Leitartikel

Erinnerungen 2006: Trachtler beim Bundespräsidenten

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

In diesen Tagen war Alt-Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler im Chiemsee-Alpenland zu Gast. Dabei kam es auch zu persönlichen Begegnungen und Erinnerungen – unter anderem als Mitglieder und Führungsleute des Deutschen und Bayerischen Trachtenverbandes im Jahr 2006 ins Schloss Bellevue einlud – davon dieser Bilderbogen zur Erinnerung der damalige Bericht.

Bundespräsident Horst Köhler würdigt Ehrenamtlichkeit und Fröhlichkeit bei Deutschem und Bayerischem Trachtenverband

 Berlin/Bayern (hö) – „Trachten stehen für Tradition und Fröhlichkeit, zudem sind sie Ausdruck für Vielfalt und Kraft in Deutschland“ – mit diesen Worten würdigte Bundespräsident Horst Köhler die ganzjährige ehrenamtliche Tätigkeit aller in den Brauchtumsvereinen in Deutschland aktiven Frauen, Männer, Jugendlicher und Kinder. Von den insgesamt 250.000 Dirndl und Buam bis 27 Jahre und den rund zwei Millionen Mitgliedern in tausenden von Vereinen innerhalb des Deutschen Trachtenverbandes waren 150 in den Großen Festsaal des Schlosses Bellevue in Berlin zu einem über einstündigen Empfang  eingeladen.

Bundespräsident Horst Köhler in Begleitung mit  seiner Ehefrau Eva Luise wies in seiner Ansprache auf das fröhliche Selbstbewusstsein von Tanz-  und Musikantgruppen sowie auf die Offenheit dieser Leute gegenüber anderen Ländern und Religionen hin. „Sie zeigen ein positives Selbstbild und sie leisten viel für die Ehrenamtlichkeit und für unser Land“, sagte der Bundespräsident, der sich schon freute, im Mai 2007 als Schirmherr beim Deutschen Kinder- und Jugend-Trachtenfest im Saarland wieder mit den frohen und frohmachenden Tänzern und Musikanten zusammenzutreffen. Knut Kreuch, Vorsitzender des Deutschen Trachtenverbandes und Oberbürgermeister von Gotha erläuterte in Versform die Bedeutung der kulturellen Arbeit in den Heimat- und Volkstrachtenvereinen in ganz Deutschland. „Unser Stolz auf die Heimat ist berechtigt, dieser wurde erst vor kurzem mit aussergewöhnlichen Auftritten und Erlebnissen bei der Fußball-Weltmeisterschaft und beim Besuch von Papst Benedikt XVI gewürdigt“, so Kreuch. Abschließend wies der Bundesvorsitzende noch darauf hin, dass 2007 in Thüringen das 100jährige Bestehen der organisierten Brauchtumspflege gefeiert wird, dass 2008 in Bayern die Gründung des ersten bayerischen Trachtenvereins vor dann 125 Jahren mit verschiedenen Veranstaltungen begangen wird und dass 2014 in Rheinland-Pfalz der 100. Geburtstag eines dortigen Trachtenfestes zur Feier ansteht. „An Ihnen, Herr Bundespräsident schätzen wir die Kraft des Wortes. Weil wir uns auch fortan wünschen, dass Sie mit Worten und Argumenten trommeln, überreichen wir Ihnen ein seltenes Exemplar einer Maultrommel“, so Knut Kreuch. Danach zeigten 24 Paare aus fast allen deutschen Bundesländern eine Deutsche Volkstanzfolge. Einstudiert wurde dieser Tanz unter der Leitung von Nicole Dlabal von der Deutschen Trachtenjugend im Rahmen eines mehrtägigen Jugendaufenthaltes in Berlin. Die bayerische Abordnung wurde geleitet vom stellvertretenden Vorsitzenden der Bayrischen Trachtenjugend Sepp Probst und es wirkten Mitglieder aus dem Lechgau und Oberen Lechgau mit. Die musikalische Begleitung mit der Ziach erfolgte durch Erhard Sebastian aus Burg. Ehe sich Bundespräsident Horst Köhler ganz persönlich von allen Landesgruppen verabschiedete, trug er sich noch in das Ehrenbuch des Deutschen Trachtenverbandes mit folgenden Worten ein: „Danke für das Engagement: Deutschland in seiner Vielfalt, Kultur und Sitte. Das brauchen wir und das macht uns Mut“.

Foto/s: Hötzelsperger – Verschiedene Aufnahmen anl. Empfang der Deutschen und Bayerischen Trachtenjugend bei Bundespräsident Horst Köhler

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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