Gastronomie

DEHOGA-Kritik an Rosenheimer Hotelbauten

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der Hotel- und Gaststätten-Kreisverband Rosenheim mit seiner Vorsitzenden Theresa Albrecht (Gasthof Zur Post in Rohrdorf) meldet sich zu Wort. Grund ist der Vertragsabschluss für ein weiteres, überdimensioniertes Budget-Kettenhotel in Rosenheim während die Betriebe ums Überleben kämpfen. Dazu Theresa Albrecht: “Seit Jahren weise ich darauf hin, dass Rosenheim Überkapazitäten aufbaut, die zu einem knallharten Verdrängungswettbewerb führen. Die Premier-Inn-Kette vermietet zu Billigstpreisen, sogar in Großstädten unter 50 Euro. Soll das Qualität sein? Ist as eine nachhaltige Entwicklung?”.

Die Pressmeldung im Wortlaut: Zur Unzeit kommt der Vertragsabschluss für ein weiteres, überdimensioniertes Budget-Kettenhotel in Rosenheim zustande. Bis 2016 war es unstrittig, dass Rosenheim neue Hotelzimmer braucht. Seit dieser Zeit wurden eine Vielzahl neuer Hotels im Stadt- und Landkreis eröffnet.

Inmitten von Corona, unzählige Betriebe kämpfen ums Überleben, wurde ein großes Hotel in Kiefersfelden eröffnet, ein weiteres großes Hotel geht bald in Rosenheim an den Start. Für wieder ein Neues wurde gerade der Vertrag unterzeichnet. Zu einem Zeitpunkt, zu dem zwar der Flug nach Mallorca möglich, aber der Tag der Wiedereröffnung der Betriebe völlig in den Sternen steht. Auch ist völlig ungewiss, wie sich das Tagungs- und Kongressgeschäft durch die beschleunigte Digitalisierung entwickeln wird. Seit Jahren weise ich darauf hin, dass Rosenheim Überkapazitäten aufbaut, die zu einem knallharten Verdrängungswettbewerb führen. Als Mitglied im Tourismusbeirat habe ich das mehrfach angeprangert.Einzelne Wochen mit gefüllten Betten ändern nichts an der wirtschaftlichen Gesamtsituation der Betriebe. Die Betriebe brauchen durchschnittlich eine Belegung von circa 55 % um wirtschaftlich arbeiten zu können. Nur durchstrukturierte Budgethotels mit wenig Personal und Service können unter dieser Belegung wirtschaftlich arbeiten. Es werden nur neue Hotels im genau gleichen Preissegment in diesem Billig-Budget-Bereich gebaut und genehmigt. In neue Infrastruktur wird wenig investiert. In den nächsten Jahren werden die Kommunen dafür auch kein Geld erübrigen können. Nur 4 % der Hotels in Deutschland haben über 100 Zimmer. Das neu geplante Hotel in den „Lokhöfen“ soll 145 Zimmer erhalten.

Der Bau von austauschbaren, gesichtslosen Budget-Hotels geht weiter, während inhabergeführte Betriebe, die den Landkreis lebens- und liebenswert machen, das Nachsehen haben. Nachhaltige regionale Entwicklung sieht anders aus.

Weitere Informationen sind erhältlich bei: Theresa Albrecht – Kreisvorsitzende des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern e. V. mit über 300 Mitgliedern – www.post-rohrdorf.de

Foto: Gerhard Leitsmüller – Blick auf Rosenheim

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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