Der Wald gehört zu den beliebtesten Erholungsräumen in Deutschland. Auf rund 62.000 Kilometern Weges können die heimischen Wälder erkundet werden. Ihre Nutzung als Erholungsstätte ist sogar per Gesetz festgeschrieben. § 14 des Bundeswaldgesetzes besagt: „Das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung ist in Deutschland ausdrücklich erlaubt“. Doch der Wald bietet nicht nur als Erholungsraum zahlreiche Vorteile für den Menschen. Aber was genau kann ein Wald und wie schützen wir ihn am besten?

Wald: Bäume als Grundlage

Ganz klar, ein Wald zeichnet sich in erster Linie durch seinen Baumbestand aus. Im Idealfall ist eine gute Mischung aus Laub und Nadelbäumen vorhanden. Zu den wichtigsten Baumarten in den Wäldern Deutschlands gehören:
Nadelbäume:
– Fichte
– Kiefer
– Lärche
– Tanne
Laubbäume:
– Rotbuche
– Eiche
– Hainbuche
– Linde
– Birke
– Ahorn

Rund 90 Baum- und Straucharten sind in den deutschen Wäldern zu Hause. Am häufigsten sind Fichte, Kiefer, Buche und Eiche zu finden. Dabei sind Fichten vor allem im Süden und im Südwesten sowie in den Mittelgebirgen anzutreffen. Die Kiefer hingegen ist im nordostdeutschen Tiefland, dem Pfälzer Wald, dem Rhein-Main-Gebiet und der Oberpfalz verbreitet. Die Buche ist in den Mittelgebirgen der Schwäbisch-Fränkischen-Alb, dem Pfälzerwald, dem Odenwald, dem Spessart und der Eifel zu Hause. Die Eiche fühlt sich vor allem in wärmeren Tieflagen wohl.

Ohne Eingreifen des Menschen, wären die Wälder in Deutschland wohl noch immer vor allem von Laubbäumen geprägt. Dass heute vor allem Fichten und Kiefern das Erscheinungsbild der Wälder beherrschen, hat viel mit unserer Geschichte zu tun. Denn vom Mittelalter bis ins letzte Jahrhundert wurden die Wälder übernutzt und kahlgeschlagen. Im Rahmen von Aufforstungsprojekten wurde vor allem auf schnell wachsende Nadelbäume gesetzt.

Inzwischen wird Wert daraufgelegt, den Wald in seiner Vielfalt zu erhalten und wieder aufzuforsten. So gibt es insgesamt wieder mehr Wald in Deutschland als noch 1950 und auch wieder mehr und mehr Laubbäume. Aufforstung allein reicht jedoch nicht – auch entsprechende Schutzmaßnahmen für frisch gepflanzte Setzlinge sind sehr wichtig. Dazu gehört beispielsweise ein guter Sonnenschutz, um die Borke vor Überhitzung und damit Verletzungen zu schützen.

Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen – das gilt nicht bei der Bundeswaldinventur, die alle zehn Jahre stattfindet. Die Bundeswaldinventur wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft organisiert und liefert genaue Zahlen zu Baumbeständen und anderen wichtigen Daten.

Übrigens:

Bevor die Menschen begannen, Ackerbau zu betreiben bedeckten die Wälder fast die gesamte Fläche Deutschlands. Tatsächlich ist Deutschland noch immer eines der waldreichsten Länder der EU. Dabei sind nur noch ein Drittel der Gesamtfläche Deutschlands bewaldet. Gut 90 Milliarden Bäume wachsen hier.

Ein Wald ist so viel mehr

Ein Wald ist natürlich so viel mehr als sein Baumbestand. Er ist Lebensraum zahlreicher Tierarten. Wildtiere wie Füchse, Rehe, Hasen, Igel, Dachse, Auerhähne und Wildschweine sind in unseren Wäldern zu Hause. Auf den Bäumen leben Vögel wie Eichelhäher, Specht und Nachtigall. Am Boden kriechen Reptilien und Amphibien wie Eidechsen, Schlangen und Kröten. Auch Waldameisen und unterschiedlichste Käfer tummeln sich hier. Und nicht nur zwischen den Bäumen und Sträuchern ist einiges los. Im Waldboden leben unzählige Insekten und Würmer.
Inzwischen kehren sogar einige in Deutschland bereits ausgerottete Tierarten zurück. In manchen Wäldern finden sich wieder Luchse, Wölfe und auch Braunbären und Elche.
Aber nicht nur für die Tierwelt ist der Wald wichtig. Auch wir Menschen brauchen den Wald. Er ist CO2-Senke und Wasserspeicher und bringt weitere Vorteile mit sich.

