Brauchtum

Einladung: Kathreintanz in Arrach beim Waldgau

Im Volksmund ist der Merkspruch „Kathrein stellt den Tanz ein” überliefert. Nach altem Brauch bildet der Kathreintanz den Abschluss der traditionellen Tanzsaison – der Advent ist tanzfrei (bis 6. Januar) und dient als Bußzeit. Die staade Zeit beginnt und Tanz und Lustbarkeit haben ein Ende. Nach christlichem Gebot dürfen nach dem Kathrein-Tag am 25. November keine dörflichen Tanzveranstaltungen mehr stattfinden. Der Gedenk-Tag geht auf die heilige Katharina von Alexandrien zurück. Die heilige Katharina wird als eine Nothelferin verehrt. Zu den 14 Nothelfern gehören nur drei Frauen, nämlich: „Margareta mit dem Wurm, Barbara mit dem Turm, Katharina mit dem Radl, das sind die drei heiligen Madl.“ Bezüglich des Martyriums der Philosophen-Schutzpatronin und Stottern-Nothelferin auf dem Rad sollten mit beginnender Vorweihnachtszeit symbolisch alle Räder der Vergnügung wie Arbeit (Spinnräder, Mühlenräder) bis zum Hl. Drei König-Tag zum Stillstand kommen.  Für die Christen ist es eines der letzten Heiligenfeste vor dem bußorientierten Advent.

Der Bayerische Waldgau hat sich der Brauchtumspflege verschrieben und wahrt diese Tradition. Deswegen lädt er alle begeisterten Tänzer jeden Alters ein zum Kathreintanz am Samstag, 16. November um 19.30 Uhr ins Gasthaus Aschenbrenner nach Arrach. An diesem Abend sollen Geselligkeit und das Miteinander in froher Runde gepflegt werden. Als gastgebender Verein treten zum sechsten Mal die „Riedlstoana“ Arrach in Aktion. Für den nötigen musikalischen Schwung sorgt die bewährte Kapelle „Eisenstoana Blosmusi“, eine 12-köpfige Formation, die ganz ohne Verstärker oder andere technische Hilfen auskommt. In ihrem Repertoire finden sich eine Vielzahl von Landler, Polkas, Boarische, Schottischer, Märsche, Walzer oder Dreher. Auch die verzwickten Zwiefachen beherrschen die Vollblutmusiker gut. Zünftig aufspielen wird wiederum die „Eisenstoana Blosmusi“. Die Musiker haben sich den Auftrag gestellt, bayerische Tradition zu erhalten und heimatliches Kulturgut zu pflegen.

Keine Vorkenntnisse erforderlich. Wer zum Kathreintanz kommt, braucht kein Spezialist für Volkstänze sein. Volkstanz soll leben und er lebt nur durch die Abwechslung und Vielfalt. Einfache Figurentänze erfreuen sich großer Beliebtheit, sie werden jedoch vorher angesagt. Die Blaskapelle richtet sich hier nach den Wünschen der Vereine. Für alle anderen, die mitmachen wollen, werden die einfachen Figuren angesagt. Der Veranstalter betont, dass dieser Tanzabend für alle Freunde des bayerischen Tanzes gilt, ob Einheimische, Ortsvereine, Feriengäste oder Trachtenvereine. Auch Blasmusikliebhaber, die nur zuhören wollen, werden auf ihre Kosten kommen. Auf ein zahlreiches Erscheinen zahlreicher Tanzwilliger aus nah und fern – ob im boarischen Gwand oder Jeans – freuen sich die Arracher Trachtler und der Bayerische Waldgau.

Hintergrund-Infos:

  • Am 25. November gedenkt man der heiligen Katharina von Alexandrien, einer wichtigen Tagesheiligen für die Volkskultur, die als intellektuelle christliche Jungfrau zum Tod durch Rädern verurteilt wurde.
  • Darum standen an ihrem Namenstag die Räder still.
  • Somit durfte nicht im Kreis getanzt werden.
  •  Kathrein ist der letzte Tag für fröhliche Bälle und Tanzfeste.
  • Das letzte Heiligenfest vor dem Advent läutet die Zeit der Buße und Vorbereitung auf das Weihnachtsfest ein.
  • Sie zählt zu den 14 Nothelfern und ist Patronin der Frauen, Studenten, Lehrer, Redner, Gerber, Frisöre, Anwälte und Notare.
  • Als eine der bekanntesten weiblichen Heiligen ist sie im bekannten Merkvers „Barbara mitm Turm, Margaretha mitm Wurm und Katharina mitm Radl, des san die drei heiligen Madl“ verewigt.

Bericht und Fotos: Regina Pfeffer

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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