Leitartikel

Erinnerungen: Lehrerin Franziska Mühlthaler feierte 95. Geburtstag

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Ihren 95. Geburtstag konnte in guter Rüstigkeit die in Prien-Kaltenbach aufgewachsene Franziska Mühlthaler in ihrer Wohnung in Rosenheim feiern. Die pensionierte Volksschullehrerin hätte gerne 95 Leute aus ihrer großen Verwandtschaft zu einer gemütlichen Feier eingeladen. Coronabedingt ließ sich dann die Feier allerdings erst etwas verzögert mit dann 34 Personen im Gasthof Höhensteiger in Westerndorf-St. Peter nachholen. In diesen Tagen fand sich als Gratulant Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder mit einem persönlichen Brief ein. 

Zur Welt kam Franziska Mühlthaler in München, aufgewachsen ist sie in Kaltenbach, damals Gemeinde Wildenwart und heute Gemeinde Prien. „Ich war die fünfte von 13 Geschwistern, wir waren 10 Dirndl und 3 Buam, zweimal gab es Zwillinge und es leben noch mit mir fünf weitere Geschwister. Und heute bin ich fast ungezählte Male Tante, Großtante und Urgroßtante“ – so die ledig Gebliebene, weil es zu damaliger Zeit geboten war, dass „Schul-Fräuleins“ nicht heiraten sollten. Selbst ging sie von 1933 bis 1940 in Wildenwart zur Schule, anschließend ein Jahr nach Prien zur Volks- und Haushalts-Schule während des sogenannten „Pflicht-Jahres“. Von 1942 bis 1945 erfolgte die Teilnahme an der sogenannten Lehrer-Bildungs-Anstalt (LBA) in Polling bei Weilheim. In der Nachkriegszeit war – wie sie sagte – „nix los“ und sie war mit all ihren kleinen Geschwistern daheim. Ab 1946 war dann eine weitere LBA-Zeit in Landshut und nach einer kurzen LAA (Lehr-Amts-Anwärter) – Zeit in der Stammschule Prien wurde sie für drei Wochen zur Vertretung des dortigen Schulleiters Karl Schulmayer nach Wildenwart gebeten, dazu erinnert sie sich: „Das war zum Teil eine lustige Zeit, weil in meiner Klasse auch einige meiner jüngeren Geschwister waren“. Die dann folgenden Lehrer-Stellen waren im Alt-Landkreis Laufen, ein Jahr in Tengling am Waginger See, drei Jahre in Tittmoning („Einmal mit einer Ersten Klasse mit 57 Kindern“), von 1952 bis 1967 in Neukirchen am Teisenberg und dann zehn Jahre in Aschau i. Chiemgau. Dort bekam sie nach einer Ausschreibung die Stelle und zugleich auch eine „Dienst-Wohnung Erster Ordnung“. In der Aschauer Zeit unterrichtete Frau Mühlthaler auch Schülerinnen und Schüler aus den Gemeinden Frasdorf, Umrathshausen und Sachrang. Nach Aschau und bis zur Pensionierung im Jahr 1988 war Frau Mühlthaler Volksschul-Lehrkraft in Feldkirchen Westerham.

„Bis heute habe ich noch viele und freundschaftliche Kontakte mit ehemaligen Schülern und Kollegen“ – so die 95-Jährige, die sich als langjähriges Bayernbund-Mitglied nach wie vor mit der bayerischen Geschichte befasst und viel liest.

Foto: Hötzelsperger – Franziska Mühlthaler feierte ihren 95. Geburtstag – das Bild zeigt sie in ihrer Wohnung in Rosenheim.

Foto: Zeugnis-Abschnitt einer Aschauer Schülerin

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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