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Endspurt bei der PHARAO-Ausstellung

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Endspurt in der Ausstellung PHARAO im Lokschuppen Rosenheim! Nur noch bis zum 17. Dezember haben die Besucher die Möglichkeit, die Welt der Pharaonen und das Leben der Menschen im alten Ägypten zu erkunden. 400 Exponate von internationalen, renommierten Leihgebern, elf Modelle altägyptischer Tempelanlagen und 22 Medienstationen nehmen die Besucher im Lokschuppen mit auf eine Reise an den Nil. Eines der bedeutendsten Ausstellungsstücke wird derzeit noch erforscht. Die Ägyptologin Prof. Louise Gestermann von der Universität Göttingen hat den 4000 Jahre alten Kastensarg des Herrn Nacht – eine Leihgabe des Museums in Aberdeen – zu einer eigenen Lehrveranstaltung an der Universität gemacht. Mit ihren Studenten unternahm sie jetzt eine Exkursion in den Lokschuppen. „Die Fachwelt wusste vorher nichts von der Existenz dieses Sarges“, so die Wissenschaftlerin. „In unserem Seminar untersuche ich ihn mit meinen Studenten gründlich. Wir haben die Schrift entschlüsselt und so bereits einiges über das Leben des Herrn Nacht gelernt.“ So war der Besitzer des Sarges ein Speichervorsteher und eine hoch gestellte Persönlichkeit. Infrarotaufnahmen machten Schriften sichtbar, die mit bloßem Auge nicht mehr zu erkennen waren. Der Sarg ist innen und außen mit Schriften versehen. „Darunter ist auch eine Unterhaltung mit einem Fährmann, der den Toten ans andere Ufer des Flusses, in das Leben im Jenseits bringt“, so Gestermann. Nächstes Jahr will die Wissenschaftlerin eine eigene Publikation über die Forschungsergebnisse zum Kastensarg herausbringen.

Wer den Kastensarg näher begutachten und tiefer in die Welt der Pharaonen eintauchen will, hat dazu noch reichlich Gelegenheit. Täglich um 14:00 Uhr finden Regelführungen statt, eine Anmeldung dafür ist nicht erforderlich. Bei großem Besucherandrang werden zusätzliche Führungen angeboten. Samstags und sonntags gibt es jeweils um 11:00 Uhr und nach Bedarf die beliebten Familienführungen mit anschließendem gemeinsamem Basteln. Auch dafür muss man sich nicht anmelden. Bereits ausverkauft sind die Taschenlampenführungen. Am Dienstag, dem 12. Dezember steht zum letzten Mal der Kulturgenuss für Aktivsenioren auf dem Programm. Nach einer intensiven Führung durch die Ausstellung mit mobilen Sitzgelegenheiten tauschen sich die Teilnehmer mit dem Ausstellungsführer im Bistro Café Lok bei Kaffee und Kuchen aus.

Gruppen und Vereine können nach wie vor eine eigene Führung buchen. Besonders in den letzten Tagen der Ausstellung dürfte der Andrang größer sein. Deshalb gilt hier das Motto: Je eher, desto besser! Die Ausstellung PHARAO schließt am Sonntag, dem 17. Dezember um 18:00 Uhr die Pforten für die Besucher. Dann können sich die Einwohner der kanadischen Stadt Victoria in British Columbia freuen. Ab Mai wird die Ausstellung PHARAO dort im Royal BC Museum zu sehen sein. Fans des Ausstellungszentrums Lokschuppen müssen sich dagegen gedulden. Der Lokschuppen wird umfangreich saniert und bleibt deshalb 2018 geschlossen.

Foto: Prof. Louise Gestermann (vorne) mit dem Leiter des Ausstellungszentrums Lokschuppen Dr. Peter Miesbeck und den Studenten am Kastensarg des Herrn Nacht. 

PHARAO – Leben im alten Ägypten

Eine Ausstellung der VERANSTALTUNGS + KONGRESS GmbH Rosenheim in Zusammenarbeit mit dem Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, dem Universitätsmuseum Aberdeen und Museumspartner – Die Kunstspedition GmbH

Ausstellungszentrum Lokschuppen Rosenheim
Rathausstraße 24, 83022 Rosenheim
Öffnungszeiten: 24.03. bis 17.12.2017

Mo – Fr von 09:00 – 18:00 Uhr I Sa, So u. Feiertag von 10:00 – 18:00 Uhr

Telefon: +49 (0) 80 31 / 3 65 90 36  E-mail: lokschuppen@vkr-rosenheim.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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