Kirche

Diakonieverein Prien wieder in sicherem Gewässer – JHV

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Schwierige Zeiten machte der rund 220 Mitglieder starke Diakonie-Verein von Prien in den letzten Jahren nicht nur wegen Corona durch. Große finanzielle Sorgen konnten dank einer unerwartet hohen Spendenbereitschaft abgewendet werden, so dass der Verein, der verschiedene soziale Aktionen unterstützt, wieder in stabilen Verhältnissen ist. Dies war die zentrale Botschaft der Jahresversammlung, die wegen Corona vom Frühjahr auf den Herbst und unter Einhaltung der aktuellen Hygiene-Regeln in der Evangelischen Christuskirche mit Vorsitzendem Hans-Jürgen Schuster abgehalten wurde.

Die Ökumenische Sozialstation von Prien wird vom Diakonieverein finanziell stark gestützt. Mächtig draufbezahlt hatten Sozialstation und der Verein in vergangenen Jahren vor allem wegen der Pflegeleistungen, die von den Kassen bezahlt werden. Der Zeitaufwand für das Personal aber ist bei humaner Pflege weit höher als von den Kassen vorgegeben ist, so dass Finanzlücken im fünfstelligen Bereich entstanden. „Dank unserer Mitglieder und Spender und unerwarteter Gönner sind wir wieder in ruhigen Gewässern, wir sind tief bewegt über die starken Zeichen der Solidarität, das ist Rückenwind für unsere Pflegekräfte und ein Segen für unsere Ökumenische Sozialstation, die am 3. Oktober 1980, also vor 40 Jahren in Prien ins Leben gerufen wurde“ – so Hans-Jürgen Schuster, der dieses Jubiläum mit seinem Verein im kommenden Januar anlässlich der „Ökumenische Woche der Einheit der Christen“ noch gebührend feiern möchte. Auch Zweiter Vorsitzender und Pfarrer Karl-Friedrich Wackerbarth stellte in seinem Geistlichen Wort die finanzielle Genesung des Vereins in den Mittelpunkt als er sagte: „Unser Hilferuf, als vor gut einem Jahr alles Spitz auf Knopf stand, wurde erhört, danken wir Gott, dass sich das Blatt um 180 Grad gewendet hat und dass wir jetzt zuversichtlicher denn je sein können. Loben wir Gott für die Kräfte von Außen, wir sind mit unserem Latein nicht mehr am Ende“. Entsprechend positiv waren die Berichte der Schatzmeisterin Daniela Perkonigg und von Rechnungsprüfer Wolfgang Schuster, der zusammen mit Steffen Lang eine  dem Verein eine außerordentlich korrekte Kassenführung bescheinigte.

Ökumenische Sozialstation: „Corona war heuer prägend für uns“

Beate Bolz, Geschäftsführerin der Ökumenischen Sozialstation (deren Gesellschafter zu gleichen Teilen die Caritas und der Diakonieverein sind), erläuterte in ihrem Bericht die aktuelle Corona-Situation, dazu informierte sie: „Corona war in diesem Jahr prägend für unser Tun, es gab und gibt natürlich bei unseren Kunden mehr Berührungsängste und Telefonkontakte und die Beschaffung von Hygieneschutz-Artikeln, momentan von Handschuhen ist nicht immer einfach. Gott sei Dank sind wir bei unserem Personal und bei unseren Kunden bislang von Corona direkt verschont geblieben“. Weitere Themen der Geschäftsführerin waren der heiß umkämpfte Markt um Fachkräfte für die Alten- und Krankenpflege sowie das gemeinsam mit Caritas und Gemeinde Prien ins Leben gerufene Projekt „Wohnen im Alter in der Region“. Zu den Themen „Betreutes Wohnen Daheim“ und „Wohnen im Alter“ steht Steffi Steiger als zertifizierte Wohnberaterin auch weiterhin zur Verfügung.

Seit August 2019 ist bei der Evangelischen Kirchengemeinde Prien (mit maßgeblicher Unterstützung des Diakonievereins) Felix Dettelbacher als Jugendreferent mit 30 Stunden im Monat angestellt, bereits vor dieser Anstellung teilte er sich diese Aufgabe mit Simon Kraus mit je 10 Stunden. Das Aufgabengebiet des Sozial-Pädagogen, der als eigener Nachwuchs 2011 in Prien konfirmiert wurde und 2012 seine Jugendleiter-Ausbildung machte, erstreckt sich über die Kirchengemeinden von Bad Endorf, Bernau-Aschau und Prien. In seiner persönlichen Vorstellung bezeichnete Dettelbacher seine bisherigen Erfahrungen und die ihm gestellten Aufgaben als spannend, witzig und cool.

Ein weiteres Handlungsfeld des Diakonievereins ist die Förderung des Dietrich-Bonhoeffer-Bildungscampus (für Mittelschule, Realschule, Fachoberschule und Akademie sowie mit Deutscher Sport Privatschule) in Mietraching bei Bad Aibling, der vor fünf Jahren aus einer säkularen Einrichtung zu einer privaten, christlichen Schule hervorging.  An der   Gründung der gemeinnützigen GmbH beteiligte sich der Diakonieverein mit 25.000 Euro als alleiniger Gesellschafter. Geschäftsführer Markus Schmidt informierte von der guten Entwicklung der Schule, die mit 130 Schülerinnen und Schülern begann und heute 340 junge Leute verzeichnet (wobei der Internat-Anteil mit 90 Plätzen gleichgeblieben ist). „Zu den Leistungen unserer DBBC-Ganztages-Schule gehörten unter anderem ein Schüleraustausch mit Indien und eine christliche Wertevermittlung. Durch Corona sind wir gewachsen, alle Stunden konnten bislang nach Plan durchgeführt werden. Dies haben wir auch der fortschreibenden Digitalisierung zu verdanken, wobei wir betonen wollen, dass Digitalisierung nicht von Hardware, sondern von Pädagogik geprägt sein soll“.

In seinem Grußwort sagte Priens Dritter Bürgermeister und Sozialreferent Martin Aufenanger im Beisein und auch im Namen von Ersten Bürgermeister Andreas Friedrich und von Vereine-Referent Michael Voggenauer: „Vom Diakonieverein habe ich schon gewusst, aber was dieser alles leistet, das ist schon beeindruckend, ja das macht mich fast sprachlos. Wo immer wir können, wollen wir als Gemeinde helfen, auch wenn wir coronabedingt finanziell nicht mehr so gut ausgestattet sind“. Einstimmig wurden im Rahmen der Versammlung Satzungsänderungen und -etwas verspätetet – der Haushaltsplan 2020 verabschiedet. Dieser sieht unter anderem einen Zuschuss von 20.000 Euro für die Ökumenische Sozialstation vor, der monatliche Mindestbeitrag bleibt weiterhin bei 20 Euro (Hans-Jürgen Schuster: „70 Prozent der Mitglieder geben mehr“).

Foto/s: Hötzelsperger – Eindrücke von der JHV vom Diakonieverein Prien

  1. Stv. Bürgermeister und Sozialreferent Martin Aufenanger bei seinem Grußwort mit Vorstand Hans-Jürgen Schuster (re.)
  2. Die Vorsitzenden Hans-Jürgen Schuster (li.) und Karl-Friedrich Wackerbarth
  3. Geschäftsführerin Beate Bolz von der Ökumenischen Sozialstation und Vorstand Hans-Jürgen Schuster

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!