Brauchtum

Dreiflüssegau: Trachtler bestätigen Vorstandschaft

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Wie für viele Vereine ist auch für den Dreiflüsse-Trachtengau Passau die Corona-Pandemie eine besondere Herausforderung. Im dritten Anlauf konnte Gauvorstand Walter Söldner die Delegierten der Trachtenvereine zur Gauversammlung in Salzweg begrüßen. Neben dem Rückblick auf die vergangenen eineinhalb Jahre, standen die Neuwahlen der Gauvorstandschaft und der Mitglieder des Gauausschusses im Mittelpunkt der Versammlung, bei der Walter Söldner im Amt des Gauvorstandes bestätigt wurde.

Walter Söldner konnte zu Beginn der Gauversammlung die Delegierten der Trachtenvereine aus den Dreiflüsse-Trachtengau Passau und viele Ehrenmitglieder des Gauverbandes begrüßen. Ebenso waren Salzwegs stellvertretende Bürgermeisterin Gabi Schweizer, die stellvertretende Landrätin Cornelia Wasner-Sommer und Passau 2. Bürgermeister Andrea Rother zur Gauversammlung nach Salzweg gekommen. Söldner musste in seinem Bericht feststellen, dass auch die Trachtler von der Corona-Pandemie schwer getroffen wurden und damit das Vereinsleben in den Trachtenvereinen und im Gauverband fast vollständig zum Stillstand gekommen ist. In seinem Rückblick ging der Gauvorstand auf die letzten Veranstaltungen vor den Lockdowns ein. Dies waren der Jugendkathreintanz im November 2019 in Würding, die Jahresschlusssitzung in Raßreuth und der Gau-Trachtenball im Januar 2020 in Ruhstorf.

„Während wir zuerst von einigen Wochen Pause ausgingen, wurden wir in der zweiten Jahreshälfte eines Besseren belehrt und wir mussten uns neue Wege überlegen, um auf Gauebene weiterarbeiten zu können“, beschreibt Söldner die Situation im Gauverband. So hat während der Phasen mit starken Kontaktverschränkungen auch der Dreiflüsse-Trachtengau begonnen, sich „digital“ zu treffen. Seit Herbst wurde auch an der Reaktivierung des Gauarchives im Salzweger Rathaus gearbeitet. Nach mehreren Monaten Arbeit, darunter der Einrichtung eines Ausstellungsraumes, konnte das Gauarchiv wieder seiner Bestimmung übergeben werden. Genauso wie die Gauvorstandschaft war die Arbeit der Sachgebiete durch die Corona-Pandemie stark eingeschränkt. In seinem kurzen Bericht machte Gaujugendleiter Robert Frank auf die Aktion „Jugend und Flurdenkmäler“ aufmerksam. Die Kinder und Jugendlichen sind aufgefordert, sich mit den Feldkreuzen, Marterln, Pestsäulen, Kapellchen in ihrer Heimat zu beschäftigen, sie zu beschreiben und auch den geschichtlichen Hintergrund in Erfahrung zu bringen. Für die besten Einsendungen aus den Vereinen gibt es auch eine Belohnung, so Frank.

