Kultur

Dauer-Gelächter bei Bernauer Volksbühne

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Gelächter von Anfang bis Ende: Mit dem Lustspiel „Ois net so tragisch…!“ ist den Laien-Theaterern wieder ein Wurf gelungen – die zahlreichen Premierenbesucher im sehr gut gefüllten Saal waren begeistert. Der Titel passt punktgenau zur aktuellen Situation des Vereins. Ursprünglich war für den Frühsommer der Umbau des „Kampenwandsaales” in Bernau geplant. Deshalb schien die Theatersaison 2018 für die Bernauer Volksbühne auszufallen. Nachdem der Start der Renovierung nun auf Jahresende verschoben wurde, haben sich die Akteure kurzfristig entschlossen, doch noch ein Stück aufzuführen.

Mit der Inszenierung des Werkes von Ludwig Sippel, dessen ursprünglicher Titel „Dreimal Hochzeit“ ist, stellte das Ensemble erneut sein Können unter Beweis. Es bot alles, was ein gutes bayerisches Theaterstück braucht: Liebe, Streit, Winkelzüge, derbe Sprüche und viele große und kleine Pointen, bei denen das Publikum herzhaft lachen und schmunzeln musste. Die Aufführung war flott in Szene gesetzt, unterhaltsam gespielt und auf einem Niveau, auf das der Verein wirklich stolz sein kann.

Das Bühnenbild, errichtet von Regisseur Gerald Hofmann und Paul Hormann, zeigte die Bauernstube beim „Kammerloher“. Moni Kammerloher(sehr herrisch gespielt von Claudia Schlosser), die verwitwete Bäuerin, weiß genau, was für Ihre Tochter Traudl (Marianne Hintler) gut ist und bestimmt mit dem Haidegger Beni (souverän: Robert Weingartner) aus dem Nachbarort auch den zukünftigen Bräutigam. Dieser ist zwar nicht der „Hellste”, hat aber den großen Vorteil, dass er eines Tages den größten Hof in der Region erben wird. Deshalb beauftragt die Bäuerin den „Schmuser” Remigius Fingerhackl (sehr redselig: Martin Weidenspointner) mit Benis Mutter alles klar zu machen. Traudl ist davon gar nicht begeistert, denn sie liebt einen anderen, nämlich den fleißigen Knecht Flori (gekonnt locker: Mike Hartl). Dieser ist auch fest entschlossen, sie zu heiraten. Die lustige und ebenfalls redselige Stallmagd Kathi (herrlich naiv: Irmi Fischer) hat eine Idee: Wenn der Beni zu seinem Antrittsbesuch kommt, will sie die Rolle der Traudl übernehmen. Vielleicht macht dann der zukünftige Bräutigam von selber wieder kehrt. Es kommt, wie es kommen muss: Beni erscheint, hält Kathi für Traudl und findet Gefallen an ihr. Damit ist der Grundstein für ein turbulentes Verwirrspiel gelegt. Flori, der von dem Rollentausch nichts weiß, ist im höchsten Maße eifersüchtig, als ihm der Beni erzählt, dass er mit der vermeintlichen Traudl einig sei. Der adoptierte Beni wird aber nur Hoferbe, wenn der „richtige” Haidegger Sohn, der vor längerer Zeit den Hof im Streit verlassen hat, nicht wieder rechtzeitig auftaucht. Flori wird nach einem Disput von der Bäuerin vom Hof geworfen und damit er ja nicht wiederkommt, bietet sie ihm zusätzlich Geld für einen kleinen, eigenen Bauernhof an. Dieser nimmt das Geld und wettet mit der Bäuerin, dass er doch noch die Traudl heiraten wird. Aber: Wird es überhaupt noch eine Hochzeit oder vielleicht sogar mehrere geben? Auf den schlitzohrigen Remigius wartet ebenfalls noch eine große Überraschung.

Das Stück ist flott und ohne unnötige Längen von Gerald Hofmann arrangiert, mit Darstellern besetzt, die Sprache, Gestik und Mimik hervorragend beherrschen. So bietet „Ois net so tragisch…!“ einen munteren Volkstheaterabend. Weitere Aufführungen finden im Kampenwandsaal in Bernau donnerstags noch am 16., 23. und 30. August, sowie am 6. und am Mittwoch, dem 12.September jeweils um 20 Uhr statt, Saalöffnung ab 19 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf unter 08051-9668822 und an der Abendkasse.

Bericht und Fotos: Georg Leidel

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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