheinbar harmlos – wenn da Tannabam vo de unzähligen Nodl`n oane verliert
Is de säibige, aber de Letzte – dann is a um den stärksten Bam passiert

120 Johr wead koa Bam – ohne dass er schware Stürm aushoit`n muass
An Verein geht´s grod a so – beim Abschied vo machem Mitglied mim letzt`n Fahnagruaß

Mia ham des Glück – leb`n in Wohlstand und friedlicher Zeit
Miass`n aber guat aufpass`n – dass des weiterhin so bleibt

Denn unser wunderbare Schöpfung werd väi z`wenig g´acht
Hamas a fast vagess`n, dass ma drei Kreizl auf`n Brotweck`n macht

Wünsch ma uns wieder mehra Wertschätzung der bäuerlichen Hand
Unvorstellbar ohne Sie – der Zuastand im g`samten Alpenverband

Trong ma unser scheene Tracht mit Bedacht
Aber im Wiss`n, dass G`wand alloa koa Kameradschaft macht

Grod so schneidig wia mia unser Tracht`ngwand trong
Soit ma de G´stoitung unserer Hoamat mit de Entscheidungsträger hinterfrong

Lass ma uns zukünftig ned zu stark delegier´n vom Komerz
denn des is auf Dauer ned g´sund für´s Trachtenherz

Jetz doa ma aber nimma länger nochsinier`n
Denn heid hoaßt´s feiern und jubilier´n

Beim Ess`n und Tringa loss mas uns guat geh im Zait
Und an griabig`n Dischkurs, wenn d`Musi aufspait

Je höha da Geburtstog – um so mehra is a begehrt
Drum feiern mia no a ganze Woch – des is g`wiss ned vokehrt

Und jetzt liaba Fähnrich zu dir – für Di hob i wos dabei
Der edle Stoff is no ganz nei – und hod a feine Stickerei

Im Namen vom Festausschuss überreich i des Erinnerungsband
Zur heitig´n Festlichkeit vo unserm Verein und Gauverband

Trog d`Fahn und s`Bandl mit Stoiz und Ehr
Und zoag´s spada amoi ois Erinnerung her

Zum Schluss wünsch i eich olle an unserm Festdog vai Freid
A scheene Woch bei uns Dax`nwinkler und drüber ausse – a guade Zeit

Foto: Hötzelsperger – Beim Anbringen des Fahnenbandes mit Fähnrich Martin Schlosser

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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