Leitartikel

Ein Bayer geht 1853 in den Wilden Westen.

Als der bayerische Jeans-Erfinder Levi Strauß nach Amerika auswanderte, herrschte im Wilden Westen ein harter Ton. Mit Pulverdampf und Colt wurde das Recht verteidigt. Dem Totengräber ging die Arbeit nicht aus.

Soeben waren in Kalifornien Gold Nuggets gefunden worden. In den Zeitungen wurde dies weltweit veröffentlicht. Das war die Geburtsstunde des Goldrausches. Bis nach Bayern drang die Information: So mancher Bayer schipperte mit dem Dampfer von Hamburg nach San Francisco. Mit Schaufel und Waschpfanne eilten sie nach Kalifornien, um nach Gold zu buddeln.. Ein besonders schlauer Bayer hatte ein ganz anderes Ziel. Er wußte, dass die Goldgräber solide Kleidung zum Schürfen brauchten. Er hatte keine Schaufel dabei, sondern einige Stoffballen mit robustem Segeltuch. Die Ursprungsidee der Blue Jeans hatte ihre Geburtsstunde.

Der Kampf um das Gold kannte keine Gnade. In jeder kleinen Siedlung gab es einen Sheriff. Hinter seinem Büro war gleich der Friedhof. Denn wenn es um Geld ging, hatten die Arbeiter keine Skrupel, ihren Platz in den Bergen mit Schießgerät zu verteidigen.

Der Bayer Levi Strauß hatte ganz andere Sorgen. Woher nehme ich die Arbeiter, um in den Fabriken die Hosen und Overalls zu nähen. Als dann an seinen Hosen die sogenannten Nieten an den Hosentaschen patentiert wurden, hatte er alle Nachahmer ausgeschalten. Der bayerische Siegeszug war nicht mehr aufzuhalten – und hält bis heute an.

Aus Zeitreise Bayern, Text und Bild Klaus Bichlmeier

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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