Gemeinsam durch dick und dünn gehen und die schönen, wie auch die schweren Zeiten als Segen erachten, das macht eine Liebe wertvoll. So auch beim Jubelpaar Hildegard und Hans Lex aus der Gemeinde Pittenhart, die am 23. Januar das besondere Fest der Goldenen Hochzeit feiern.
Die Beiden erinnern sich noch sehr gut daran, am 22. Januar haben sie vor dem damaligen Bürgermeister Engelbert Stöcklhuber standesamtlich geheiratet, bei der kirchlichen Hochzeit am Freitag war es saukalt und am Abend hat es dann heftig zu schneien begonnen.
Der Wirt holte in der Früh den Bräutigam, seinen Göd und seinen Kranzljungherrn daheim ab. Für den Wirts-Sepp von Aindorf eine besondere Ehre, hatte er doch einen neuen Mercedes mit dem er sich auf den Weg machte. Mit dem Göd und dem Kranzljungherrn im Auto erlebten sie vor dem Haus des Bräutigams in Taxenberg einen riesen Schreck, als beim Hochzeitsschießen, dass damals mit alten Milchkannen und Karbid veranstaltet wurde, der angekettete Deckel abriss und mit voller Wucht gegen die Tür des Autos schlug.
Für die Braut ging der Hochzeitstag etwas ruhiger los. Zum Friseur nach Pittenhart sei sie selbst gefahren. Ihr Brautkleid wurde von der benachbarten Näherin Marianne Huber angefertigt und wie sie erzählt wurde sie von den Musikanten des Ambos Quintetts daheim am Friedl-Hof abgeholt und zum naheliegenden Wirtshaus in Aindorf begleitet. Nach dem Weißwurst-Essen fuhr Brautchauffeur Anton Hans das junge Paar zur kirchlichen Trauung nach Pittenhart. In der weihnachtlich geschmückten Pfarrkirche St. Nikolaus gaben sich Hildegard und Hans vor Pfarrer Valentin Gschlößl das Ja-Wort. Die weltliche Feier fand beim Wirt in Aindorf statt und Hochzeitslader Peter Atzinger sorgte für Stimmung und einen geordneten Ablauf der großen Bauernhochzeit, zu der ca. 90 Leute geladen waren.
In der örtlichen Zeitung war damals geschrieben, dass die Lokalität des Gasthauses Voit mit den Draufgehern am Abend völlig überfüllt war, was den Beweis lieferte, welcher Beliebtheit sich das Brautpaar erfreut.
Kennengelernt haben sich die Aindorfer Bauerstochter Hildegard Leitner und der aus Taxenberg stammende Hans Lex, als sie mit Freunden auf einer Tanzveranstaltung in Eiselfing waren. Dass sie für einander bestimmt waren, stellte sich bald heraus.
Nach der Hochzeit übernahm das junge Paar das elterliche landwirtschaftliche Anwesen der Braut. Für Hildegard, noch keine 20 Jahre alt und den gelernten 23 Jahre jungen Landmaschinenmechaniker Hans eine große Herausforderung die sie hervorragend meisterten. Ein paar Jahre nach ihrer Hochzeit wurde der Aussiedlerhof am östlichen Ortsrand von Aindorf gebaut und das bestehende Anwesen verkauft. Bald nach ihrer Hochzeit wurden Hildegard und Hans Eltern. Im Juli 1976 kam Tochter Michaela zur Welt, Anfang 1979 Sohn Christian, im Dezember 1983 folgte Stefan und 1991 Martin. Inzwischen gehören 3 Schwiegertöchter, 1 Schwiegersohn und 9 Enkel zur Familie, auf die die Großeltern sehr stolz sind.
Ihren Hof haben die Lex-Eheleute 2018 an Sohn Martin übergeben, für die Austragler ist es aber immer noch selbstverständlich, sich so gut es geht bei den Arbeiten in der Landwirtschaft einzubringen und mitzuhelfen.
Neben der ganzen Arbeit, die täglich auf Hildegard und Hans wartete, fanden sie immer wieder Zeit und Gelegenheit ihrer gemeinsamen Leidenschaft, dem Tanzen nachzugehen. Geselligkeit und Musik durfte in ihrem Leben nicht fehlen. Hans spielt mit Begeisterung Ziach, wenn es gesundheitlich geht, freut er sich, wenn er mit der Musik seine Mitmenschen erfreuen kann. Für große Urlaube war nicht viel Zeit, daher wurden Familienausflüge in der Region oder auch mal Kurzreisen mit den Kindern nach Italien unternommen. Als besonderes Erlebnis ist dem Jubelpaar die Reise in Erinnerung, die sie als Ledige gemeinsam nach Moskau unternommen haben. Auch die Schiffsreise von Barcelona aus, zu verschiedenen Zielen im Mittelmeer, vor knapp 10 Jahren, bleibt den Beiden unvergesslich.
Ganz nach der Einladungskarte zu ihrer Hochzeitsfeier am Freitag, den 23. Januar 1976 hat das Jubelpaar die Familie und Verwandtschaft zu ihrer goldenen Hochzeit eingeladen. Mit einem Gottesdienst um 9.00 Uhr in der Pittenharter Kirche begann der Tag und anschließend wurde beim Wirt in Höslwang gefeiert.
Besonders hat sich das Jubelpaar über den schönen Türkranz gefreut, den ihnen die Nachbarn zu ihrem Jubelfest gebunden haben und unter dem ein Erinnerungsfoto an ihren Ehrentag nicht fehlen durfte.
Bericht und Bildmaterial: Emmy Künzner-Hingerl