Welche Vorteile bringt der Wald für Menschen?

  1. Rohstoffquelle und Arbeitsplatz

Der Wald bringt uns in Form von Holz nicht nur wichtige Rohstoffe, tatsächlich schafft er auch Arbeitsplätze. Über eine Millionen Menschen sind in Deutschland im Bereich Holz und Forst beschäftigt. Solange wir den Wald als Rohstoffquelle nutzen, muss zu seinem Schutz darauf geachtet werden, nachhaltig zu wirtschaften. Das heißt, es muss mehr Holz nachwachsen als verbraucht wird.

  1. Klimaschützer

Die enorm wichtige Bedeutung des Waldes für den Klimaschutz ist inzwischen hinreichend bekannt. Unsere Wälder sind eine natürliche CO2-Senke. Die Bäume binden Kohlendioxid und entlasten damit die Atmosphäre.

Auch auf das lokale Klima haben Wälder einen wichtigen Einfluss. Denn im Sommer sorgen sie für Kühlung. Bis zu sechs Grad geringer sind die Temperaturen im Wald gegenüber dem Freiland und sogar bis zu acht Grad kühler als in Städten. Das liegt daran, dass im Wald die Sonneneinstrahlung geringer ist und die Luftfeuchtigkeit höher. So wirkt der Wald auch positiv auf benachbarte Gebiete. Denn hier findet ein reger Luftaustausch statt.

  1. Weitere Schutzfunktionen des Waldes

Wälder und Baumbestände schützen uns Menschen zudem vor Naturkatastrophen wie Hochwasser. Denn der lockere Waldboden kann Unmengen an Wasser, wie es durch starke Regenfälle oder Schneeschmelze entsteht, aufnehmen. Darüber hinaus wird im Wald Wasser nicht nur gespeichert, sondern auch gereinigt. Wasser, das im Waldboden versickert, wird dort gefiltert. Es ist besonders reich an Sauerstoff, sehr sauber und damit gutes Trinkwasser.

Wissenswert: Die Anreicherung von Trink- und Grundwasser ist in Laubwäldern übrigens höher als in Nadelwäldern. Auch das macht vor allem den Erhalt von Laubbäumen und gesunden Mischwäldern so wichtig.

  1. Der Wald als Erholungsraum

Ein Spaziergang im Wald entspannt. Der Blick ins Grüne, die Stille bzw. die natürlichen Geräusche geben Ruhe und Erdung. Die positiven Effekte eines Aufenthalts im Wald sind inzwischen sogar wissenschaftlich belegt. Bereits ein kurzer Spaziergang im Grünen senkt nachweislich den Blutdruck und vermindert Stresshormone.

Fazit: Wald bedeutet Leben

Damit die Wälder weiterhin all ihre guten Aufgaben erfüllen können, müssen wir sorgsam mit ihnen umgehen und sie in all ihrer Vielfalt für Mensch und Tier erhalten. Schon Kleinigkeiten können helfen. So ist es sinnvoll, auf Holz und Papierverbrauch zu achten und nur zertifizierte Holzprodukte zu kaufen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Aktionen, in deren Rahmen neue Bäume gepflanzt werden und die aktiv oder durch Spenden unterstützt werden können.

 

Titelbild: Zahlreiche Lebewesen könnten ohne den Wald nicht lange existieren – er bietet Schutz und Nahrungsquellen.
Bildquelle: Isnurnfoto – 269719141 / Adobe Stock

Foto im Text: Von märchenhaft über lebendig bis düster – Wälder haben viele Gesichter und sie sind für uns Menschen von unschätzbarem Wert. Bildquelle: Smileus – 255174366 / Adobe Stock

 

Über den Autor

Rainer Nitzsche

Als Webseiten-Entwickler bin ich für die Gestaltung und den technischen Betrieb dieser Plattform verantwortlich und versuche, die Seite ständig aktuell und zeitgemäß zu halten.

Als Reportage-Fotograf möchte ich mit wenigen Bildern wiedergeben, was als geschriebener Text vielleicht Bände füllen würde. Es geht um Ereignisberichte in Bildern. Es gilt, schrittweise und in den richtigen Momenten Entwicklung und Ablauf von Ereignissen festzuhalten, die schließlich in einem Höhepunkt gipfeln. Das bedeutet, meine Fotografien sind sehr oft weniger formell und zeigen den Charakter der Menschen eher in einer pose-freien, authentischen Weise, die nicht inszeniert ist.
Mehr Fotos finden Sie auch auf meiner Webseite unter www.rainernitzsche.de

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