Kirche

Die Selige Irmengard von Wildenwart  

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

In der Wildenwarter Pfarrkirche „Christkönig“, die 1934 von Kardinal Faulhaber eingeweiht wurde, hängt seit vielen Jahren im Altarraum ein Bildnis der Seligen Irmengard vom Chiemsee. Das Gemälde der Schutzheiligen vom Chiemgau wurde vom Priener Kunstmaler Bartholomäus Wappmannsberger im Jahr 1952 geschaffen und hat seine eigene Geschichte.

 Das Werk kam zustande als ein gewisser Herr Dr. Dürheim in den Wirren und Gefahren des Zweiten Weltkriegs ein Gelübde ablegte, demzufolge er bei gesunder Heimkehr für die Selige Irmengard von Frauenwörth ein Gemälde anfertigen lassen will. Als das  große Bild im Atelier des Künstlers Bartholomäus Wappmannsberger im Priener Ortsteil Gries fertig war, fiel es bei einem seiner Besuche Expositus Johann Strobl auf. Der Geistliche war durch seinen seelsorgerischen Dienst in Prien mit der Familie Wappmannsberger freundschaftlich verbunden und trat im nahen Wildenwart 1951 seine neue Stelle als Seelsorger der Pfarrei „Christkönig“ und   als Bewohner des dortigen Pfarrhofs an. Auf seine Frage, wohin das Bild der Seligen Irmengard kommen soll, gab es die Antwort: „Zum Kloster auf der Fraueninsel“. Darauf Pfarrer Strobl: „In der Wildenwarter Kirche hätten wir im Altarraum einen so schönen Platz für die Chiemgau-Beschützerin, gleich neben dem Hochaltar, der das Bayerische Königspaar Ludwig III. und seine Gemahlin Marie Therese mit Schloss Wildenwart zeigt“. Auf die Bitte des Wildenwarter Seelsorgers nahm Bartholomäus Wappmannsberger Kontakt mit dem Auftraggeber auf und als dieser von der Wildenwarter Bitte erfuhr, gab er seine Zustimmung mit den Worten: „Wildenwart ist auch ein guter Ehrenplatz und auf der Fraueninsel gibt es bestimmt schon einige Werke der Seligen Irmengard“ – und so kam das schöne Gemälde nach Wildenwart. In der Wildenwarter Pfarrkirche „Christkönig“ sind im übrigen noch weitere Werke des Priener Malers Bartholomäus Wappmannsberger (1894 – 1984), dieser hat nämlich die gesamten Tafeln des Kreuzweges geschaffen.

Zur Seligen Irmengard vom Chiemsee – Namenstag am 16. Juli

Irmengard wurde um 833 in Regensburg als Tochter König Ludwig des Deutschen und seiner Gemahlin Hemma geboren. Zur Erziehung kam sie ins Kloster Buchau am Federsee in Schwaben. Später wurde ihr die Leitung des Klosters Frauenwörth im Chiemsee übertragen. Hier führte sie das arme Kloster wirtschaftlich und geistig zu einer neuen Blüte. Die Überlieferung erzählt, dass es zu ihren Lebzeiten keinen Armen um den Chiemsee gab. Sie starb am 16. Juli 866, der 16. Juli ist ihr Namenstag. Die offizielle Seligsprechung erfolgte am 19. Dezember 1928. Kenntnis für ihre frühe Verehrung geben ihr Grab, im Fundament der Kirche, sowie eine beigelegte Bleitafel mit der Anrufung „Ora pro nobis!“. Ihre Verehrung ist seit über 1.100 Jahren bis heute im Volk lebendig. So erweist sich Irmengard nach wie vor als Fürsprecherin in den vielfältigen Anliegen der Menschen. Tausende kommen jedes Jahr zu ihrem Grab im Münster der Fraueninsel und beten vertrauensvoll: Selige Irmengard, bitte für uns!

Fotos: Hötzelsperger –  Gemälde von Bartholomäus Wappmannsberger in der Pfarrkirche Christkönig von Wildenwart – Altarraum der Wildenwarter Kirche – Kirche Wildenwart bei der sommerlichen Heuernte – Kreuzwegtafel, ebenfalls gemalen von Bartholomäus Wappmannsberger aus Prien.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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