Gastronomie

Der Insel-Gasthof Zur Linde – den Malern verpflichtet

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Tradition der Chiemsee-Maler und der Künstlerkolonie Chiemsee ist auf der Fraueninsel untrennbar mit dem Hotel-Gasthof „Zur Linde“ verbunden. Das Haus im Besitz des Freistaates Bayern ist zudem eines der ältesten Wirtshäuser in Bayern. Einen Aufschwung erlebte es mit dem Beginn der Chiemsee-Maler-Reisen auf die Insel. Heute wird es von Pächter und Wirt Florian Ebner geführt, mit ihm trafen wir uns zu einem Rück- und Ausblick im schattigen Biergarten nahe der Klostermauern.

 Als Mitte des 19. Jahrhunderts die Münchener Maler Max Haushofer, Karl Raupp, Wilhelm Leibl und Hermann Kaulbach die liebliche Landschaft des Chiemsees für sich entdeckten, da holten sie   Staffeleien und Paletten aus ihren Ateliers, um erstmals unter freiem Himmel zu malen. Damit waren sie sozusagen die Begründer der Lüftlmalerei.  Einer der “Insel-Entdecker”, der Maler Max Haushofer, verliebte sich in die Wirtstochter Anna Dumbser und heiratete sie im Jahr 1838. Auf den Spuren von Haushofer kamen immer mehr Künstler auf die Fraueninsel und kehrten Jahr für Jahr zum Malen und zum Feiern hier her zurück. Die Künstlerkolonie Frauenchiemsee war geboren. Noch heute zeugt die “Künstlerchronik von Frauenchiemsee” vom künstlerischen Schaffen und von Festen und Feiern auf der Fraueninsel zur damaligen Zeit.

„Vom Chiemseemaler-Anfang in die heutige Internet-Zeit“

„Dem kunsthistorischen Aspekt sind wir dem Haus geschuldet, in den letzten Jahren wurde viel investiert, erst vor einigen Monaten war die Übergabe in unsere Verantwortung und unsere Aufgabe war es, Personal und Technik auf die heutigen Bedürfnisse und Möglichkeiten einzustimmen, so dass auch die Gäste von Heute so zufrieden sind wie die Einkehrer zur Chiemsee-Maler-Zeit“ – so Wirt Florian Ebner.

Zur Automatisierung insgesamt,  zu gewissen Erleichterungen für den Service und letztlich zum Vorteil für die Gäste trägt in zentraler Weise das kürzlich vom Freistaat Bayern freigeschaltete schnelle Internet bei. „Im Biergarten arbeiten wir wie in der System-Gastronomie, Internet-Empfang ist auch für unser Personal und für die Gäste heute eine wichtige Voraussetzung, dass sie zu uns kommen. Unsere Kellner rechnen rasch und sicher mit E-Cash ab, für die Übernachtungs- und Kloster-Tagungs-Gäste ist ein schnelles Internet fast schon unabdinglich“ – so der Herr über Küche, Restaurant, Biergarten, Kiosk am Hauptanlegesteg sowie 10 Doppel- und ein Einzelzimmer. Die Corona-Krise hat natürlich seinem persönlichen Neustart und seinem ganzen Team manche Strapazen und Einbußen verschafft. Dennoch bleibt Florian Ebner mit Blick nach vorne zuversichtlich und hoffnungsvoll, wenn er sagt: „Die Inselversorgung hat mit der Chiemsee-Schifffahrt einen guten Partner, Hochzeiten, Tagungen, Taufen, Kommunion- und Geburtstagsfeiern, Frühschoppen, Weißwurstessen,  Zusammenkünfte nach Trauerfeiern, Firmen-Events oder auch Ärzte-Kongresse wie sie in unserem Hause immer schon gut waren, werden ja auch wieder kommen und uns mental und wirtschaftlich gut tun“.

Anfragen wegen Reservierungen und Übernachtungen können gerichtet werden per email an die Adresse: mail@linde-frauenchiemsee.de.

Weitere Informationen: www.linde-frauenchiemsee.de

Foto/s: Hötzelsperger – Eindrücke vom Gasthof „Zur Linde“ und der Fraueninsel sowie Porträt von Wirt Florian Ebner.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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