Landwirtschaft

Der Sommerlinde-Tipp vom Kräuterweibe

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Wenn sich Kräuterweibe Maria Zierer aus Prien-Siegharting daran macht, ihre Kräuter zur Hand zu nehmen, um sie zu erläutern, dann muss sie sich bei der Sommerlinde nicht bücken, sondern eher strecken. Aber das tut sie gerne, denn auch die Sommerlinde mit dem weiteren Namen Tilia grandifolia hat nicht nur eine Höhe von 10 bis 30 Metern, sondern angenehme und wichtige Gesundheits-Botschaften.

Während die Sommerlinde im Juni blüht folgt ihr die Winterlinde mit dem Namen Tilia Cordata etwa zwei Wochen später bis in den Juli hinein. Die Inhaltsstoffe der Linde sind Schleim, Flavonoide, Gerbstoffe, ätherisches Öl und Zucker. Diese wirken schweißtreibend, hustenlindernd, schlaffördernd und harntreibend. Verwendet werden Blüten mit Deckblättern, die Rinde sowie die  rundlichen, herzförmigen und zugespitzten  Blätter. „Mit seiner Vielzahl von Blüten ist die Linde eine richtige und wichtige Bienenweide“ – so das Kräuterweibe und sie fügt hinzu: „Früher durfte in keinem Dorf die Linde fehlen. Sie war Treffpunkt für Liebende, für Feste und es wurde unter Ihr auch Gericht gehalten. Es heißt dazu, dass die gefällten Urteile unter einer Linde milder waren, als die unter einer Eiche“. Und für die wohltuende Wirkung weiß sie zu ergänzen: „Bei uns kommen hauptsächlich die Lindenblüten zum Einsatz.  Bei Beginn einer Erkältung versuchen wir die Krankheit auszuschwitzen. Dazu warm eingepackt mit Mütze, Schal, Wärmflasche und zusätzlicher Decke ins Bett legen. Dort ein bis zwei Tassen Lindenblütentee so heiß wie möglich trinken und gut ausschwitzen“.

Abschließend rät Maria Zierer: „Auch ein Fußbad mit Lindenblütentee tut uns bei Erkältungskrankheiten gut.  Der Tee kann auch zur Inhalation genützt werden.  Vorbeugend getrunkener Lindenblütentee soll schon so manche fieberhafte Erkrankung verhindert haben“.

Ein weiterer Linden-Tipp: die Blüten mit den Deckblättern an einem sonnigen Vormittag, spätestens drei Tage nach dem Aufblühen, sammeln.

Foto: Hötzelsperger –  Lindenblüten und Lindenbaum in Prien-Mupferting

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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