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Die Paula Schamberger Stiftung vom Samerberg

Paula Schamberger ist es zu verdanken, dass die Gemeinde Samerberg über eine gemeinnützige Stiftung verfügt. Die Stiftung, die von der Gemeinde verwaltet wird und unter der Aufsicht der Regierung von Oberbayern steht, fördert laut Stiftungssatzung Themen im Bereich der Bildung und Erziehung. Stiftungszwecke sind die Förderung und Unterstützung talentierter bedürftiger Kinder vom Vorschulalter an sowie entsprechender Jugendlicher, jeweils mit Wohnsitz in Samerberg, soweit dies durch Eltern und Staat bzw. Bund nicht gewährleistet werden kann, die Betreuung und Versorgung mittelloser älterer Menschen mit Wohnsitz in Samerberg sowie Unterstützung von Samerberger Bürgern, die in eine soziale Notlage geraten sind, und die Unterstützung von sozialen, gemeinnützigen und caritativen kinder- und jugendfördernden, ausbildenden, erziehenden und unterrichtenden Einrichtungen, Vereinen, Verbänden und Gruppen in der Gemeinde.

Die Stifterin Paula Schamberger

Paula Schamberger lebte von 1918 – 2012. Sie war in ihrem Leben ständig auf Wanderschaft. Nach dem 1. Weltkrieg kam Sie im damalig österreichischen Brixen zur Welt, musste aber bald nach Florenz, weil der Vater dorthin versetzt wurde. Nach dem Ökonomiestudium leitete Sie in Seefeld das „Hotel Tyrol“, später das „Bahnhofshotel“ in Innsbruck. 24 Bombenangriffe hat sie überlebt. 1942 heiratete sie ihren Mann Fritz Ludwig Schamberger, 1945 erfolgte der Umzug nach Rosenheim, wo ein Haus in der Schillerstraße gebaut wurde. Stolz war sie bis ins hohe Alter, dass sie bei einer Textilfirma mit 400 Mitarbeitern das Finanzwesen leitete. 1974 dann der Umzug in das neu gebaute Haus in Geisenkam auf dem Samerberg. Ihre guten Sprachkenntnisse führten dazu, dass sie bis zu ihrem 85. Lebensjahr als Dolmetscherin gearbeitet hat. Nach dem Tod ihres Mannes 1976 galt es für Paula Schamberger, die Pflege für ihre Mutter allein zu übernehmen, die 1988 im Alter von 98 Jahren starb. Mit Glück, Fleiß, Weitblick und Bescheidenheit hat Paula Schamberger beruflich und privat viel erreicht – der geliebte Samerberg war ihr dabei immer sehr am Herzen gelegen.

Das Paula-Schamberger-Haus in Grainbach

Die Stiftung betreibt ein Wohnhaus in Grainbach am Standort der früheren Volksschule. Der dortige Neubau wurde Ende 2016 eingeweiht. Das alte Vorgängergebäude stammt aus den 1920er-Jahren und diente etlichen Generationen von Grainbacher und Samerberger Schulkindern als Unterrichtsstätte. Auch die frühere Gemeinde Grainbach hatte dort ihre Gemeindekanzlei untergebracht. Das Haus beherbergte zeitweise sogar einen Ableger der Volksbücherei Rosenheim. Ein Teil des Erdgeschosses diente als Wohnung für Lehrkräfte. Bevor die neue Schulanlage zwischen Törwang und Grainbach in Betrieb ging, wurde bis Ende 1999 im Schulhaus unterrichtet. Anschließend nutzte die Musikkapelle Samerberg das Obergeschoss als Probenräume, während im Erdgeschoss der Jugendtreff beheimatet war.

Stiftungsvorsitzender ist kraft Amtes Erster Bürgermeister Georg Huber. Wie dieser informiert, konnten im Jahr 2020 rund 36.000 Euro ausgeschüttet werden. Mit dem Geld konnte eine Vielzahl gemeinnütziger Bereiche gefördert werden, darunter der Wintersportverein oder die Musikkapelle.  „Gerade in Corona-Zeiten brauchen die Vereine diese Unterstützung mehr denn je“, erklärt Bürgermeister Huber.

Unter den Begünstigten waren außerdem die Bergwacht, die „Samazwergal“, die Bücherei, das Christliche Sozialwerk und der Kindergarten. 2020 flossen auch erhebliche Mittel (25.000 Euro) in neue Spielgeräte beim Kindergarten-Neubau.

Den Stiftungsrat bilden neben Bürgermeister Georg Huber der zweite Bürgermeister Christoph Heibler, die dritte Bürgermeisterin Christine Eckert sowie Gemeinderat Christian Staber. Finanzexperte Hans Peter Maier aus Großkarolinenfeld komplettiert den Stiftungsrat.

Weitere Informationen gibt es unter www.samerberg.de/paula-schamberger-stiftung.

Text: hö – Fotos: Rainer Nitzsche

Beitrag entstand in Kooperation mit dem Wendelstein Anzeiger – www.wendelstein-anzeiger.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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