„Für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit brachte die Corona-Zeit auch Vorteile“, musste Gaupressewart Christoph Hauzeneder feststellen. Die Zeit wurde intensiv genutzt, um die Internetseite des Dreiflüsse-Trachtengaues neu aufzubauen. Ein besonderer Dank ging dabei an Gauschriftführerin Regina Haydn, die das Konzept der neuen Homepage und das Basissystem erstellt hat. Im Rahmen der Gauversammlung wurden auch die Neuwahlen der Gauvorstandschaft und der Mitglieder des Gauausschusses durchgeführt. Die Leitung der Wahl wurde durch Salzwegs stellvertretende Bürgermeisterin übernommen. Dabei wurde Gauvorstand Walter Söldner und seine Stellvertreter Alois Haydn und Andreas Ginglseder einstimmig im Amt bestätigt. Auch wurden Gauschriftführerin Regina Haydn, Gaukassier Franz Schauberger, Jugendleiter Robert Frank und Gaupressewart Christoph Hauzeneder wieder als Mitglieder in die Gauvorstandschaft gewählt. Als Mitglieder des Gauausschusses wurden Trachtenwartin Christina Söldner, Volksmusikwart Willi Osterholzer, Franz Würfl (Sachgebietsleiter Mundart/Brauchtum/Laienspiel), sowie Katrin Stadler (Kreatives Arbeiten) bestätigt. Richard Schenk übernimmt zusätzlich zum Sachgebiet Schuhplattler auch das Sachgebiet Volkstanz. Gisela Schenk (2. Gaukassierin), Melina Frank (2. Gauschriftführerin) und Andreas Federl (Sachgebietsleiter Blasmusik) sind die neuen Gesichter im Gauausschuss. Franz Kindermann und Otmar Schmid wurden als Revisoren bestellt. Gabi Schweizer überbrachte die Grüße der Gemeinde Salzweg. Sei bedankte sich bei den Trachtler für ihre Arbeit. „Es ist wichtig die Jugendlichen und Kinder zu begeistern, damit so Tracht und Brauchtum weitergegeben werden können“, war der Appell von Salzwegs 2. Bürgermeisterin.

Für den Landkreis Passau war stellvertretende Landrätin Cornelia Wasner-Sommer nach Salzweg gekommen. Sie berichtete aus ihrer eigenen Erfahrung und stellte fest: „In der Tracht fühle ich mich wohl, mit der Tracht zeige ich Heimatverbundenheit.“ Wasner-Sommer erinnerte daran, dass die Tracht ein Zeichen für die Besinnung auf alte Werte ist. Es ist eine beständige Aufgabe, dafür zu sorgen, dass das Brauchtum nicht in Vergessenheit gerät. Deshalb forderte sie auch alle auf das Brauchtum zu achten und zu bewahren. Passaus 2. Bürgermeister Andreas Rother stellte in seinem Grußwort heraus, dass durch die Globalisierung alles näher zusammenrückt. „Deshalb haben die Trachtenvereine die wichtige Aufgabe diese Traditionen zu bewahren und aufrecht zu erhalten“, so Rother. Er bedankte sich bei allen Trachtlern für die Arbeit, die zeigt, wie vielfältig unsere Heimat ist.

Zum Abschluss der Gauversammlung hatten die Delegierten über die vorliegenden Anträge zur Vergabe von Gaufesten und Gauveranstaltungen zu entscheiden. Der Trachtenverein „D’Freudenseer“ Raßreuth wurde mit der Organisation des Gaufestes 2023 beauftragt. Ein Jahr später wird der Trachtenverein „Immergrün“ Lämmersdorf das Gaufest 2024 ausrichten. Für die seit 2020 entfallenen Gauveranstaltungen hat die Gauvorstandschaft vorgeschlagen, dass die oft schon geplanten und vorbereiteten Veranstaltungen im Jahr 2022 nachgeholt werden. So werden der Gaujugendtag in Aunkirchen, das Gauliedersingen in Waldkirchen und der Gaujugendkathreintanz in Raßreuth stattfinden.

Bericht und Bilder: Christoph Hauzeneder, Gaupressewart

Stv. Landrätin Cornelia Wasner-Sommer (4. v. l.), Passaus 2. Bgm. Andreas Rother und Salzwegs 2. Bgm. Gabi Schweizer beglückwünschten Gauvorstand Walter Söldner (r.) und seine Stellvertreter Alois Haydn (l.) und Andreas Ginglseder (3. v. r.) zur Bestätigung im Amt.. Gisela Schenk ist eines von drei neuen Mitgliedern des Gauausschusses. (Fotos: Hauzeneder)

Auch durch die 3G-Regelung war es nun möglich die Gauversammlung im Spetzinger G’wölb durchzuführen.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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