Freizeit

Erfahrungsbericht zum Flintsbacher Freibad

Wer von der Hektik des Alltags eine Pause braucht, ist im Freibad Flintsbach genau richtig. Mitten im Ort gelegen, dennoch ein sehr weitläufiges Areal umfassend, wird es besonders von den Einwohnern für seinen Erholungswert geschätzt. Bei einem „Ortstermin“ mit Bürgermeister Stefan Lederwascher und Georg Müller, Bademeister des Freibads, kann ich mich selbst davon überzeugen.

Corona war natürlich ein Thema, das Hygienekonzept konnte vom Vorjahr übernommen werden. In Sachen leibliches Wohl gibt es seit dieser Saison Neuigkeiten: Die Gastronomen Jürgen und Uschi Nowak bringen neben langjähriger Erfahrung auch frischen Wind in das kulinarische Angebot. Früher führten sie die Gaststätte im Eisstadion und konnten jetzt – neben Ihrer Tätigkeit im „Café am Salinplatz“ in Rosenheim – auch für das Freibad in Flintsbach gewonnen werden. Die Resonanz ist bisher positiv: „Es ist eine wahre Schau“, so Stefan Lederwascher. „Nicht nur die üblichen Speisen, auch die selbstgebackenen Kuchen lassen sich die Gäste gerne schmecken.“

Manchmal schlägt das Wetter seine Kapriolen, wie auch am heutigen Tag, wo es um halb neun noch geregnet hat und der Bademeister Georg Müller sich dachte: „Erstmal abwarten, wie es sich entwickelt – um halb elf habe ich dann bei den Wirtsleuten angerufen und gesagt, wir machen um elf Uhr auf. Normalerweise ist es ziemlich gut vorherzusagen, dennoch, flexibel muss man einfach sein als Wirt im Freibad.“

Mein Blick schweift unwillkürlich in die Höhe, es ist die Kulisse, die das Auge anzieht. Dieses „Aha“-Erlebnis hatte Stefan Lederwascher beim Schwimmen, als er sich mitten im Freibad einmal bewusst um die eigene Achse gedreht hat. „Da bietet sich in jede Richtung ein gigantischer Ausblick, die Silhouette der Berge hat einfach besonderen Reiz. Es ist schon mehr als ein Stück Süden oder Urlaubsfeeling, was da rüberkommt,“ schwärmt er.

Jetzt läuft eine kleine „Wasserratte“ auf uns zu, sein ältester Sohn, Benedikt, sagt kurz „Hallo“. Er ist 10 Jahre alt und muss schnell wieder los, sich mit den anderen Kids im Wasser vergnügen.

„Das würde ich mir sogar trinken trauen, so gut ist die Wasserqualität“, meint Stefan Lederwascher. Dieser Umstand ist der Tatsache zu verdanken, dass die ursprüngliche Trinkwasserversorgung für Flintsbach auch das Schwimmbad speist. Die Quelle liegt direkt am Fuße des Petersberges und ist vor einiger Zeit aufgrund von Bergrutsch versandet. Daher gab es u.a. vor 6 Jahren ein größeres Bauvorhaben mit dem Ziel, die Quellfassung zu erneuern. „Wir wussten, dass das ein Wagnis ist, auf das wir uns einlassen, aber die beauftragte Firma hat super Arbeit geleistet. Jetzt haben wir genau die Qualität, die wir uns wünschen.“

Ist die Wassertemperatur denn nicht ziemlich frisch? Bademeister Georg Müller meint dazu: „Anfangs der Saison natürlich schon, es sind nicht mehr als 17/18 Grad. Den Sommer über erwärmt es sich aber und wir versuchen dann, die Temperatur konstant zwischen 20 und 23 Grad zu halten. Es leben auch Forellen im Freibad und die mögen es nicht allzu warm.“ Die Bademeister regulieren die Temperatur über den Wasserstrahl, momentan ist er breit gefächert, d.h. das eintreffende Wasser kann sich bereits in der Luft erwärmen. „Plätschert“ es vorne nur ein wenig raus, heißt das, die Temperatur soll nicht weiter ansteigen. Apropos „plätschern“: die Wasserfläche des Freibads beträgt 10.000 Quadratmeter, es dauert daher circa drei Wochen, bis das Becken komplett gefüllt ist. Jedes Frühjahr steht folgendes auf dem Programm: zuerst wird das Wasser vom Vorjahr komplett ausgelassen, dann das Becken gründlich gereinigt und dann wieder neu eingelassen.

Die Badeaufsicht hat heute Resi Westenhuber. Vor 10 Jahren fiel ihr eine Anzeige des Freibads ins Auge, die ihr gefiel: „Kontaktfreude und Sportlichkeit von Vorteil“ hieß es da –  spontan hat sie sich beworben, weil sie auch gleich um die Ecke wohnt und „man als Hausfrau viel Zeit hat“, lacht sie.

Insgesamt fällt der familiäre Charakter auf, die Anlage ist sehr gepflegt, der alte Baumbestand spendet ausreichend Schatten. Neue, exotische Baumarten wie tibetanische Birke kommen hinzu. Das Gelände mit 10.000 qm Liegefläche bietet Platz für ca. 900 Personen, kostenlose Parkplätze stehen zur Verfügung.

Eigentlich möchte ich gar nicht zuviel darüber verraten. Wer einmal dort war, denkt wohl ähnlich: Ein Ort wie dieser sollte als „Geheimtipp“ gehandelt werden.

Bericht und Foto: Conni Lecher in Kooperation mit dem Wendelstein Anzeiger (www.wendelstein-anzeiger.de).

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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