Kultur

Das interessante Blaahaus in Kiefersfelden

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Im Blaahaus in Kieferfelden wird die Ortsgeschichte anschaulich dargestellt und auch das Gebäude selbst ist eine Sehenswürdigkeit, denn es ist eines der ältesten Arbeiterwohnhäuser Deutschlands. In den 1990er Jahren wurde es an seinem angestammten Platz in der Ortsmitte abgebaut und in die Unterkiefer versetzt.

„Blaahaus“ ist ein eigentümlicher Name. Er kommt von „Blaaofen“. Das ist das alte Wort für Schmelzofen, an dem Luft in die Glut geblasen wurde.  An diesem waren einst die Arbeiter beschäftigt, für die das Haus im Jahre 1696 ursprünglich als Wohnhaus errichtet wurde. Davon gab es in Kiefersfelden zu dieser Zeit viele, ist die Geschichte des Ortes doch stark von der Industrie geprägt. Bereits vor über 500 Jahren gab es in Kiefersfelden Ansiedlungen, Hammerwerke, Schmelzöfen und später Marmor- Zement- und Sensenindustrie. Grund dafür: in Kiefersfelden stand viel Holz zur Verfügung. Außerdem machten sich die Arbeiter die Wasserkraft des Inns zu Nutze und transportierten auf ihm ihre Waren. Im Gegensatz zu Landwirten hatten die Arbeiter damals an einem Tag in der Woche frei und aus diesem Grund entwickelte sich in Kiefersfelden auch schon sehr früh ein reges Kulturleben, beispielsweise mit den bekannten Kiefersfeldener Ritterspielen.

Im Jahr 1996 wurde das Blaahaus am unteren Römerweg als Industrie-Geschichte und Heimat-Museum wieder eröffnet. Unter den Besuchern sind auch viele Schulklassen, die die Möglichkeit nutzen, mittels zahlreicher Exponate, Dokumente in die Geschichte des Ortes einzutauchen. Wenn es die aktuellen Corona-Regelungen zulassen, ist das Museum von Mai bis einschließlich Oktober an Sonntagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Bei Temperaturen über 28 Grad bleibt das Blaahaus geschlossen.

Bericht und Bilder: Karin Wunsam – Beitrag entstand in Kooperation mit dem Wendelstein Anzeiger, www.wendelstein-anzeiger.de

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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