Kirche

Die Wallfahrts-Geschichte von Hl. Blut in Elbach

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Gemeinde Fischbachau im Leitzachtal im oberbayerischen Landkreis Miesbach ist reich an sakralen Bauten, die es zu besuchen lohnt. Am meisten bekannt ist dabei der beliebte Wallfahrtsort Birkenstein zu Füßen des Breitensteins mit der Wallfahrtskapelle „Maria Himmelfahrt“ aus dem Jahr 1710. Zu Fischbachau gehört auch der Ort Elbach, diesem und dessen Kirchen St. Andreas und Hl. Blut wollen wir einen Besuch abstatten und darüber berichten.

Das kleine Dorf Elbach ist die älteste Pfarrei des südlichen Leitzachtales und hat gleich zwei sehenswerte Barockkirchen. Einmal die große Pfarrkirche St. Andreas und direkt daneben und verbunden mit dem gemeinsamen Friedhof die Kirche Hl. Blut. Auf der Straße von Hundham nach Bayerischzell fallen die beiden markanten Kirchen schnell ins Auge, denn sie sind eng aneinander geschmiegt und dicht an die nacheiszeitliche Terassenkantedes Elbachs gebaut und sie sorgen vor der Kulisse der Schlierseer Berge für ein malerisches Bild. Wie dem empfehlenswerten Kirchenführer der Pfarrei weite zu entnehmen ist, war die erste Urkunde von Elbach eine Grenzbeschreibung, die Bischof Meginward von Freising zwischen 1078 und 1080 aufnehmen ließ. Zu jener Zeit umfasste der freisingische Hof Elbach das ganze obere Leitzachtal.

Die schwebende Hostie vom Heiligen Blut  –  In die Zeit um 1450 fällt die Sage von der Erbauung der Kirche zum Hl. Blut neben der Pfarrkirche. Ursprünglich war eine Friedhofskapelle zum Hl. Kreuz geplant und gebaut, zur Kirche wurde die beliebte Kapelle der Sage nach als bei ihrer Erweiterung im Boden eine Hl. Hostie ausgegraben wurde. „Die schwebende Hostie konnte von einem Mönch aus Fischbachau in einen Kelch gebracht werden, worauf sich der Kelch mit Heiligem Blut füllte“ – heißt es in den Aufzeichnungen. Die Wallfahrt blühte im 15. Jahrhundert auf, geriet während der Reformation mehr oder weniger in Vergessenheit, dennoch ging die Wallfahrt nicht ganz verloren. Sie lebte besonders nach dem 30jährigen Krieg wieder auf. Später hat ein Pfarrer Unertl aus Gmund nach einem Gelöbnis aus Santiago de Compostela 1723 für die beträchtliche Summe von 600 fl. ein Partikel vom Oberkleid der Mutter Maria gekauft, das mit dem Blut aus der Seitenwunde des Heilands bespritzt ist und sich bis heute in der Kirche befindet. Das Wallfahrts-Geschehen nach Elbach ging zwar nach dem Aufkommen der Wallfahrt im nahen Birkenstein etwas zurück. Dennoch blieb der Opferstock in der Kirche Hl. Blut bedeutender als das Opfer in der Pfarrkirche St. Andreas. Im übrigen liegen die Anfänge der Pfarrkirche St. Andreas im Dunkeln. Kein Bauteil aus romanischer Zeit ist erhalten, und auch aus der gotischen Zeit gibt es wenig Spuren. 1689 wurde die dem Apostel Andreas geweihte Kirche neu erbaut, wobei der Turm des Vorgängerbaus noch zwei Jahrzehnte stehen blieb.

Die Gemeinde Fischbachau mit seinen Kirchen und Wallfahrtsstätten in Birkenstein und Elbach ist stets einen Besuch wert, um innezuhalten und Kraft zu tanken. Schauen Sie vorbei bei einem Ausflug ins reizvolle, alpenländische Leitzachtal.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke vom Dorf Elbach und den dortigen Kirchen bei einem Besuch in der Gemeinde Fischbachau.

Hinweis: Beitrag entstand in Kooperation mit dem neuen Magazin Wendelstein Anzeiger – www.wendelstein-anzeiger.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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