Sport & Freizeit

Erlebnisorientierte Naturführungen am Chiemsee

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Am malerischen Ostufer des Chiemsees befindet sich bei Schützing einer der am schönsten gelegenen Jugendzeltplätze Deutschlands. Er ist ein Anziehungspunkt für viele Jugendgruppen und Schulkassen. Der Kreisjugendring und die Chiemsee-Naturführer bieten hier jedes Jahr in den Sommermonaten ein Naturerlebnis der besonderen Art an.

Mit Kanu und Taucherbrille am Schilfröhricht

„Lautlos wie die Indianer paddeln wir mit dem Kanu zum Schilfröhricht und beobachten dort die seltenen Teichrohrsänger“, erzählt Carsten Voigt, der seit 2003 zur Gruppe der 17 Chiemsee-Naturführer gehört und in Schützung Jugendgruppen und Schulkassen führt. „Anschließend tauchen wir unter und entdecken mit Taucherbrille und Kescher die Unterwasserwelt des Chiemsees im ufernahen Bereich. Wir beobachten Muscheln, Schnecken, Fische und Wasserinsekten. Was uns näher interessiert, betrachten wir anschließend im Mikroskop.“

Diese naturkundliche Entdeckungsreise macht den jungen Menschen viel Spaß, da sie ihr neues Wissen unter traumhaften Bedingungen in schönster Natur selbst erkunden dürfen. Beim Paddeln, Schwimmen und Tauchen ist auch ein Schuss Abenteuer dabei. Das fängt schon beim Kanufahren an, da nicht jeder Teilnehmer die schnittigen, schmalen Boote von Anfang an sicher steuern kann. Hier hilft Carsten Voigt mit wichtigen Tipps und macht sie fit für das anschließende Kanu-Wettrennen.

Das Wissen um die Pflanzen- und Tierwelt motiviert zu deren Schutz

Noch etwas ganz Wichtiges lernen die Wasserpioniere bei diesem Naturerlebnis: Sie erleben die Pflanzen- und Tierwelt im und am Wasser als etwas sehr Schützenswertes, auf das sie Rücksicht nehmen. Ihre Kanus gleiten fast geräuschlos am Röhricht entlang, um die Schilfbrüter nicht zu beunruhigen. Während sie auf das Schilfröhricht blicken, dürfen sie eine der schwierigsten Aufgaben für Kindergruppen meistern: lautlos wie der Graureiher beim Fischfang zu verharren, denn nur so können sie Teichrohrsänger, Blesshühner und Haubentaucher länger beobachten.

Die Führung „Mit Kanu und Taucherbrille am Schilfröhricht“ ist Teil eines Gesamtpakets an naturkundlichen Angeboten am Chiemsee, die jedes Jahr zahlreiche kleine und große Teilnehmer für die Natur begeistern.

Die Naturführungen wurden 2003 durch den Abwasser- und Umweltverband Chiemsee (AUV) unter Mitwirkung des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein ins Leben gerufen. Der AUV konzipierte die Naturführungen, bildete die Chiemsee-Naturführer aus und beschaffte die Materialien für die Führungen. Gemeinsam mit den Tourismusverbänden bewirbt der AUV bis heute die Naturführungen, zu denen unter anderem auch zählen: „Erlebnisbootsfahrt an das Delta der Tiroler Achen“, „Mit dem Ruderboot ans Ende des Sees“ oder eine naturkundliche Floßfahrt auf der Alz. Später wurde das Angebot vom AUV um Vogel- und Fledermausführungen ergänzt, auch zu Bibern, Bachtieren und Libellen gibt es seit einiger Zeit interessante Erlebnisführungen. Die Angebote richten sich nicht nur an Schulklassen und Jugendliche, sondern auch an Erwachsene und Gäste der Chiemseeregion. Bei Interesse gibt es mehr Infos unter www.chiemseeagenda.de oder in den Touristinfos am Chiemsee.

Fotos:

Gut ausgerüstet stechen die Boote in See. Das Kanu zu steuern ist am Anfang gar nicht so einfach, wie die Schüler der 4. Klasse aus Heiligkreuz/Trostberg feststellten. Foto: Till Barmeyer

Nachdem die Anfangsschwierigkeiten beim Bootsteuern überwunden waren, testeten die Schüler ihr neues Können mit viel Spaß in einem Kanu-Wettrennen. Foto: Till Barmeyer

Nach der spannenden Sammelaktion am Ufer und unter Wasser erkundet die Schulklasse mit dem Naturführer Carsten Voigt und ihrer Lehrerin Ulrike Brunnlechner ihre zahlreichen Funde: Schnecken, Muscheln, Köcherfliegenlarven, Wasserpflanzen und besondere Steine. Foto: Till Barmeyer

Einer der Unterwasserweltschätze, der die Kinder begeisterte: ein Furchenstein, der aufgrund seines Hirn ähnlichen Aussehens auch Hirnstein genannt wird. Die Furchen auf seiner Oberfläche entstehen durch ein noch nicht ganz erforschtes Zusammenspiel von Algen und Insektenlarven. Foto: Till Barmeyer

Bericht, Bilder und nähere Informationen:

Alexandra Nawroth, Umweltbeauftragte des Abwasser- und Umweltverbands Chiemsee, Tel. 08051-6901-16 oder 0152-26678684 bzw. E-Mail nawroth@auv-chiemsee.de, und Carsten Voigt, Chiemsee-Naturführer

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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