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Ludwig-Thoma-Gymnasium Prien: Geschichte und Förderung

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Wenn in diesen Tagen in vielfältiger Weise an den bayerischen Schriftsteller Ludwig Thoma anlässlich seines 100. Todestages (26. August) erinnert wird, dann ist das auch ein guter Grund einen Blick auf das Priener Ludwig-Thoma-Gymnasium (LTG) zu werfen.  Weniger auf den Namensgeber selbst, der in seinen Jugendjahren und da vor allem in den Internat-Ferien in Prien war nachdem 1876 seine Mutter Katharina Thoma die Gaststätte „Zur Kampenwand“ pachtete, sondern vielmehr auf den Förder- und Freundeskreis des Ludwig-Thoma-Gymnasiums Prien a. Chiemsee e.V.

Das 70jährige Bestehen des Vereins konnte 2019 nicht groß gefeiert und seither wegen Corona auch nicht nachgeholt werden. Für Gerold Schwarzer aus Rimsting, der seit 1971, also seit 50 Jahren mit dem LTG „verbandelt“ ist, ist das natürlich bedauerlich, zumal er zusammen mit dem vormaligen Schulleiter Günther Madsack eine 60 Seiten starke Jubiläumsschrift zusammengetragen hat (erhältlich im Schul-Sekretariat zum Preis von fünf Euro). Gerold Schwarzer, der als Referendar, Lehrer, stellvertretender Schulleiter, Vorsitzender des Fördervereins und jetzt im Vorstand des Fördervereins war und ist, erinnert sich gerne und gut an die Geschichte des Priener Ludwig-Thoma-Gymnasiums, die im nahen St. Salvator auf Rimstinger Gemeindegebiet begann und er berichtet: „Die private Gründung des Vereins erfolgte 1949 aufgrund einer Elterninitiative vier Jahre nach Kriegsende. Der heutige Förderverein geht unmittelbar auf den Gründungsverein „Elternvereinigung Realschule Prien e.V.“ zurück“. Ziel des Vereins war es, so Gerold Schwarzer weiter, dass Kindern der mühsame und teure Schulweg nach Rosenheim oder Traunstein erspart werde. Die Eröffnung der 6-klassigen privaten Realschule Prien im Gasthaus „Hoffmann“ zu St. Salvator bei Prien erfolgte in ersten und zweiten Klassen mit insgesamt 49 Schülern (31 Knaben und 18 Mädchen) sowie mit zwei haupt- und vier neben-beruflichen Lehrkräften. Schulgründer Josef Donaubauer  war der erste Vorsitzende der „Elternvereinigung Realschule Prien e.V.“ und Dr. Gustav Schwab war der erste Schulleiter. Wie es in der Festschrift zum 70jährigen Bestehens weiter heißt, hat sich aus der kleinen privaten Realschule nach einer ersten „Schulerweiterung“ 1951 mit einer Holz-Baracke neben dem Gasthaus in St. Salvator längst ein respektables Gymnasium mit knapp eintausend Schülerinnen und Schülern inmitten von Prien an der Seestraße entwickelt. Der Umzug von St. Salvator nach Prien erfolgte im April 1953 ins ehemalige Hotel „Kampenwand“, damit einhergehend war die neue Namensgebung „Ludwig-Thoma-Realschule“.  20 Jahre und zwar von den Schuljahren 1953/54 bis 1973/74 hat die Elternvereinigung im ehemaligen Gasthaus und Hotel „Kampenwand“ (heute Ludwig-Thoma-Haus) ein Internat unterhalten, zudem wurde von 1955 bis 1960 in Otterkring bei Rimsting ein Schülerinnenheim betrieben.

Der Förder- und Freundeskreis heute

In seinem 72. Jahr hat der LTG-Förderverein derzeit 104 Mitglieder, Vorsitzender ist Laurent Westermeyr, er wird unterstützt von Rolf Weigand (Stellvertretender Vorsitzender), Claudia Hanl (Schriftführerin), Marion Hengstebeck (Kassenverwalterin), Gunda Kaindl, Gerold Schwarzer und Wolfgang Sedlmeir (Beisitzer) sowie von Michaela Thomas (Elternbeiratsvorsitzende) und dem aktuellen Schulleiter OStD Andreas Schaller (seit August 2019). Ehrenmitglieder des Vereins sind StD  Albert Fellner (1927 bis 2013) und OStD Günther Madsack (Schulleiter von 2000 bis 2016). Der gemeinnützige Verein will das LTG bei seinen vielfältigen Aufgaben und pädagogischen Zielsetzungen unterstützen. Dies geschieht unter anderem bei Anschaffungen, die nicht aus dem Budget der Schule erfolgen können, aber dazu beitragen, spezielle Bildungsangebote finanziell zu unterstützen, wie etwa Exkursionen und besondere Anschaffungen für die verschiedenen Fachschaften. Mit dem Schuljahr 2021/22 übernimmt der LTG-Förderverein auch die Trägerschaft der Offenen Ganztagesschule. „Letztlich wollen wir die Zusammengehörigkeit innerhalb der großen Schulfamilie mit Schülern, Eltern, Lehrern und Mitarbeitern fördern“ – so Laurent Westermeyr als Vorsitzender des Förder- und Freundeskreises Ludwig-Thoma-Gymnasium Prien e.V.

Foto Berger:  Der Vorstand des Förder- und Freundeskreises 2019 bei der 70-Jahr-Feier von links: Elisabeth Kirchner (nicht mehr dabei), Laurent Westermeyr (1. Vorsitzender), Gerold Schwarzer (Beisitzer), OStD Christian Metken (Schulleiter bis Juli 2019 – nicht mehr dabei), Claudia Hanl (Schriftführerin), Marion Hengstebeck (Kassenverwalterin), Rolf Weigand (Beisitzer) und Gunda Kaindl (Beisitzerin. Nicht auf dem Bild: der aktuelle  Schulleiter OStD Andreas Schaller (seit August 2019), Wolfgang Sedlmeir und Michaela Thomas. Der Vorstand des Fördervereins wurde im Juli 2021 neu gewählt.

Fotos:  Hötzelsperger –  Bei der kleinen 70-Jahr-Feier:  1. Lukas Hofbauer mit Ziach und Ludwig-Thoma im Hintergrund. 2. Ludwig-Thoma-Büste 3. Dank für die Festschrift von Laurent Westermeyr (li.) an Günther Madsack und Gerold Schwarzer.  4. Das Ludwig-Thoma-Haus heute.

Repros Berger: 1. Hotel Kampenwand 1880. 2. Hotel Kampenwand erbaut 1874/75. 3. Schul-Gasthaus St. Salvator 1949.  4. Umzug 1953 zur Realschule.

Weitere Informationen:  www.ltgprien.de/Schulfamilie/Förderverein

 

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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